Health Policy

Gesetzentwurf zu GKV-Finanzen: Mittelmaß wird zum Standard

16. September 2022

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Clemens Kuhne

Stellen Sie sich vor, Sie haben jahrelang hart für die Olympischen Spiele trainiert – härter als alle anderen Ihrer Wettbewerber weltweit. Das zahlt sich aus. Beim entscheidenden 100-Meter-Lauf haben Sie die Nase vorn. Die Freude ist groß, alle Anstrengungen scheinen sich gelohnt zu haben. Doch am Ende bekommen Sie nur die Silbermedaille, genauso wie Ihr unterlegener Konkurrent. Warum sollten Sie sich beim nächsten Mal noch anstrengen, wenn es doch auch mit weniger Aufwand geht? Sie stellen fest: Die beste Leistung zählt nicht mehr. Übertragen auf den Gesundheitssektor sehen wir beim Gesetzentwurf zu den GKV-Finanzen ein ähnliches Bild.

Worum geht es? 17 Milliarden Euro – so hoch soll das Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im kommenden Jahr ausfallen. Diese Lücke zeigt: der Reformbedarf ist groß. Umso größer ist die Enttäuschung über den Kabinettsbeschluss für das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz. Richtig ist: Wir können uns das Defizit nicht einfach wegwünschen. Aber statt grundlegender Strukturreformen sehen wir dort notdürftige Flickschusterei: Auf der einen Seite sollen die Versicherten umfassend mehrbelastet werden – und das in der aktuellen Inflationslage. Was für ein Widerspruch mit Blick auf die aktuell geschnürten Entlastungspakete. Auf der anderen Seite werden Richtung Wirtschaft alte Reflexe bedient. Pharma-Unternehmen, die schon heute durch Rabatte und Abschläge einen jährlichen Beitrag in Höhe von 21 Mrd. Euro zur Stabilisierung der GKV-Finanzen leisten, sollen darüber hinaus noch zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Und das, obwohl die Arzneimittelausgaben seit einem Jahrzehnt stabil bei 16% des GKV-Gesamtbudgets liegen. Von einer Preisentwicklung, die das GKV-Budget belastet, kann also keine Rede sein.

Unser Gesundheitssystem hat eine volkswirtschaftliche Dimension. Dabei sind forschende Pharma-Unternehmen und BioTechs eine Schlüsselindustrie in Deutschland. Ist diese Industrie hierzulande wirtschaftlich erfolgreich, wie zuletzt bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Covid-19, sprudeln Steuereinnahmen, und sorgt das für gut bezahlte und hochqualifizierte Arbeitsplätze. Zudem beflügelt es weitere Unternehmen in der Vorproduktion oder in anderen Branchen, wie dem Maschinen- und Anlagenbau. Andersherum zeigt sich eine unmittelbare negative Auswirkung, wenn in das sorgsam austarierte System eingegriffen wird. Jeder Euro an zusätzlichen Rabatten für Hersteller führt zu zwei bis drei Euro Schaden in Form von Einkommensverlusten oder Minderinvestitionen in der Gesamtwirtschaft. Kurzum: Sparen kann teuer sein, denn Innovationen brauchen Wertschätzung.

Dann entfalten sie eine gesamtgesellschaftlich positive Wirkung – bei Gesundheit und Wohlstand. Um im Bild des Olympiasiegers zu bleiben: Nur durch hartes Training, das sich am Ende auch auszahlt, entstehen Spitzenleistungen.

Höhere Herstellerrabatte und AMNOG-Anpassung: Förderung von Mittelmaß

Werden wir konkret. Kurzfristige Sparmaßnahmen dürfen nicht die Axt an das Prinzip der nutzenbasierten Preisverhandlungen legen. Dieses Verfahren wurde mit dem Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (kurz AMNOG) vor über zehn Jahren eingeführt und hat sich bewährt. Dieser Ordnungsrahmen gewährleistet die Wirtschaftlichkeit einer Versorgung auf dem neuesten Stand des medizinischen Wissens. Das findet auch international zu Recht große Anerkennung. Doch nun soll dieses funktionierende Verfahren ausgehebelt werden: Das erste Jahr der freien Preisbildung, das dazu führt, dass Patient:innen in Deutschland im europäischen Vergleich im Schnitt am schnellsten Zugang zu Innovationen nach deren Zulassung erhalten, soll halbiert werden. Das Preismoratorium, das dafür sorgt, dass Hersteller trotz rasanter Preissteigerungen ihre Preise nicht bzw. nur verspätet anpassen können, soll verlängert werden. Und der Herstellerrabatt auf patentgeschützte Arzneimittel – also die Innovationen im Gesundheitssystem – soll trotz schon üppiger Rabatte und Abschläge von etwa 21 Mrd. Euro im Jahr, noch einmal zusätzlich erhöht werden. Allesamt zusätzliche Belastungen für eine Branche, deren Preisfindung ohnehin schon massiv reguliert ist und die ihren Stellenwert in der anhaltenden Corona-Pandemie eindrücklich unter Beweis stellen konnte.

