Krebs

„Mein zweites erstes Mal“ nach der Krebstherapie

04. Februar 2022

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Moni zeigt sich in eleganter Pose in einem Tanzstudio. Ihr Haar ist blond und schulterlang. Sie trägt ein schwarzes Top. Ihren Unterarm ziert ein Tattoo. Lächelnd und mit anmutig ausgestrecktem Arm präsentiert sie sich.

Eine Krebserkrankung bedeutet für Patient:innen eine Zeit des Ausnahmezustands im Leben. Was oft vergessen wird: Auch die Zeit nach der eigentlichen Therapie ist für Betroffene ein Wechselbad der Gefühle. Mit einer Kampagne möchte MSD Patient:innen in dieser Zeit unterstützen und ihr Umfeld für die schwierige Phase sensibilisieren.

Diagnose Krebs. Die Therapie ist für die Patient:innen eine Ausnahmesituation. Ist dem Krebs Einhalt geboten, können sie zurück ins Leben starten. Aber ist das so einfach? Viele Überlebende, die eine Krebserkrankung bzw. -therapie hinter sich haben, berichten, dass dieser Weg nicht leicht für sie ist. Laut der Umfrage von MSD leidet jede:r zweite der 251 befragten Patient:innen dauerhaft unter der Angst, dass der Krebs zurückkommt.

Außerdem müssen viele Lebensbereiche neu erfahren werden. Wie beim allerersten Mal: der erste Arbeitstag, der erste Urlaub, das erste Date. 38 Prozent der Teilnehmenden der Umfrage begreifen die Krebserkrankung dabei auch als eine zweite Chance. Dieses „zweite erste Mal“ hat auch Monika Klein erlebt. Sie arbeitet bei MSD und hat Darmkrebs überstanden: Monika schildert in einem der Kampagnenfilme, wie sie „zum zweiten ersten Mal“ wieder ihrer großen Leidenschaft nachging: dem Tanzen. „Ich habe die Tanzschule betreten, es war wie eine Zeitreise. Es war wie beim ersten Mal, mit Herzpochern. Ob ich das schaffe?“

Hilfsangebote für Betroffene

Der Bedarf an Informations-, Hilfe- und Therapieangeboten ist in der Zeit nach der Therapie groß. Nur 31 Prozent der Befragten fühlen sich über mögliche Hilfsangebote informiert. Jede:r Fünfte meint, dass die Unterstützung in dieser Phase schlechter ist als während der Behandlung. Auf der Landingpage zu „Mein zweites erstes Mal“ bietet MSD Informationen und Erfahrungsberichte rund um die Bereiche Beruf, Kinderwunsch, Elternrolle und Familie, Partnerschaft und Sexualität, Sport, Hobbys und Sozialleben sowie Reisen nach einer Krebsbehandlung. Ebenso informiert die Seite zu den Themen Nachsorge, Reha sowie Langzeit- bzw. Spätfolgen.

Weitere Informationen zur Kampagne „Mein zweites erstes Mal“ gibt es hier.

Ihr Kontakt

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Charlotte Gerling
Sen. Specialist Corporate Communications

+49 89 45 612 093

charlotte.gerling@msd.de

Gesundheitspolitik

WORLD NTD DAY 2022

30. Januar 2022

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Credits: vfa / B. Brundert

Am 30. Januar war Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten 2022 (World NTD Day, im Englischen „Neglected Tropical Diseases“). Als NTD werden so genannte „armutsassoziierte Krankheiten“ bezeichnet, die meist in tropischen Ländern auftreten und dort oftmals die ärmsten Teile der Bevölkerung betreffen. Dabei handelt es sich um Infektionskrankheiten, wie Dengue-Fieber, Bilharziose oder Flussblindheit, die etwa durch Bakterien, Viren, Pilze, Würmer oder Schlangenbisse verursacht werden. Ihre Bekämpfung wird vielfach durch schlechte medizinische Versorgung und Infrastruktur sowie durch fehlenden Zugang zu sauberem Trinkwasser oder mangelhafte Ernährung erschwert. Mehr als eine Milliarde Menschen leiden weltweit an diesen Erkrankungen, die Hälfte davon sind Kinder. 

Der World NTD Day ist eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und verfolgt das Ziel, Aufklärung über Vorsorge und Behandlungsmöglichkeiten in den betroffenen Ländern anzubieten und die globale Aufmerksamkeit für diese oftmals wenig beachteten Krankheiten zu erhöhen. Denn wenn NTDs eingedämmt werden können, kann auch Armut leichter bekämpft werden.

MSD engagiert sich seit Jahrzehnten in der Bekämpfung von NTDs. Ein Meilenstein ist das Mectizan Donation Program (MDP), eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen MSD, der WHO, der Taskforce for Global Health und der Weltbank. MSD hat versprochen, ein Medikament gegen Flussblindheit so lange kostenlos zur Verfügung zu stellen, bis die Erkrankung ausgerottet ist. Dabei hat MSD sein Engagement auf Lymphatische Filariose ausgeweitet, da beide Erkrankungen in bestimmten Ländern einhergehen. Einige Erfolge gibt es bereits: Für Kolumbien, Mexico, Guatemala und Ecuador wurde die Flussblindheit von der WHO bereits als eliminiert eingestuft, d. h. die Zahl der Fälle ist so niedrig, dass die Krankheit kein Problem der öffentlichen Gesundheitsversorgung mehr darstellt. Ende 2021 hat der Niger als erstes afrikanische Land bekanntgegeben, die Flussblindheit eliminiert zu haben. 2022 muss die WHO diesen Meilenstein noch bestätigen – das erforderliche Dossier dafür ist bereits eingereicht. Seit der Einführung des Mectizan Donation Program im Jahr 1987 hat das MDP jährlich mehr als 340 Millionen Menschen in 32 Ländern erreicht, mit mehr als 3,45 Milliarden Behandlungen. Damit ist es das am längsten laufende, krankheitsspezifische Arzneimittelspendenprogramm und gilt weithin als eine der erfolgreichsten öffentlich-privaten Kooperationen im Gesundheitswesen weltweit.

Hierzulande engagiert sich MSD im deutschen Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten – kurz DNTDs.  – einer Plattform mit verschiedenen Akteuren aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und der Wirtschaft, die sich gemeinsam dafür einsetzen, die Situation im Kampf gegen NTDs zu verbessern.

