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11. MSD Gesundheitsforum

Versorgung vernetzt denken

Gemeinsam Versorgung erneuern und zukunftssicher machen – trotz Pandemie: Im Herbst 2021 ist der Zeitpunkt einer Bestandsaufnahme gekommen. Dazu hat das MSD Gesundheitsforum am 15. September 2021 wichtige Akteur:innen, die Versorgung in Deutschland innovativ und zukunftssicher machen wollen, an den virtuellen Tisch eingeladen.

Gemeinsam Versorgung erneuern und zukunftssicher machen

Was während der Pandemie zum Teil durch hohen Handlungsdruck möglich wurde und u.a. einen Boost für die Digitalisierung bedeutete, wurde aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Welche Lehren können wir daraus ziehen? Wo müssen wir nachbessern? Und wie kommen Innovationen faktisch in der Versorgungsrealität an?

„Die Covid19-Pandemie hat gezeigt, dass neue Wege möglich sind. Es wurde so eng zusammengearbeitet, wie noch nie zuvor. Das macht mich optimistisch. Wir brauchen diese Zusammenarbeit – ohne sie gibt es keinen Fortschritt und keine Innovation.“

Chantal Friebertshäuser

Geschäftsführerin MSD Sharp & Dohme GmbH

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Vier Lehren aus der Pandemie

Ihre vier persönlichen Lehren aus der Pandemie gibt Chantal Friebertshäuser,
Geschäftsführerin MSD Sharp & Dohme GmbH, preis.

Innovationen fördern und schützen

Erstens sei deutlich geworden, wie wichtig Innovationen sind. Dass in so kurzer Zeit wirksame Vakzine gegen Covid19 zur Verfügung standen, sei ein großes Glück gewesen. Aber man dürfe nicht vergessen, dass an mRNA-Vakzinen zuvor zwanzig Jahre lang geforscht worden ist. Ein solcher Pioniergeist müsse mit Patentschutz belohnt werden, weil Forschung große Investitionen, viele Jahre auf Risiko bedeute, meint sie.

Gemeinsam geht mehr

Zweitens müssten mehr lokale und globale Kooperationen geschlossen werden. Nur erfolgreiche Zusammenarbeit habe die schnelle Impfstoffproduktion und -verteilung ermöglicht.

Präventiv tätig werden

Die dritte Lehre sei, dass funktionierende Impf- und Präventionssysteme nötig sind. Das Gesundheitssystem habe vor allem die Heilung kranker Menschen im Fokus und vernachlässige eine Kultur der Aufklärung und Prävention.

Digitale Potentiale erschließen

„Wir brauchen eine nachhaltige Digitalisierung des Gesundheitswesens“, ist Friebertshäusers vierte Lektion. Digitalisierung müsse auch das Potential nutzen, welche die in der ePA gespeicherten Daten für die Forschung an neuen Medikamenten oder die Verbesserung des Arzneimitteleinsatzes haben. Der Datenzugang müsse daher auch für den privaten Forschungssektor mittels eines konkreten, neutralen Rahmens erschlossen werden.

Digitalisierung muss dem Patientenwohl dienen

Die Chancen der Digitalisierung sind das große Thema in der Keynote von Prof. Dr. Wolfgang Greiner. Kommunikation zwischen den Leistungserbringenden erleichtern, Wissen über telemedizinische Kanäle in den letzten Winkel der Republik bringen, Patient:innen besser in die Therapie involvieren und Daten verknüpfen, um aus ihnen lernen zu können. All das seien Ideen, die der Sachverständigenrat für Gesundheit im Kontext der Digitalisierung formuliert habe. Rechtliche Grundlagen für die Umsetzung seien gegeben, aber es bestünden Probleme, „das alles auf die Straße zu bringen“.

„Daten teilen heißt besser heilen.“ - Prof. Dr. Wolfgang Greiner

Die entscheidende Maßgabe laute: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie müsse dem Patientenwohl dienen und zwar sowohl dem Wohl einzelner Patient:innen akut, als auch dem Wohl anderer gegenwärtiger und zukünftiger Patient:innen. Zu erreichen wäre dies durch ein dynamisch lernendes Gesundheitssystem. Versorgungsdaten müssten geteilt, systematisch erfasst und genutzt werden. Aber „der Spirit dafür fehlt noch“, befindet Greiner. Register von einzelnen Datenhaltern seien nicht zielführend. Es brauche Datentreuhänder, die kuratieren und kontrollieren. Um die Potentiale der Digitalisierung für Patient:innen nutzbar zu machen, müsse zudem der Datenschutz ganzheitlicher verstanden werden, zeigt sich Greiner überzeugt. Eine Datensparsamkeit und eine Zweckbindung seien dem Patientenwohl nicht zwangsläufig zuträglich.

Podiumsdiskussion 1 – Digitalisierung für Gesundheit

Es sind noch Hürden zu nehmen, bis Digitalisierung den Versorgungsalltag nachhaltig verbessern kann.

Podiumsdiskussion 2
Podiumsdiskussion 2 – Digitale Gesundheitspolitik – Wo stehen wir in 3–5 Jahren?

Der gesetzliche Rahmen für Digitalisierung steht. Jetzt muss sie mit der richtigen Strategie in der Versorgung ankommen.