Jenseits kurzfristiger Sparmaßnahmen stellt das Gesetzesvorhaben im Vorbeigehen zusätzlich ein etabliertes Verfahren für Innovationen und Preisfindung in Frage. In vielen Fällen würde künftig nicht mehr der tatsächliche Nutzen eines Arzneimittels seinen Preis entscheiden. Im Gegenteil: Sparen würde zum Selbstzweck, ohne Rücksicht auf die Folgen für Gesundheit und Wohlstand in Deutschland. Gleich gute Produkte würden unterschiedlich bepreist, das heißt schlechtere Bezahlung für gleiche Leistung. Und überlegene Arzneimittel mit „geringem Zusatznutzen“ oder „nicht quantifizierbarem Zusatznutzen“ würden auf dem Preisniveau der unterlegenen Vergleichstherapie gedeckelt. Das Ganze soll zudem auch noch rückwirkend für bereits geschlossene Verträge gelten. Welchen finanziellen Anreiz für die Weiterentwicklung von Medikamenten bzw. Innovationen gäbe es dann noch? Oder anders: Warum sollte der Olympiasieger in Zukunft noch so hart trainieren, wenn er die hart erkämpfte Goldmedaille plötzlich wieder abgeben soll und in Zukunft den zweiten Platz mit seinem unterlegenen Konkurrenten teilen müsste? Und welche desaströsen Folgen hätte das für die künftige Spitzen-Versorgung der Patient:innen? Klingt alles kompliziert? Ist es auch!

Ausblick: Was muss passieren?

Wir brauchen jetzt politischen Willen und Mut, die langfristigen und strukturellen Lösungen im Gesundheitssystem anzupacken – ohne die Versorgungsqualität und Versorgungssicherheit zu gefährden. Dafür sollten wir das Gesamtpaket betrachten. Natürlich sehen viele Beteiligte beim AMNOG Verbesserungs- und Anpassungspotentiale. Dabei bleiben aber wichtige Themen ausgeblendet – wie der Einbezug von Evidenz aus der realen Versorgung, eine bessere Planbarkeit von Studien oder die Förderung von innovativen Erstattungsmodellen. Wir brauchen einen fairen und faktenbasierten Austausch aller Beteiligter an einem gemeinsamen Tisch und keine im stillen Kämmerlein des Ministeriums ersonnenen Schnellschüsse. Für diesen Dialog stehen wir gerne bereit!

Klar ist, wir müssen kurzfristig die Finanzierungslücke in den Griff kriegen. Im Koalitionsvertrag steht bereits, wie das gelingen kann – etwa durch kostendeckende ALG-II-Beiträge. Diese und weitere Maßnahmen stehen jedoch nicht im aktuellen Gesetzesvorhaben. Auch daher fände ich es richtig, – zeitlich begrenzt und gerne auch mit einer Frist hinterlegt – das System mit Haushaltsgeldern zu stützen. Wenigstens so lange bis Strukturreformen wirken, die diesen Namen verdienen.

Wir haben alle das gleiche Ziel: Ein leistungsstarkes und bezahlbares Gesundheitssystem, das die beste Versorgung nachhaltig für alle Patient:innen ermöglicht. Gehen wir gemeinsam ins Trainingslager und holen das Beste für das Gesundheitssystem heraus.

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Director Policy & Public Health | Leiter MSD hub berlin

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MSD veröffentlicht globalen Nachhaltigkeitsreport

13. September 2022

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Wo steht MSD in Punkto Nachhaltigkeit? Das zeigt der gerade veröffentlichte globale ESG Progress Report 2021/2022.

Bei der Vorstellung des jährlichen Nachhaltigkeitsreports von MSD, machte CEO Rob David erneut deutlich, dass Nachhaltigkeit kein Ziel, sondern eine Reise ist. Auch deshalb wird jedes Jahr der weltweite Fortschritt in den Bereichen Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (verantwortungsvolle Unternehmensführung) ausgewertet und veröffentlicht.

In allen Bereichen konnte MSD wichtige Verbesserungen erreichen. Ein paar Highlights:

  • Mehr als 40% der von uns benötigten Energie stammt inzwischen aus erneuerbaren Quellen und wir sind auf einem guten Weg, bis 2025 CO2 neutral zu arbeiten.
  • Unsere lebensrettenden Medikamente sind in 79 % aller Länder weltweit verfügbar und wir konnten damit 66,7 Millionen Menschen mehr helfen als im Jahr 2020. Bis 2025 sollen es 100 Millionen Menschen sein.
  • Weltweit sind bei MSD 36 % der leitenden Führungspositionen von Frauen besetzt, bis 2024 sollen es mindestens 40 Prozent sein.