Ihr Kontakt

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Jens Machemehl
Manager Gesundheitspolitik

+49 17 27 443 011

jens.machemehl@msd.de

Diversity

MSD Zentrale bekommt Signet „Bayern barrierefrei“

27. Januar 2022

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Vielfalt und Inklusion standen bei der Planung der neuen MSD Zentrale im Münchner Stadtteil Berg am Laim im Fokus. Staatsministerin Carolina Trautner machte sich am 27. Januar 2022 vor Ort ein Bild, wie insbesondere das Thema Barrierefreiheit umgesetzt wurde und überreichte das Signet „Bayern barrierefrei“.

Seit Anfang November 2021 ist die Zentrale von MSD in Deutschland im Münchner Stadtteil Berg am Laim zu finden. Im Kreativ-Areal „Die Macherei“ wurden auf 8.500 m2 neue Arbeitsflächen gestaltet, bei deren Planung Inklusion eine ganz wesentliche Rolle spielte. Die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Carolina Trautner, besuchte die MSD Zentrale am 27. Januar 2022, um sich ein Bild zu machen und sich über Konzepte für Barrierefreiheit für Bayern auszutauschen. MSD hat sich außerdem für das Signet „Bayern barrierefrei“ beworben und anlässlich des Besuchs von Frau Trautner überreicht bekommen.

„Diverse Teams sind erfolgreicher, deshalb stellen wir bei MSD das Potential jedes Menschen in den Mittelpunkt und fördern Teams, die eine Vielfalt an Perspektiven mitbringen“, erklärt Chantal Friebertshäuser, Geschäftsführerin von MSD in Deutschland. „Unser Ziel ist es eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der sich alle Mitarbeiter:innen entfalten können.“ Das Gebäude wurde weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus barrierearm gestaltet. Das gilt nicht nur für die Architektur, sondern in jeglichen Belangen des Arbeitsalltags: Informationen sind im gesamten Gebäude auf Deutsch und Englisch angebracht, es gibt einen Eltern-Kind- und einen Gebetsraum sowie diskriminierungsfreie Toiletten für alle Geschlechter.

Wie MSD darüber hinaus Verantwortung übernimmt, erfahrt ihr hier.

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Charlotte Gerling
Sen. Specialist Corporate Communications

+49 89 45 612 093

charlotte.gerling@msd.de

Forschung

#einfacherklärt: Was ist Pharmakovigilanz?

24. Januar 2022

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Im Vordergrund halten zwei Hände einen Medikamentenspender für eine Woche. Das Fach für Mittwoch ist geöffnet und eine Tablette wird entnommen. Im Hintergrund ist unscharf der Körper der Frau zu sehen, zu der die Hände gehören.

Wenn von Impfstoffen und Arzneimitteln die Rede ist, wird oft über Pharmakovigilanz – zu Deutsch Arzneimittelsicherheit – gesprochen. Aber was genau ist das und wie funktioniert der Prozess dahinter? Wir haben Guy Demol, Experte für Arzneimittelsicherheit bei MSD, dazu befragt.

Lieber Guy, was genau ist Pharmakovigilanz?

Arzneimittel und Impfstoffe haben die Prävention und Behandlung von Krankheiten verändert. Insbesondere Impfstoffe haben dazu beigetragen, dass potenziell schwerwiegende oder sogar tödliche Infektionskrankheiten entweder fast ausgerottet (z. B. Poliomyelitis, auch bekannt als Kinderlähmung) oder stark reduziert (z. B. Masern) werden konnten. Doch neben ihrem Nutzen können Arzneimittel und Impfstoffe auch Nebenwirkungen – auch unerwünschte Wirkungen genannt – haben.

Pharmakovigilanz ist die Wissenschaft bzw. sind die Aktivitäten zur Erkennung, Bewertung, zum Verständnis und zur Vorbeugung von unerwünschten Wirkungen oder anderen Problemen im Zusammenhang mit Arzneimitteln.

Alle Impfstoffe – oder jedes andere Arzneimittel – werden in klinischen Studien streng auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit geprüft, bevor sie von Gesundheitsbehörden wie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zur Verwendung zugelassen werden. Obwohl Impfstoffe in der Regel an Tausenden von Personen untersucht werden, bevor eine solche Zulassung erfolgt, können einige Nebenwirkungen sehr selten sein und daher in klinischen Studien nicht entdeckt werden. Sie treten erst dann auf, wenn Millionen von Menschen geimpft werden. Über die Pharmakovigilanz wird die Sicherheit von Impfstoffen überwacht, während sie in der klinischen Routine verwendet werden, und sie ermöglicht es, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um jedes festgestellte Risiko zu minimieren.

Wie funktioniert der Prozess der Arzneimittelsicherheit?

Sowohl die Pharmaunternehmen als auch die Gesundheitsbehörden verfügen über umfassende Systeme zur Sicherheitsüberwachung und zum Risikomanagement. Diese Systeme stellen sicher, dass Gesundheitsdienstleister und Impflinge oder Patienten mögliche Nebenwirkungen entweder telefonisch oder auf anderem elektronischem Wege melden können. Zusätzlich zu solchen spontan gemeldeten möglichen Nebenwirkungen werden für viele (neue) Impfstoffe nach der Zulassung groß angelegte Studien durchgeführt. Dies ermöglicht eine weitere systematische Untersuchung der Sicherheit in einer großen Population unter realen Bedingungen.

Alle Berichte aus diesen verschiedenen Quellen werden in Datenbanken gesammelt, geprüft und einzeln und in ihrer Gesamtheit bewertet. Zeigen sich bei solchen Analysen ungewöhnliche Wirkungen, schauen die Experten noch genauer hin. Dies kann dazu führen, dass notwendige Maßnahmen eingeleitet werden, z. B. die Information von Ärzten und Patienten über Risikofaktoren für bestimmte Nebenwirkungen oder die Änderung der Art und Weise, wie und für wen das Medikament verschrieben oder der Impfstoff verabreicht wird.

Viele klare und zuverlässige Informationen zur Pharmakovigilanz gibt es auf der Website der EMA und von Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens wie der WHO.

Und wie sind die Pharmaunternehmen in die Pharmakovigilanz eingebunden?