Der ausführliche ESG-Bericht ist hier abrufbar. Informationen zur Nachhaltigkeitsstrategie von MSD in Deutschland haben wir hier veröffentlicht.

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Forschung gegen antibiotikaresistente Bakterien

30. August 2022

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Antibiotikaresistenzen nehmen immer mehr zu. Als eines von wenigen Pharmaunternehmen setzt sich MSD dafür ein, dass auch in Zukunft wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung stehen – durch eigene Forschung und die Unterstützung von Initiativen wie INCATE (INCubator for Antibacterial Therapies in Europe).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Antibiotikaresistenzen (AMR: Antimicrobial Resistance) zu einer der zehn größten Gefahren für die öffentliche Gesundheit weltweit. Sie können dazu führen, dass bisher leicht zu behandelnde Infektionen nur noch schwer oder gar nicht mehr behandelt werden können. Um dem entgegenzuwirken, treibt MSD die Entwicklung neuer Antibiotika und Reserveantibiotika voran. Neben eigener Forschung unterstützen wir auch gemeinschaftliche Projekte wie den AMR Action Fund in den USA und den INCubator for Antibacterial Therapies in Europe (INCATE).

INCATE möchte Forschung, Industrie, erfahrene Unternehmer und Investoren aus ganz Europa zusammenbringen. Ziel ist es, Forschungsprojekte mit vielversprechenden Ansätzen zu fördern und so eine Pipeline an innovativen Medikamenten und besserer Diagnostik für die Zukunft aufzubauen. Denn die Schwierigkeit bei der medizinischen Entwicklung liegt nicht allein in der Grundlagenforschung, sondern vor allem darin, diese dann in Form von Arzneimitteln und Medizinprodukten zugänglich zu machen: Die gesetzlichen Regelungen sind umfassend und komplex, die Entwicklung insgesamt langwierig und kostenintensiv. Hier unterstützt INCATE einerseits finanziell, andererseits durch Beratung und Vernetzung innerhalb der Pharmabranche.

„Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie schnell wir Lösungen für drängende Gesundheitsprobleme finden können, wenn Forschung, Industrie und öffentliche Einrichtungen zusammenarbeiten“, sagt Sibyll Escher, Director Medical Affairs Infectious Disease bei MSD in Deutschland. „Genau das möchten wir mit INCATE auch für Antibiotikaresistenzen erreichen.“

INCATE ist im August 2021 gestartet. Unternehmen können sich laufend für eine Förderung bewerben. Ein Auswahlkomitee aus Expert:innen aus Industrie, Wissenschaft und öffentlichem Sektor wählt vierteljährlich Therapien und Diagnostika aus, die mit bis zu 10.000 Euro gefördert werden. Mehr zu INCATE und den Bewerbungsmodalitäten gibt es auf der Webseite der Initiative.

Weitere Informationen über Antibiotikaresistenzen gibt es bei uns im Blog.

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MSD Spotlight – Aufbruch in die Digitale Dekade

13. September 2022

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Bild von der Veranstaltung bei MSD. Auf einer Bühne sitzen Angie Gifford (rechts) und der Moderator. Chantal Friebertshäuser ist links vom Moderator digital auf einem Bildschirm zugeschaltet. Das Publikum sitzt mit dem Rücken zum Fotografen.

Digitalisierung ist die zentrale Herausforderung der Gegenwart. Unternehmen, Gesellschaft und Politik haben verstanden, dass die digitale Transformation ganz oben auf der Agenda steht und dass der Transformationsdruck extrem hoch ist – erst recht seit der Pandemie. Die Europäische Kommission hat daher für die EU die digitale Dekade ausgerufen, deren Ziel es ist, digitale Kompetenzen von Bürger:innen und Unternehmen zu stärken, eine sichere und nachhaltige digitale Infrastruktur aufzubauen und öffentliche Dienste zu digitalisieren.

Was der Aufbruch in die digitale Dekade für den Gesundheitssektor und darüber hinaus bedeutet, hat MSD Managing Director Chantal Friebertshäuser in einem Essay für den Sammelband „Digitale Dekade der Wirtschaft“ aufgeschrieben. Darin schildern sie und 21 weitere Vordenker:innen aus vielen Schlüsselbranchen, wie sie digitale Zukunft schon heute gestalten und geben Impulse wie Deutschlands Wirtschaft dieses Jahrzehnt zu einer digitalen Dekade machen kann. Im Rahmen einer „Spotlight“-Veranstaltung im MSD hub berlin sprach sie nun gemeinsam mit Herausgeberin Angie Gifford, Vice President EMEA von Meta, darüber, was heute schon funktioniert und wo Politik noch Anreize setzen sollte.

Wo stehen wir in Deutschland bei der digitalen Transformation?

„Deutschland wird oft zu Unrecht als Faxrepublik verunglimpft“, sagte Angie Gifford im Gespräch mit Chantal Friebertshäuser. Deutschland stehe besser da als oft behauptet. Unternehmen, Start-ups, Verbände – alle hätten einen Beitrag geleistet, um das Thema Digitalisierung voranzutreiben. Die Digitalisierung sei jedoch vielfältig und komplex, da eine gelungene Umsetzung viel beinhalten müsse – etwa Geschäftsprozesse oder Regulierungen. Daher müssten alle relevanten Stakeholder, also Unternehmen, Politik und Bürger:innen, in den Transformationsprozess einbezogen werden. Giffords Credo dabei lautet: „Dialog, Transparenz, Vertrauen“. An einigen Stellen, wie beispielsweise bei dem Thema Datennutzung könne man noch einige Potenziale ausschöpfen. Priorität dabei habe aber das Thema Datenschutz, welcher heute von größerer Bedeutung sei als je zuvor. Wichtig sei ein optimistischer Blick, denn: „Das Glas ist halb voll“, sagte Angie Gifford.

Wie Digitalisierung unser Leben verlängern kann

In den letzten 100 Jahren haben wir mehr als 30 Jahre Lebenszeit hinzugewonnen. Für Chantal Friebertshäuser ist Digitalisierung der Schlüssel dafür, um diesen Trend auch in Zukunft fortzuschreiben. Digitale Innovationen in Prävention, Vorsorge und maßgeschneiderte Therapien sind für sie dabei die entscheidenden Lösungsansätze. Um dies zu erreichen, ist es laut Friebertshäuser wichtig, dass wir nicht nur Prozesse digitalisieren, sondern uns klare Ziele setzen. Wie können wir Daten und digitale Tools gezielt nutzen, um die Gesundheit für alle zu verbessern? Ein Beispiel dafür sieht sie in digitalen Impferinnerungen- und Terminvereinbarungen, die in einigen europäischen Nachbarländern bereits zum Nutzen aller Beteiligter im Einsatz sind. Deutschland habe hier noch Nachholbedarf.

Gemeinsam im Dialog die Spielregeln festlegen

Daten sind für die Wissenschaft unverzichtbar. Schon seit mehr als 130 Jahren arbeiten forschende Pharmaunternehmen auf Grundlage von Daten. Für Chantal Friebertshäuser gilt es deshalb, die Regeln und Normen, die sich in der analogen Welt bewährt haben, angemessen auf die virtuelle Welt zu übertragen. Es gebe mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bereits einen europaweiten Rechtsrahmen, der auch international Anerkennung gefunden habe. Leider sei die Anwendung in der Praxis der einzelnen Mitgliedsstaaten höchst unterschiedlich. Dies müsse sich mit Blick auf den geplanten Europäischen Gesundheitsdatenraum ändern. Die Voraussetzung für einen einheitlichen rechtlichen Rahmen, der den Zugang und die Nutzung von Daten (auch international) regelt, Innovation aber nicht verhindert, sei der Dialog. Nur so könne man Ängste nehmen, für Verständnis werben, Bedürfnisse aufzeigen und Betroffene zu Beteiligten machen.

Digitalisierung braucht kulturelle Transformation

Digitalisierung verändert nicht nur die Instrumente, die uns zur Verfügung stehen, sondern auch die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten. Damit das auch in der hybriden Arbeitswelt funktioniert, braucht es neben Investitionen in Technik auch eine kulturelle Transformation. Für Gifford und Friebertshäuser bedeutet dies ein konstruktives Miteinander, das durch Feedback, Offenheit, Empathie und Diversität geprägt ist. Technologie diene dem Menschen und nicht andersherum, sagte Angie Gifford.

Aufbruch in die digitale Dekade – was muss die Politik jetzt tun?

Ambitionierte Ziele und Pragmatismus – das war der gemeinsame Appell von Angie Gifford und Chantal Friebertshäuser an die deutsche Politik. Gifford stellte dabei zwei Aspekte besonders heraus: Was kann Digitalisierung und Technologie im Bereich Umwelt und Klimaschutz tun und wie können wir Kinder und Jugendliche besser im Umgang mit Daten und digitalen Tools bilden und sensibilisieren? Friebertshäuser betonte zudem die Relevanz von Patientenzentriertheit bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen: Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sondern diene in allererster Linie dem Wohl der Patient:innen.

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Gesundheitswissen Pneumokokken

13. September 2022

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Ein Mann und eine Frau laufen Hand in Hand. Der Mann spricht, die Frau schaut ihn dabei an. Im Hintergrund sind Bäume und Sträucher zu sehen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Pneumokokken-Impfung für Säuglinge ab zwei Monaten, für Menschen ab 60 Jahren und für weitere Patient:innen mit bestimmten Indikationen. Aber was sind Pneumokokken und welche Krankheiten können sie verursachen?