Pharmazeutische Unternehmen verfügen über eine große Anzahl von Sicherheitsdaten zu ihren Produkten. Ursprünglich stammen diese Daten aus den klinischen Studien, die zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit des Arzneimittels durchgeführt werden. Diese Studien bilden in der Regel die Grundlage für die Gesundheitsbehörden, um das Produkt für den Einsatz in größerem Maßstab zuzulassen. Diese Daten werden auch nach der Zulassung des Arzneimittels kontinuierlich ergänzt. Die Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, ein umfassendes System zur Sicherheitsüberwachung und zum Risikomanagement einzurichten. Ein solches System wird von geschultem Fachpersonal in den Ländern und in der Zentrale betrieben. Dadurch wird sichergestellt, dass Gesundheitsdienstleister und Patienten oder Impflinge mögliche Nebenwirkungen in ihrer eigenen Sprache melden können. Diese Meldungen und die Meldungen aus groß angelegten Studien, die nach der Zulassung des Produkts durchgeführt werden, werden gesammelt, analysiert und den Gesundheitsbehörden rasch gemeldet. Auf der Grundlage dieser Analysen leiten die Unternehmen in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden die erforderlichen Maßnahmen zur Risikominimierung ein.

Wie wird sichergestellt, dass alle Nebenwirkungen gemeldet werden?

In der Packungsbeilage finden Sie Kontaktinformationen, um mögliche Nebenwirkungen zu melden. Auch auf den Websites der Pharmaunternehmen und Gesundheitsbehörden finden sich entsprechende Informationen. In mehreren Ländern werden benutzerfreundliche Apps eingesetzt, um die Meldung mit einem Smartphone zu erleichtern. Mit all diesen Mitteln wird die spontane Meldung möglicher Nebenwirkungen gefördert.

Wie haben Innovationen die Pharmakovigilanz verbessert?

Im Laufe der Jahre haben verschiedene Neuheiten die Arzneimittelsicherheit verbessert: einerseits technologische und methodische Innovationen und andererseits Verbesserungen der rechtlichen Anforderungen und der von Gesundheitsbehörden und öffentlichen Gesundheitsorganisationen herausgegebenen Leitlinien. Technologische Innovationen sind beispielsweise Apps für mobile Geräte, die eine schnelle und einfache Meldung von Nebenwirkungen ermöglichen. Im Laufe der Jahre haben sich auch neue methodische Aspekte der Datenanalyse (z. B. statistische Methoden) und innovative Studiendesigns zur Durchführung von Real-Life-Studien entwickelt.

Die Nutzung von Daten, die zu anderen Zwecken erfasst wurden (manchmal auch als „Big Data“ bezeichnet, z. B. Register von Patienten mit einer bestimmten Krankheit oder Krankenversicherungsdaten), hat Mittel zur Untersuchung der Sicherheitsprofile von Arzneimitteln und Impfstoffen bereitgestellt. Und schließlich hat auch die Einführung einer soliden Rechtsgrundlage und detaillierter Leitlinien durch nationale und supranationale (EU-) Behörden dazu beigetragen, die Pharmakovigilanz voranzubringen.

Guy Demol

Guy Demol

Was wir als MSD in Deutschland außerdem für die Patientensicherheit tun, erfahrt ihr hier.

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Charlotte Gerling
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Impfen

#Impfungen: Die Routine macht’s!

17.01.2022

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Kleiner Junge sitzt auf der Liege beim Arzt und lacht diesen an. Der Arzt ist zum Kind gewandt und desinfiziert mit einem Wattepad den Oberarm

Derzeit wird die COVID-Impfung viel diskutiert. Sie ist enorm wichtig – reicht aber allein nicht zur Gesundheitsvorsorge aus. 2021 wies das Robert Koch-Institut (RKI) darauf hin, dass viele Impfquoten für die Standardimpfungen nicht erreicht werden.

Worin ist der Landkreis Darmstadt (Hessen) mit 95% Spitzenreiter? Bei der Masernimpfung! Er ist damit bundesweit der einzige Landkreis, der die geforderte Impfquote für die erste Masernimpfung bei Kindern bis 15 Monaten erreicht. Der Landkreis in Deutschland mit der niedrigsten Impfquote gegen Masern erreichte dagegen lediglich 61,5%. Gute Nachrichten gibt es dagegen bei den Impfungen gegen Diphterie, Tetanus, Pertussis, Polio und Hib: Zur Einschulung sind meist weit über 90% der Kinder geimpft.

Doch warum sind Routineimpfungen so wichtig? Neben dem Schutz für die geimpfte Person, ist ihre erworbene Immunität auch für den Rest der Gesellschaft wertvoll; denn sie kann die Krankheit in der Regel nicht mehr weiterverbreiten. So werden auch die Menschen geschützt, die sich (noch) nicht impfen lassen können, wie Babys oder immungeschwächte Menschen – die sogenannte Herdenimmunität. Und wenn sich genügend Menschen impfen lassen, kann der Gemeinschaftsschutz dazu führen, dass eine Krankheit sogar vollständig ausgerottet werden kann. Bei Impfungen gilt also auch das bekannte Musketierprinzip: Einer für alle, alle für einen!

Den aktuellen Impfkalender mit den Empfehlungen der STIKO für Kinder und Erwachsene gibt es auf der Webseite des RKI zum Download. Wie der Gemeinschaftsschutz einer Impfung funktioniert, kann man selbst in einer Simulation von RKI und der Humboldt Universität zu Berlin ausprobieren.

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Workshop 6

ePA – Was kann sie und was noch nicht?

Die ePA kann zur Drehscheibe der Digitalisierung im Gesundheitswesen werden. Dazu müssen jetzt die Schnittstellen zu anderen Anwendungen und den Systemen der Leistungserbringer geschaffen werden. Maßgebend um dabei für Mehrwert zu sorgen, ist die Frage nach Zweck und Ziel.

ePA muss Drehscheibe für Gesundheitsdaten werden

Siebzehn lange Jahre dauert die Diskussion um die elektronische Patientenakte an. Dass sie nun nach angedrohten Sanktionen in Richtung Krankenkassen kommt, ist gut. Trotz offensichtlichen Verbesserungsbedarfs wird die ePA den Weg in ein digitalisiertes Gesundheitswesen ebnen. Nachdem die Technik steht, muss erprobt werden, wie die ePA zu nutzen ist und welchen Mehrwert sie stiften kann. Wenn sie gleichermaßen patientenzentriert, wie forschungs-kompatibel ausgebaut und verknüpfbar mit anderen digitalen Anwendungen und Dokumentationen wird, kann eine Versorgungsplattform für Gesundheitsdaten entstehen. Und die ePA wird dann einen echten Beitrag zur optimierten Versorgung der Menschen und zur Verbesserung der medizinischen Forschung leisten können.