Pneumokokken sind Bakterien, die bei etwa fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung im Nasen-Rachen-Raum vorkommen. Bei den meisten Menschen verursachen sie dabei keine Symptome, bei manchen Menschen können sie allerdings unterschiedliche Krankheiten wie Lungen- oder Gehirnhautentzündung auslösen. Warum das so ist, ist bisher noch nicht genau bekannt. Klar ist aber, dass auch Menschen ohne Symptome die Bakterien weitergeben können. Pneumokokken werden wie ein grippaler Infekt durch Tröpfcheninfektion übertragen, also zum Beispiel durch Niesen oder Husten.

Einige durch Pneumokokken ausgelöste Krankheiten können schwer verlaufen. Das Risiko für einen schweren Verlauf ist unter anderem altersabhängig. Besonders Kinder in den ersten beiden Lebensjahren und Erwachsene ab einem Alter von 60 Jahren sind gefährdet. Ab 60 Jahren treten beispielsweise durch Pneumokokken bedingte Lungenentzündungen häufiger auf: In Deutschland erkranken in dieser Altersgruppe jährlich ca. 38.400 Menschen – in der Altersgruppe zwischen 20 bis 59 Jahren sind es dagegen rund 8.800 Personen. Über 5.000 Menschen sterben deutschlandweit jedes Jahr an einer Lungenentzündung durch Pneumokokken.

Pneumokokken-Erkrankungen können mit Antibiotika behandelt werden. Da Antibiotikaresistenzen jedoch zunehmen, können Medikamente schlechter anschlagen, sodass der Schutz durch Impfungen immer wichtiger wird. Die STIKO empfiehlt eine Pneumokokken-Impfung für Kinder ab einem Alter von zwei Monaten, für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren und für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund einer Grunderkrankung, wie z.B. chronischen Lungen- oder Herzkrankheiten, behandlungsbedürftigem Diabetes oder bestimmten neurologischen Krankheiten.

Weitere Informationen rund um Pneumokokken gibt es auf der Webseite des Robert Koch Instituts sowie unter https://www.pneumokokken-impfen.de. MSD engagiert sich auch in der Entwicklung von Reserveantibiotika gegen resistente Keime. Mehr dazu finden Sie hier.

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#einfacherklärt: Biomarker

13. September 2022

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Eine Frau steht im Labor und trägt Kittel, Gummihandschuhe und Schutzbrille. Sie betrachtet eingehend ein kleines Plastikgefäß, das sie in der Hand hält.

Im Zusammenhang mit Krebserkrankungen wird oft von sogenannten Biomarkern gesprochen. Wir erklären, was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie das Wissen über Biomarker bei der Krebstherapie helfen kann.

Krebs entsteht, wenn sich bestimmte Abschnitte der Gene in einer gesunden Zelle verändern und sich diese „fehlerhaften Zellen“ dann unkontrolliert vermehren und in gesundes Gewebe einwachsen. Krebszellen unterscheiden sich also von den gesunden Körperzellen von Betroffenen. Wie sich die Zellen verändern, kann von Patient:in zu Patient:in völlig unterschiedlich sein – auch innerhalb bestimmter Krebsarten. Ein Beispiel: angenommen zwei Frauen haben Brustkrebs. Bei einer von beiden kann der Tumor unter Umständen schneller wachsen, weil andere Veränderungen in den Genen aufgetreten sind als bei der zweiten Patientin.

Ein Teil dieser unterschiedlichen, messbaren Eigenschaften von Tumoren – die sogenannten Biomarker – können von Ärztinnen und Ärzten untersucht werden. Man unterscheidet dabei zwischen Tumormarkern und genetischen Markern. Bei Tumormarkern handelt es sich um körpereigene Substanzen wie Eiweiße, die entweder vom Tumor selbst oder von anderen Zellen als Reaktion auf den Tumor gebildet werden. Veränderungen am Erbmaterial von Zellen werden als genetische Marker bezeichnet. Bei Patientinnen mit erblichem Brust- oder Eierstockkrebs sind z.B. oft die Gene BRCA1 oder BRCA2 verändert.

Welchen Vorteil bringt dieses Wissen den Patient:innen? Einige Biomarker sind bereits so gut erforscht, dass sie Hinweise darauf geben können, wie aggressiv ein Tumor wächst oder auf welche Therapie er ansprechen könnte. Diese Informationen wiederum können dann in die Behandlungsplanung einfließen. Auch in der Früherkennung, Diagnostik und Nachsorge wird intensiv am Einsatz von Biomarkern geforscht. Das Ziel ist es, für Betroffene möglichst personalisierte Krebstherapien zu erstellen.

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#PRIDEMonth: DE&I-Grundsätze bei MSD

13. September 2022

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Vor einem türkisen Hintergrund ist ein Portraitfoto von Birgit Goeck zu sehen. Neben ihrem Kopf ist eine Sprechblase in der statt Text die Progress Pride Flagge.

Welche Grundsätze hat MSD bei den Themen Diversity, Equity & Inclusion (DE&I) und wie arbeiten wir daran? Das beantwortet uns Birgit Goeck, stellvertretende Direktorin, CRA Manager, Global Clinical Trial Operations bei MSD in Deutschland. Sie ist selbst eine geoutete Führungspersönlichkeit bei MSD und Vorbild für viele Mitglieder der LGBTQAI+-Community im Unternehmen. Dank ihres offenen Umgangs mit ihrer Geschichte hat sie bereits andere Kolleg:innen zu einem Coming Out innerhalb von MSD inspiriert. Im Juni 2022 gab sie z.B. in einer internen Veranstaltung der MSD Rainbow Alliance persönliche Einblicke über ihren Lebensweg, der im konservativen Namibia begann.

Welche Strukturen wurden intern erarbeitet, um Mitarbeitende aus der LGBTQIA+-Community vor Diskriminierung zu schützen?

Bei MSD haben wir ein DE&I Board, welches aus verschiedenen Workstreams besteht, die an unterschiedlichen Projekten und Initiativen arbeiten, und deren Ziel es ist, die Inklusion und Vielfalt zu fördern. Zusätzlich haben wir verschiedene Mitarbeitenden-Netzwerke, sogenannte EBRGs. Hier setzt sich z.B. besonders die Rainbow Alliance für die Belange und Inklusion der LGBTQIA+-Community ein und steigert somit das Bewusstsein für die Community.

Wie kann eine ganzheitliche Integration von marginalisierten Gruppen im Kollegium sichergestellt werden?

Wir fördern ein Umfeld der Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion und die damit verbundenen Maßnahmen zur Verbesserung des Bewusstseins und Engagements voranzutreiben. Dies bildet sich ab, indem wir das Thema schon beim Onboarding neuer Mitarbeitenden bewerben. Offenheit, Sichtbarkeit und Vorbilder sind wichtige Instrumente, die wir einsetzen, um unsere Mitarbeitenden zu ermutigen, nicht ihr wahres Ich verstecken zu müssen, sondern einfach authentisch und sie selbst sein können.

Wie profitiert MSD von intern organisierten Gemeinschaften auf Basis der DEI-Grundsätze?

Employee Business Resource Groups (EBRGs) spielen heute mehr denn je eine bedeutende Rolle bei der Beeinflussung von Inklusionsstrategien, der Auswirkung auf das Geschäftsergebnis und der Gestaltung der Unternehmenskultur. Tatsächlich zeigen Untersuchungen, dass Unternehmen, die Vielfalt und Inklusion in den Vordergrund stellen und in den Mittelpunkt ihrer Unternehmensagenda stellen, in Finanz- und Sozialkrisen besser abschneiden.

Welche Ziele wurden bereits erreicht – und welche gilt es noch anzugehen?

Bei MSD haben wir Grundsätze von DE&I bereits in unseren Unternehmens-‚Ways of Working‘ verankert und in unseren jährlichen Unternehmensprioritäten aufgenommen. Es liegt aber in unserer Verantwortung auch weiterhin ein Umfeld der Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion zu fördern und damit verbundene Maßnahmen zur Verbesserung des Bewusstseins und des Engagements voranzutreiben, beispielsweise durch noch mehr Sichtbarkeit und weitere Vorbilder in der Firma. Nur so wird auch eine Umgebung der Normalität erreicht was diese Gruppen betrifft.

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#PRIDEMonth: MSD Rainbow Alliance

13. September 2022

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Das Bild zeigt tanzende Menschen bei einer Parade. Im Vordergrund schwingt ein Mann eine Regenbogenfahne und trägt eine Regenbogenkrawatte. Eine Frau hat Regenbogen auf die Wangen gemalt. In der oberen rechten Ecke des Bildes ist das Logo der MSD Rainbow Alliance eingefügt.

Mitarbeitende von MSD engagieren sich in zahlreichen EBRGs (Employee Business Resource Groups), die sich um die Interessen verschiedener Gruppen im Unternehmen kümmern. Unsere Rainbow Alliance vertritt z.B. LGBTQAI+-Kolleg:innen. Anlässlich des diesjährigen Pride Months möchten wir ihre Arbeit in Deutschland einmal genauer vorstellen.

Wie funktioniert das Rainbow Alliance-Netzwerk?

Die Rainbow Alliance gibt es seit 2019 in Deutschland, ursprünglich gegründet von Kolleg:innen, die für das Indikationsgebiet HIV arbeiten. Wir sind eine von insgesamt vier ERGBs in Deutschland, neben der CapABILITY-ERGB, dem Next Generation Network und dem Women’s Network.

Welche Angebote kann MSD Mitgliedern aus der LGBTQAI+-Community machen? Wie wird das Konzept in den Arbeitsalltag integriert?