Funktion und Nutzen noch nicht überzeugend

Weil niemand ein richtiges Bild von ihr hatte, habe sich die an Multipler Sklerose erkrankte Birgit Bauer die ePA schon lange für das Management und Teilen ihrer Daten gewünscht. Der Zugang sei dann aber schwer, die Erläuterungen zur Funktionsweise dürftig und die Handhabbarkeit kompliziert gewesen. Auch der Nutzen überzeuge sie noch nicht, äußert Bauer.

„Die ePA kann Menschen, die mit chronischen Erkrankungen leben, dabei unterstützen, Daten effizient zu teilen und damit bessere Versorgung und Lebensqualität zu schaffen. Wir müssen jedoch daran arbeiten, Vertrauen zu schaffen und das Bewusstsein dafür zu fördern, damit Menschen digitale Lösungen auch sinnvoll nutzen.“ – Birgit Bauer

Den derzeit noch begrenzten Mehrwert der ePA begründet Christian Klose damit, dass zunächst der analoge Prozess nur digitalisiert werde. Das sei auch nicht schlimm, da dennoch zuvor nicht vorhandene Informationen entstehen würden. Hinsichtlich der User Experience sei das Ziel aber längst nicht erreicht.

Nächsten Schritt der Digitalisierung gehen

„Eine ganz neue Welt der Kommunikation“ werde aber ab 2022 möglich, wenn mit strukturierten Daten gearbeitet würde, verspricht Klose. Dies biete für die Forschung die Möglichkeit Künstliche Intelligenz und Big Data anzuwenden. Zielbild sei eine patient:innenzentrierte, forschungskompatible Patientenakte, die durch den Anschluss weiterer Angebote, wie z.B. DIGAs zur Drehscheibe werde. Noch sei jedoch viel Überzeugungsarbeit notwendig, damit die Daten aus der Praxis tatsächlich in die ePA und aus anderen Anwendungen zu den Leistungserbringenden kommen. Zum einen sei die ePA freiwillig und zum anderen hätten die Patient:innen die Entscheidungsgewalt, für wen sie welche Informationen freigeben.

Nebeneinanderstehende Dokumente vernetzen

Dass zukünftig mehrere Dokumentationen nebeneinanderstehen werden, erscheint für Erik Bodendieck klar. Daran werde man sich gewöhnen. Die ePA sei eine patient:innengeführte Akte mit Zugriffsrechten und Behandelnde wüssten nicht, ob sie alle verfügbaren Informationen einsehen könnten. In der dritten oder vierten Ausbaustufe der Vernetzung werde aber vermutlich ein Dokumentenaustausch zwischen den Leistungserbringenden erfolgen, Kommunikation untereinander stattfinden und Patient:innen Daten verwalten können.

„Digitale Anwendungen greifen maßgeblich in Arbeitsabläufe und Strukturen sowie in das Arzt-Patienten-Verhältnis und damit in unsere Gesellschaft ein. Dabei handelt es sich immer um Entwicklungen, welche niemals von der ersten Minute an perfekt funktionieren, sondern die sich weiterentwickeln oder „lernen“. Dazu bedarf es Geduld, Verständnis und Umdenken.“ – Erik Bodendiek

Geteilte ePA-Daten schaffen Mehrwert

Positiv bezeichnet Bodendieck, dass ab 2022 sogenannte MIOs (z.B. Impfausweis oder Mutterpass) und ab 2023 auch Labordaten und Krankenhaus-Entlassbriefe in die ePA eingebunden werden sollen. Wenn diese wichtigen Daten dann auch von den Patient:innen geteilt werden, könne dies Forschung und Versorgung voranbringen. Dann ließe sich laut Bodendieck auch ein Mehrwert für die Patient:innen daraus ziehen. Den Nutzen zu kommunizieren und über die Funktionsweise der ePA aufzuklären sei seiner Ansicht nach Pflicht der Krankenkassen. So könne für die Verbreitung eines hilfreichen Tools gesorgt werden. Mehr als die Hälfte des Publikums war jedoch der Überzeugung, dass bis Ende des Jahres 2022 weniger als 10 % der Versicherten die ePA aktiv nutzen werden. Nichtsdestotrotz zeigte die Wordcloud einer weiteren Befragung, dass Veränderungen, wie die einer verbesserten Vernetzung oder einer Steigerung der Patient:innensicherheit, für Zuschauer:innen von größter Bedeutung sind. Die Ergebnisse der Publikumsbefragung finden Sie in der nachfolgenden Abbildung.

Referenten

Portarit Birgit Bauer

Birgit Bauer

Manufaktur für Antworten UG | Moderation

Portrait Erik Bodendieck

Erik Bodendieck

Bundesärztekammer | Referent

Portrait Christian Klose

Christian Klose

Bundesministerium für Gesundheit | Referent

11. MSD Gesundheitsforum 2021 Beginnende Moderation
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Die Pandemie hat aufgedeckt, wo Gesundheitsversorgung besser werden muss. Jetzt sind die Konsequenzen zu ziehen.

Podiumsdiskussion 1 – Digitalisierung für Gesundheit

Es sind noch Hürden zu nehmen, bis Digitalisierung den Versorgungsalltag nachhaltig verbessern kann.

Diskussionsrunde mit Prof. Dr. Claudia Wöhler, Matthias Blum und Dr. Albrecht Kloepfer
Workshop 5

Krankenhauszukunftsgesetz – digitaler Graben zwischen ambulant und stationär?

Die Politik hat die Sektorengrenzen im SGB V manifestiert. Digitalisierung beschränkte sich zumeist auf Teilbereiche. Nun soll ein vernetztes, patientenorientiertes Gesundheitssystem entstehen. Die Erwartungen an das KHZG sind groß. Aber bereits jetzt sind Nachbesserungen des Gesetzes absehbar.