Wir versuchen, Menschen aus der Community und Allies – also Unterstützer:innen – für unsere Arbeit zu begeistern und mit an Bord zu holen. Wir sind stets erreichbar und haben immer ein offenes Ohr für unsere Mitarbeitenden. In den alle zwei bis drei Monate stattfindenden Rainbow Talks geben wir den verschiedensten Themen Raum, denn Queerness hat viele Facetten – darunter die Lebensrealitäten von trans*-Personen, Lesben, Asexuellen, Schwulen oder Intersexuellen Menschen.

An welchen Projekten arbeitet die Rainbow Alliance in Deutschland derzeit?

Momentan arbeiten wir in Hochtouren an unserem Beitrag zu den CSDs in Köln und in München. Wir werden dort mit einem eigenen Wagen vertreten sein – das ist viel Arbeit, aber wir freuen uns schon ungemein darauf! Auch die Sichtbarkeit von trans*-Menschen ist uns ein besonderes Anliegen. So haben wir beispielsweise umgesetzt, dass die Duschen in unserem neuen Firmensitz in München für Frauen und trans*-Frauen sowie für Männer und trans*-Männer erkenntlich sind.

Wo seht ihr die Netzwerkarbeit der Rainbow Alliance in fünf Jahren? Was sind eure Visionen?

Wir möchten weiter ein ganzheitliches Verständnis innerhalb von MSD festigen, dass die Rainbow Alliance eigenständige Arbeit leistet, denn bisher werden wir oft noch auf den Themenbereich HIV reduziert. Und wir möchten die Zusammenarbeit mit weiteren EBRGs stärken, z.B. werden im September zusammen mit anderen EBRGs mehr Präsenz in unserem neuen Firmensitz, der „Macherei“, zeigen. Außerdem ist es uns wichtig, mehr Sensibilität für das Thema trans* zu schaffen und dem Themenbereich der „Transition“ mehr Raum zu geben – dazu gehören eben auch interne Prozesse, wie z.B. Namensänderungen. Zu guter Letzt möchten wir Interessierte und Allies besser abholen und Chancen zur aktiven Teilnahme transparenter zu kommunizieren.

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Gestern noch ABC gelernt, heute vielleicht mit HPV infiziert?

13. September 2022

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Plakat für die Kampagne der Initiative „ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs.“. Drei Jugendliche – 2 Jungen und 1 Mädchen – sitzen zusammen auf einer Treppe. Sie haben Skateboards dabei. In einem Infokasten steht „Gestern noch Sandkasten, heute Skatepark? Besser frühzeitig gegen HPV impfen.“

Eine frühzeitige Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) kann bestimmten HPV-bedingten Krebsarten vorbeugen. Im Rahmen der Initiative „ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs.“ hat MSD gemeinsam mit weiteren Partner:innen eine Aufklärungskampagne gestartet, um für das Thema zu sensibilisieren.

Rund die Hälfte aller infektionsbedingten Krebserkrankungen in den entwickelten Ländern stehen im Zusammenhang mit Humanen Papillomviren (HPV). In Deutschland erkranken jährlich etwa 7.850 Menschen neu an HPV-bedingtem Krebs. Dennoch ist das Thema HPV vielen Menschen bisher nicht bekannt: Bei einer aktuellen Umfrage von MSD in Europa gab etwa ein Viertel aller befragten Eltern an, sich des Themas HPV nicht bewusst zu sein.

Im Rahmen der Initiative „ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs.“ möchte MSD gemeinsam mit weiteren Partner:innen für Aufklärung über HPV sorgen. Im Mai startete eine deutschlandweite Kampagne, die über TV-Spots, Funk, Print- und Online-Medien sowie über soziale Netzwerke dazu ermutigt, eine Arztpraxis aufzusuchen und sich zu einer HPV-Impfung beraten zu lassen. Denn eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gegen bestimmte HPV-bedingte Krebsarten ist die HPV-Schutzimpfung, die von Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfohlen wird. Demnach sollen alle Mädchen und Jungen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV geimpft werden. Eine verpasste Immunisierung sollte bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden.

Weitere Informationen zur Initiative „ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs.“ und HPV gibt es auf www.entschiedengegenkrebs.de.

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1. MSD Bruncheon: Impflücken schließen – Bestimmten HPV-bedingten Krebserkrankungen vorbeugen

16. September 2022

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Сomic image in white and green and shows a graphic recording of the first Brundcheon's

Zwei Jahre Pandemie liegen hinter uns und sie hat dem Thema Impfen eine massiv gesteigerte Sichtbarkeit verschafft. In Deutschland beschäftigten sich die Menschen plötzlich mit mRNA-, Tot- und Vektorimpfstoffen. Doch während gegen SARS-CoV-2 geimpft wurde, zeichnet sich bei einem anderen Virus eine deutliche Impflücke ab: beim Humanen Papillomvirus (HPV). Die DAK-Sonderanalyse zum Kinder- und Jugendreport 2021 zeigt auf, dass im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorpandemiejahr 2019die HPV-Erstimpfungsquote bei 9 – 17-jährigen Mädchen um über -14% und bei Jungen rund -9% zurückgegangen ist. Das ist ein Alarmsignal und ein Präventionsproblem, denn jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 6250 Frauen und 1600 Männer an HPV-bedingtem Krebs.