KHZG noch nicht am Ziel

Ein richtig gutes Zeugnis bekommt Deutschland für die Digitalisierung im Gesundheitswesen nicht. Auch zahlreiche Gesetze reichten bislang nicht, um im internationalen Vergleich besser da zu stehen. Nach wie vor mangelt es an der Vernetzung von ambulantem und stationären Sektor. Während in anderen Ländern Krankenhäuser viele ambulante Leistungen übernehmen, sind sie hierzulande weitgehend den niedergelassenen Leistungserbringenden vorbehalten. Und ambulant vor stationär galt lange auch bei den Digitalisierungsbestrebungen des BMG. Nun soll das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) Lücken schließen, kann aber aus jetziger Sicht nur ein Impuls auf dem Weg in eine integrierte, patient:innenorientierte Versorgung sein.

Politik muss rechtliche Grundlagen richten

Die Trennung zwischen ambulant und stationär ist im SGB V manifestiert, sagt Dr. Albrecht Kloepfer. Darin würden die Sektoren nicht als Versorgungseinheit gedacht.

Portrait Dr. Albrecht Kloepfer

„Die Politik selbst muss anfangen, ambulant und stationär als Versorgungseinheit zu denken. Sie hat offensichtlich noch nicht gemerkt, dass die gesamten rechtlichen Grundlagen des SGB V nicht stimmen.“

Dr. Albrecht Kloepfer, iX-Institut | Moderation

Entsprechend groß ist der Graben, den das KHZG schließen soll. Dazu fehlten den Akteur:innen bislang die Investitionsmittel. Die bringt nur das neue Gesetz. Viel Geld, das „Erziehungsmittel für Erwachsene“, sei nun laut Matthias Blum abrufbar, um die schwach ausgeprägte intersektorale Vernetzung auszubauen. Um den Graben zwischen ambulant und stationär zu schließen, werden Projekte zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur in den Kliniken und zu deren Verknüpfung mit vor- und nachgelagerten Leistungserbringenden gefördert.

Fördermittel kitten die Schlucht zwischen den Sektoren

Durch die Förderung des KHZG sei es nur noch ein Spalt zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und keine Schlucht mehr, urteilt Blum. Noch seien vielfach die Patient:innen Treiber der Kommunikation und agierten als Kommunikationsbrücke. Deshalb gelte es vorhandene Medienbrüche in der intersektoralen Vernetzung unter zwingender Verbesserung der IT-Sicherheit zu beheben. Nach 2024 sei das KHZG dann weiterzuentwickeln und zu modifizieren, um auf geschaffene digitale Strukturen aufbauen zu können, so Blum.

In den Augen von Prof. Dr. Claudia Wöhler existiert der Graben zwischen den Sektoren weitgehend unverändert. Ihr sei es ein Rätsel, wieso Deutschland bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich so viel Nachholbedarf habe.

Guter Impuls für intersektorale Vernetzung

Jahrelang seien die Länder ihrer Investitionspflicht nicht nachgekommen, sodass Krankenhäuser nicht die notwendigen Kapazitäten hatten, um Know-how im Bereich Digitalisierung aufzubauen. Nun müsse mithilfe des KHZG die Basis geschaffen und die Aufbau- sowie Ablauforganisation innerhalb der Krankenhäuser verbessert werden, fordert Wöhler. „Die Digitalisierung ist als Fundament für eine reibungslose Versorgung der Menschen zu sehen“, konstatiert sie. Digitalisierung könne Effizienz und Effektivität steigern sowie als Katalysator für eine sektorenübergreifende Versorgung fungieren. Das KHZG liefere hier einen guten Impuls.

„Die Investition in Digitalisierung ist ein notwendiger Schritt, um die Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung voranzutreiben. Eine bedarfsorientierte und zielgerichtete Förderung ist dabei zwingend erforderlich.“ – Prof. Dr. Claudia Wöhler

Eine Förderung nach dem Gießkannenprinzip dürfe es aber nicht geben. Vielmehr müsse es eine patient:innen- und bedarfsorientierte Krankenhausplanung geben, mit einer gezielten Förderung weiterführender Digitalisierungsmaßnahmen. Auch einige Zuschauer:innen schreiben dem KHZG Chancen in Bezug auf eine bessere Verzahnung beider Sektoren zu, darunter eine erhöhte Patient:innensicherheit, weniger Doppeluntersuchungen und eine insgesamt effizientere Versorgung. Andere Zuschauer:innen assoziieren mit dem KHZG hingegen nur geringe oder keine positiven Impulse in Bezug auf die sektorenübergreifende Versorgung. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Wordcloud dargestellt.

Nachbesserungen für höhere Versorgungsqualität

Eine echte Öffnung für ambulante Leistungen in Krankenhäusern mit Klärung der ambulanten klinischen Vergütung fordert Blum. Zudem wies er darauf hin, dass die ePA in der jetzigen Version keine sichere Kommunikation zwischen Ärzt:innen zulasse, da die Patientin oder der Patient entsprechend seinem Wunsch ärztliche Befunde entfernen könne. Die von professionellen Leistungserbringenden erstellte EFA beinhalte diese Funktion und es sei daher wünschenswert, dass diese Funktion auch Teil der ePA werde. Neben der Kommunikation und Kooperation der Leistungserbringenden, u.a. auf Basis der ePA, forderte Wöhler eine umfassende Qualitätsorientierung im Gesundheitswesen.

Referenten

Portrait Dr. Albrecht Kloepfer

Dr. Albrecht Kloepfer

iX-Institut | Moderation

Portrait Matthias Blum

Matthias Blum

Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen | Referent

Portrait Prof. Dr. Claudia Wöhler

Prof. Dr. Claudia Wöhler

Landesgeschäftsführerin der BARMER in Bayern | Referentin

11. MSD Gesundheitsforum 2021 Beginnende Moderation
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Die Pandemie hat aufgedeckt, wo Gesundheitsversorgung besser werden muss. Jetzt sind die Konsequenzen zu ziehen.

ePA – Was kann sie und was noch nicht?

Es ist gut, dass die ePA jetzt da ist. Aber beim Mehrwert und der User Experience hat sie noch Verbesserungspotential.

Mark Kuypers und Claudia Beckmann in Diskussion
Workshop 4

Digitalisierung in Praxen – Rolle der KVen und Arztnetze

Durch die Arztpraxen vor Ort muss die Digitalisierung in der Versorgung ankommen. Dafür ist viel finanzieller und zeitlicher Aufwand nötig. Allein müssen die niedergelassenen Mediziner die Umsetzung nicht bewältigen. KVen und Ärztenetze stehen als Partner:innen bereit.

Gemeinsam Wege aus dem Digitalisierungsdschungel finden

Allein durch innovative Gesetze wird das Gesundheitswesen nicht digital. Entscheidend ist, dass in den Praxen vor Ort die nötige Technik aufgebaut wird, um bspw. die elektronische Patientenakte und eine sektorenübergreifende Kommunikation auf die Beine zu stellen. Für niedergelassene Mediziner:innen ist Digitalisierung jedoch zuerst mit viel Aufwand verbunden und ihr Nutzen erscheint abstrakt. Für ein Umdenken setzen sich die KVen und etablierte Arztnetze ein. Sie sind Partner:innen für Innovationen, machen deren Mehrwert erlebbar und unterstützen Praxen bei der konkreten Umsetzung von Digitalisierungsprojekten.

„Die Arztpraxen dürfen nicht mit der Verantwortung für die Digitalisierung im Gesundheitswesen allein gelassen werden!“ – Claudia Beckmann

Digitalisierung für Praxen erlebbar machen

Aus dem „Digitalisierungsdschungel“ will Diane Weber die niedergelassenen Ärzt:innen herausführen. Dazu wende sie in der KV Westfalen-Lippe das Prinzip „Digitalisierung erleben und verstehen“ an. Mediziner:innen und deren MFAs ermögliche die Technologieausstellung „dipraxis“ einerseits Weiterbildungen. Andererseits diene sie auch als Orientierungshilfe und gebe einen Überblick über Technologien. An PC-Arbeitsplätzen könnten ganze Praxisteams verschiedene Software-Anwendungen testen und würden unabhängige Beratung für die Auswahlentscheidung bekommen. Die ständigen Ausstellungsinhalte der dipraxis umfassen laut Weber Praxismanagement, Behandlungsunterstützung, Telemedizin, eAkten und Telematikinfrastruktur (TI)-Anwendungen.

Versorgung reflektieren und weiterdenken

„Wie digital sind Sie?“ sei die erste Frage, der sich die Praxisteams beim Digitalisierungstest in der dipraxis stellen müssten. Ein individueller Ergebnisbericht gäbe Antwort darauf, so Weber. Zusätzlich seien konkrete Handlungsempfehlungen für die Umsetzung in Digitalisierungsstrategien herunterzuladen. Die KVWL verstehe sich als Partner:in für die Digitalisierung und für Innovationen generell, erklärt Weber und ruft „alle Player im System“ auf, die Versorgungssituation vor Ort „zu reflektieren und weiterzudenken“. In zahlreichen Innovationsfondsprojekten der KVWL gehe es laut Weber genau darum.

Digitalisierung schafft Mehrwert – und mehr Aufwand

Mark Kuypers zeigt sich realistisch mit der Aussage, dass Digitalisierung zwar Mehrwert bietet, aber zugleich auch mehr Aufwand bedeutet.

„Digitalisierung in Arztpraxen – eine steigende Anforderung und stete Herausforderung des Alltags.“ – Mark Kuypers

Schnellere Prozesse, sicherere Kommunikation, aktuellere Daten, mehr Informationen, Steigerung der interdisziplinären Zusammenarbeit und Optimierung der Behandlung seien die Benefits. Aber nur, wenn Arztpraxen stetig finanziell in Hard- und Software sowie in EDV-Dienstleistungen investieren und Zeit für Vorbereitung, Organisation und Umsetzung aufbrächten, werde der Mehrwert spürbar. In diesem Kontext fordert er realistische Zeitpläne durch die Politik, realisierbare Vorgaben für die EDV-Hersteller und Praxen zur Umsetzung, um die Digitalisierung vor Ort zu erleichtern.

Gemeinsam besser aufgestellt

In Arztnetzen sieht Kuypers eine gute Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen. Er selbst ist als Geschäftsführer kaufmännisch verantwortlich für das Ärztenetzwerk solimed in Solingen. Dieses betreibt seit gut 14 Jahren eine digitale Vernetzung zwischen den Mitgliedern der Haus- und Fachärzteschaft sowie den drei ansässigen Kliniken. Heute seien alle dankbar für die Unterstützung durch das Arztnetz und rund 26.000 Patient:innen nutzen die ePA von solimed, so Kuypers. Auf dem Weg dahin hätten die Praxen diverse Anforderungen im Bereich Digitalisierung erfüllen müssen, immer verbunden mit Abstimmungsbedarf z.B. wegen einer Vielzahl von am Markt angebotenen PVS-Systemen, führt er aus. Dass man es geschafft habe, sich auf ein einheitliches System zu einigen, bringe großen Mehrwert für die Zusammenarbeit. Das Netzmanagement entlaste und unterstütze die Praxen und das Netzbüro diene ihnen als Servicestelle u.a. durch Informationsbereitstellung bzgl. Neuerungen und Terminen, Förderung des kollegialen Austauschs bei der Einführung von TI-Modulen und Hilfe durch sehr enge Kooperation mit dem EDV-Support.

Mit zwei Fragen an die Zuschauer:innen der Veranstaltung wurde die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung noch einmal aus einer allgemeineren Perspektive betrachtet und diskutiert. Bei der Frage, welches Element der Digitalisierung das wichtigste sei, sprach sich knapp die Hälfte für die digitale Patientenakte aus, immerhin rund ein Viertel für den digitalen Arztbriefversand. Als größtes Potenzial der Digitalisierung nannten die Zuschauer:innen die sektorenübergreifende Versorgung und Vernetzung, Zeit- und Kostenersparnisse, die Reduktion von Fehlern sowie die Stärkung der Patient:innen. Die Ergebnisse der Publikumsbefragung finden Sie in den nachfolgenden Abbildungen.