Für uns bei MSD Deutschland ist deshalb klar: Das Thema gehört weit oben auf die Agenda. Bei unserem ersten Bruncheon haben wir mit Politiker:innen, Kassenvertreter:innen und Wissenschaftler:innen gemeinsam nach Lösungen gesucht, um der HPV-Impfung eine Trendwende zu geben.

HPV betrifft fast alle, denn 85 – 90% aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit Humanen Papillomviren. Sie sorgen für rund 50% aller infektionsbedingten Krebserkrankungen in den entwickelten Ländern. Das ist teilweise vermeidbar, denn es gibt eine Impfung gegen bestimmte HPV-Typen. Wie können wir aber das Ziel der EU-Kommission erreichen, bis 2030 mindestens 90 % der Mädchen und möglichst viele Jungen zu impfen?

Unsere Impulsgeber:innen gaben einen Überblick über die aktuelle Lage und diskutierten mögliche Lösungsansätze. Mit dabei waren Anna Konopka-Feiler, COO der Ohhh! Foundation, Prof. Dr. Christof von Kalle, Vorsitzender des Vision Zero e.V., Volker Röttsches, Leiter der DAK Landesvertretung Berlin und Dr. Alexa Meyer, Business Unit Director Vaccines bei MSD Deutschland.

Ein Ansatz, um die HPV-Impflücken zu schließen und die Impfquote zu erhöhen, liegt auf der Hand und fand in der Diskussion breiten Zuspruch: Informationen, Aufklärung und Impfungen sollten stärker auch da angeboten werden wo die Zielgruppen sind. Bei Jugendlichen sind das vor allem die Schulen. Dass dort durchschlagende Erfolge erzielt werden können, zeigt der Blick in andere Länder mit sehr hohen Impfquoten. Dieses niedrigschwellige Angebot könnte auch in Deutschland helfen, meinte Anna Konopka-Feiler in der Diskussion. Allerdings sagte sie auch, dass die föderale Struktur in Deutschland ein Problem für eine einheitliche Impfkampagne darstelle.

Eine bessere HPV-Prävention durch Impfungen setzt zudem mehr Sichtbarkeit des Themas voraus. MSD Deutschland hat deshalb zusammen mit weiteren Kooperationspartnern, wie zum Beispiel Verbänden und Krankenkassen die Initiative „ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs.“ ins Leben gerufen. Denn es ist wichtig, neben den Jugendlichen selbst, auch ihre Eltern zu erreichen. Die Kampagne informiert via Radio und TV-Spots, durch Anzeigen in Printmedien, durch Plakate und Werbung im Öffentlichen Personennahverkehr und stellt Infos für Ärzt:innen zur Verfügung. Klar ist auch, dass verschiedene Zielgruppen auf unterschiedlichen Kanälen unterwegs sind. Da gesellschaftliches Leben zunehmend auch online stattfindet, wird die digitale Ansprache umso wichtiger – und das gilt für Jugendliche im Besonderen. Darauf zielt unter anderem die Ohhh! Foundation ab, die junge Männer und Frauen über Sexualität und Geschlechtskrankheiten sowie HPV aufklärt.

Doch auch im politischen Bereich oder bei den Krankenkassen sind neue Lösungsansätze wichtig. Die Digitalisierung kann hier ein Schlüssel zum Erfolg sein. Wenn die elektronische Patientenakte mit einem digitalen Impfpass flächendeckend eingeführt ist, könnte durch die Krankenkassen eine Einladungs- und Erinnerungsfunktion für anstehende Impfungen integriert werden. Gerade für die HPV-Impfung wäre das ein wichtiger Fortschritt, etwa auch um den Abbruch begonnener Impfserien zu verhindern. Im Austausch zwischen den Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich und Erwin Rüddel mit Volker Röttsches wurde schnell klar, dass dafür zunächst Hürden bei Datenschutzfragen ausgeräumt werden müssen. Ein individueller Anspruch der Versicherten auf Impferinnerungen könnte für die notwendige Rechtsklarheit sorgen

Das erste MSD Bruncheon hat umrissen: Im Bereich HPV-Impfprävention ist noch viel zu tun. Wir kommen nur voran, wenn alle Akteure im Gesundheitssystem an einem Strang ziehen. Denn nur gemeinsam kann die Umsetzung dringend notwendiger Maßnahmen und einer Präventionsstrategie ein Erfolg werden.

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Manager Gesundheitspolitik

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