Referenten

Portrait Claudia Beckmann

Claudia Beckmann

Netzarbeit | Moderation

Portrait Mark Kuypers

Mark Kuypers

Solimed – Unternehmen Gesundheit | Referent

Portrait Diane Weber

Diane Weber

KV Westfalen-Lippe | Referentin

11. MSD Gesundheitsforum 2021 Beginnende Moderation
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Die Pandemie hat aufgedeckt, wo Gesundheitsversorgung besser werden muss. Jetzt sind die Konsequenzen zu ziehen.

Krankenhauszukunftsgesetz – digitaler Graben zwischen ambulant und stationär?

Das KHZG soll den Graben zwischen ambulant und stationär mit viel Geld stopfen. Aber wie werden die Mittel am sinnvollsten verteilt?

Workshop 3

Real World Evidence – Bedeutung und Chancen für die Arzneimittelentwicklung?

Die Bedeutung von Real World Evidence zeigt der Blick auf Israel während der Pandemie. Sie bietet Chancen die Versorgung in allen Bereichen besser und sicherer zu machen. Aber noch sind nicht alle Voraussetzungen hinsichtlich erforderlicher Daten und deren Verknüpfung gegeben.

Real World Evidence ist Schlüssel zu besserer Versorgung

Während der Pandemie blickt die Welt auf Israel, um Erkenntnisse über die Wirkung des mRNA-Vakzins zu gewinnen. Damit manifestiert sich die Relevanz von Real World Evidence (RWE) nicht nur in Expert:innenkreisen. Für alle nachvollziehbar wirken sich gewonnene Erkenntnisse aus der groß angelegten Impfkampagne zeitnah auf Zulassung und Empfehlung durch EMA bzw. STIKO aus. Entsprechend prognostiziert die Hälfte des online befragten MSD-Gesundheitsforum-Publikums, dass in fünf Jahren rund ein Drittel der Zulassungsstudien auf Basis von RWE gemessene Endpunkte enthalten werden. Voraussetzung dafür wird es sein, mehr Daten verfügbar zu machen.

„Wir sollten jetzt die richtigen Weichen stellen, um Real World Data und daraus gewonnene Evidenz für die Arzneimittelentwicklung und -versorgung zum Wohle aller nutzen zu können.“ – Dr. Anne Sophie Geier

RWE sichert Zulassung hochpreisiger Arzneimittel

Prof. Dr. Wolfgang Greiner betont, wie wichtig das Teilen von Daten für anwendungsbezogene Zulassungsstudien sei. Gerade für die Erforschung sehr hochpreisiger Arzneimittel würde vielfach eine frühe Zulassung angestrebt trotz unreifer Evidenz.

„Die zunehmende frühe Zulassung hochpreisiger neuartiger Arzneimitteltherapien erfordert neben weiteren klinischen Studien auch mehr Informationen direkt aus der Versorgung, in Zukunft möglichst direkt aus der elektronischen Patientenakte.“ – Prof. Dr. Wolfgang Greiner

Für bessere Evidenz bei schnellen Zulassungen brauche es Daten aus dem Behandlungsalltag der Patient:innen. Im besten Fall seien Daten aus der elektronischen Patientenakte verfügbar. Denn sie führe alle Informationen über einen Menschen zusammen, der bspw. nicht nur Krebspatient:in ist.

Systematische Register für Real World Data aufbauen

Keine „Science Fiction“ sei die „Generierung versorgungsnaher Daten und deren Auswertung zum Zwecke der Nutzenbewertung von Arzneimitteln“, so Greiner. Tatsächlich gäbe es für kleinere Populationen krankheits-, produkt- und prozedurbezogene Register, aber noch kein Meta-Register, das Aufschluss über fehlende und vorhandene Register sowie Umfang und Datenqualität liefere. Möglicherweise sei aus Sicht Greiners zukünftig ein Forschungsdatenzentrum erforderlich, welches die Einbeziehung versorgungsnaher Daten für die Nutzenbewertung und Preisbildung verantwortet. Wünschenswert sei, dass vorhandene Registerdaten mit Abrechnungs-, Struktur- und Leistungsdaten und Daten aus der elektronische Patientenakte zentral verlinkt würden.

Fallstricke bei der Verlinkung von Daten überwinden

Auf der Metaebene klinge Verlinkung leichter als sie letztlich sei, merkt Dr. Ursula Marschall an. Kassendaten seien grundsätzlich geeignet der Versorgungsforschung zu dienen, da sie sektorübergreifend, bundesweit und über mehrere Jahre vorlägen. Auf dem Weg hin zu einem gemeinsamen GKV-Forschungsdatensatz gäbe es aber Fallstricke, die die Zusammenführung von Daten erschweren. Diese müssen mitdiskutiert werden, wenn man für mehr RWE sorgen wolle, so Marschall.

Portrait Dr. Ursula Marschall

„In Krankenkassendaten können sektorenübergreifende Krankheitsverläufe dargestellt werden. Allerdings steckt hier der Teufel im Detail. Für Analysen braucht es interdisziplinäres Teamwork. Die Zusammenführung verschiedener Datenquellen ist momentan eine Herausforderung, die nicht so einfach gelöst werden kann.“

Dr. Ursula Marschall, BARMER | Referentin

Daten zusammenführen und für alle nutzbar machen

Die Behandlung von Patient:innen erzeugt zahlreiche Daten mit unterschiedlichen, nicht kompatiblen Formaten. Zudem verwaltet jede gesetzliche Krankenkasse ihre eigenen Daten. Abrechnungsdaten folgen der Logik der Abrechnung und bilden ohne eine Verlinkung mit medizinischen Daten die Versorgungsrealität nicht ab. Insofern sind aus Krankenkassen-Daten nur administrative Prävalenzen für Erkrankungen erkennbar, so Marschall. Erschwert sei die Nutzung der Daten zudem dadurch, dass sie nach einer Frist gelöscht bzw. für die weitere Verwendung anonymisiert werden. Ihre Kasse behelfe sich mit einer Wissenschafts-Data-Warehouse-Lösung um Versorgungsforschung zu betreiben. Jedoch könnten die Daten diese Umgebung nicht verlassen. Wie diese Daten zukünftig für mehr RWE mit anderen zusammengeführt werden, sei jetzt zu klären, sagt Marschall.

Referenten

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Dr. Anne Sophie Geier

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Prof. Dr. Wolfgang Greiner

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Dr. Ursula Marschall

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Digitalisierung in Praxen – Rolle der KVen und Arztnetze

Schritt halten mit der Digitalisierung ist für Arztpraxen eine Herausforderung. KVen und Ärztenetze bieten Hilfe.

Diskussionsrunde mit Dr. Thomas Elter, Joachim Henkel und Dr. Henrik Matthies
Workshop 2

DiGAs – Mehrwert in der Versorgung oder nur eine nette Spielerei?

Zulassung und Vergütung von DIGAs wurden zügig auf den Weg gebracht. Jetzt ist Ärzt:innen und Patient:innen das Nutzenpotential der Gesundheits-Apps zu verdeutlichen, um stärkere Nachfrage zu generieren. Dazu müssen gängige Evidenzbewertungen auf den Prüfstand.

Gesundheits-Apps sind mutige und nützliche Innovation

Mit den Digitalen Gesundheitsanwendungen hat das Bundesgesundheitsministerium in kurzer Zeit eine echte Innovation in das regulierte Gesundheitssystem gebracht. Ihr Mehrwert für die Versorgung wird nun von der zunehmenden Akzeptanz im Versorgungsalltag sowie von ihrer Evidenz abhängen. Ein Überdenken von Studiendesigns zur Nutzenbewertung der DIGAs könnte bewirken, dass mehr Ärzt:innen und Patient:innen DIGAs als sinnvolle Therapiemöglichkeit erkennen.

Portrait Dr. Henrik Matthies

„Durch DiGA kommen endlich qualifizierte, innovative digitale Lösungen auch in den Alltag der Patient:innen. Und das gesamte Gesundheitswesen lernt mit, wie wir in Zukunft Performance-basiert Leistungen vergüten können. Zudem stehen Dank DiGA qualifizierte Real World Data zur Verfügung, ein Datenschatz für das gesamte Gesundheitswesen.“

Dr. Henrik Matthies, Health Innovation Hub | Moderator

Vorgehensweise war richtig

Der Start des DIGA-Fast Tracks war der richtige Weg, um innovative Angebote zügig im Versorgungsalltag zu etablieren. Dies unterstreicht Dr. Henrik Matthies mit seiner Zwischenbilanz, die er nach zwölf Monaten anhand von zehn KPIs zieht. Dass Deutschland sich mit zwanzig Ländern über die DIGA-Einführung austausche, belege den Erfolg der Fast-Track-Regelungen. Ohne sie wären aktuell nur wenige DIGAs verzeichnet und viele sinnvolle Lösungen blieben ungenutzt. Jetzt umfasse das Verzeichnis neben fünf endgültig zugelassenen fünfzehn weitere DIGAs. Für diese könnten Wirksamkeitsnachweise zur endgültigen Aufnahme nachgereicht werden. Nachteile für die Patient:innen habe dies laut Matthies auch dann nicht, wenn positive Versorgungseffekte nicht nachweisbar seien. Schon allein die durch DIGAs erzeugten Daten seien ein Gewinn für alle. Daher sieht Matthies in DIGAs eine mutige Innovation, deren Mehrwert gegeben sei.

Prozesse funktionieren

Patient:innen können DIGAs nach Verordnung durch den Arzt oder nach eigener Direktanfrage bei den Krankenkassen nutzen. Den Anspruch muss die Kasse genehmigen und einen Aktivierungscode für die App-Nutzung übermitteln, erläutert Joachim Henkel. Egal, ob mit oder ohne Verordnung funktioniere dieser Prozess seit November 2020 seitens seiner Kasse sehr gut, befindet er. Seit Einführung der DIGAs steige die Nachfrage bei der AOK Hessen leicht an.

Nachfrage geringer als erwartet

Allerdings waren Henkels Erwartungen an die Nachfrage höher. Nur 82 Anfragen pro Monat könne man mit Stand Ende August 2021 verzeichnen und diese bezögen sich lediglich auf acht DIGAs. Den Grund sieht Henkel u.a. in der Zurückhaltung der Ärzt:innen. Am meisten frequentiert worden sei die Tinnitus-App Kalmeda. Vier der acht nachgefragten Anwendungen beträfen psychische Erkrankungen, berichtet Henkel. Überrascht habe ihn, dass die erwartete Flut an Diabetes-Apps ausgeblieben ist und nur eine Anwendung gelistet sei. Angefragt worden sei diese bei der AOK Hessen bislang noch nicht.

DIGAs für Hersteller noch nicht rentabel

Angesichts der Entwicklungskosten seien die Hersteller laut Matthies auf eine massenhafte Verbreitung der Apps angewiesen. Verdienen könnten sie ausschließlich am Preis der DIGA. Dieser bemesse sich nach einer 12-Monats-Frist an der Evidenz der Anwendung und den darauf basierenden Preisverhandlungen mit dem GKV-SV.

Nutzenbewertung der DIGAs neu denken

Die Evidenz mit Wirkungsmessungen zu belegen sei häufig ein Problem, da die klassischen Studiendesigns bei DIGAs nicht funktionieren, meint Dr. Thomas Elter, Sonderpreisträger beim MSD-Gesundheitspreis 2019 mit der Onkologie-App EasyOncology. Vom Mehrwert onkologischer DIGAs ist er überzeugt, weil sie das Potential haben, durch Vermittlung von Gesundheitskompetenz die Leitlinien-Adhärenz zu verbessern und damit vermutlich auch das Überleben günstig zu beeinflussen. Als problematisch sieht Elter, dass die üblicherweise eingesetzten standardisierten Fragebögen ungeeignete Instrumente zur Messung der spezifischen und eigentlich relevanten Gesundheitskompetenz sind. Dies kann zur Zulassung allgemeingültiger DiGAs führen, die aber die vom BfArM geforderten Voraussetzungen erfüllen. Es müssen auch alternative und an die neuartigen Formen der Datenerhebung angepasste Studiendesigns angedacht werden, mit denen sich die erforderliche Relevanz und Signifikanz der DiGAs erheben und absichern lassen. „Placebo-kontrolliert und doppelblind“ seien bei DIGAs keine zielführenden Kriterien, konstatiert er. Um über Evidenz und Nutzen von DIGAs urteilen zu können, müssten die „richtige Fragen in den richtigen Studien“ gestellt werden.

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