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Lieferengpässe – Woran liegt es, dass es knapp wird?

Auf der Suche nach Gründen und Gegenmaßnahmen

Lieferengpässe sind ein Ärgernis. Ärzte können notwendige Behandlungen nicht durchführen, Apotheken wichtige Medikamente nicht aushändigen. Die Leidtragenden sind am Ende immer die Patientinnen und Patienten. Für uns als patientenorientiertes Gesundheitsunternehmen ist jeder unterversorgte Patient eine untragbare Situation. Daher unternehmen wir alles dafür, Lieferschwierigkeiten zu vermeiden. Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass Medikamente nicht verfügbar sind?

Ein Beispiel sind produktionsbedingte Engpässe, beispielsweise wenn eine Herstellungsanlage aufgrund eines technischen Defekts ausfällt oder ein Rohstoff aufgrund geopolitischer Verwerfungen nicht verfügbar ist. Auch unvorhersehbarer Mehrbedarf eines bestimmten Arzneimittels kann zu einer plötzlichen Verknappung führen. Hierzu zählen der Start öffentlicher Gesundheitsprogramme mit schwer zu kalkulierender Teilnehmerzahl oder der Ausbruch einer Epidemie.

Ein maßgeblicher Faktor ist das sogenannte parallel trading. Das europäische Recht ermöglicht es Waren frei im europäischen Binnenmarkt zu kaufen und zu verkaufen. Zwischenhändler nutzen dies, um die von den pharmazeutischen Herstellern nach Deutschland gelieferten oder vor Ort hergestellten Medikamente mit größerem Gewinn ins europäische Ausland zu vermitteln. Dies hängt mit dem hier vorherrschenden großen Preisdruck im Arzneimittelmarkt zusammen. In Deutschland müssen vor allem innovative Arzneimittel oft wesentlich günstiger als in anderen Ländern abgegeben werden, was zu geringen Gewinnmargen und in der Folge zu Begehrlichkeiten führt, andernorts profitablere Märkte zu erschließen.

Der Preisdruck ist auch für die pharmazeutischen Hersteller enorm. Besondere Herausforderungen entstehen bei der Herstellung von biologischen Arzneimitteln, beispielsweise bei Impfstoffen. Ihre Produktion ist im Vergleich zu anderen Arzneimitteln besonders langwierig, komplex und teuer. Allein die Kosten für den Aufbau einer Produktionslage für Biopharmazeutika liegen in der Regel im dreistelligen Millionenbereich. Hinzu kommen hohe Anforderungen bei der Zulassung und bei den notwendigen Qualitätskontrollen, so dass insbesondere Produktionsanpassungen zu einer Verzögerung der gesamten Produktion führen können. Unter Umständen müssen dabei komplette Chargen verworfen werden – ein weiterer Grund, der Lieferengpässe hervorrufen kann.

Gerade bei Impfstoffen hat ein Beschluss der Bundesregierung kürzlich jedoch eine wesentliche Verbesserung herbeigeführt. Die bisherige Praxis, die Belieferung von Vakzinen auszuschreiben und ausschließlich an einzelne Anbieter zu vergeben, wurde beendet. Diese exklusiven Rabattverträge führten stets zu Unsicherheiten bei den Herstellern und in der Folge zur Einschränkung in der Produktion. Zukünftig werden wieder die Qualität des jeweiligen Produktes und nicht die staatliche Organisation von Marktanteilen über die Versorgung der Patientinnen und Patienten entscheiden. MSD kann die komplexen Herstellungsprozesse nun mit weniger Unwägbarkeiten und dafür mit vollem Vertrauen in unsere Innovationskraft selbstbewusst angehen.

Ein weiterer Beleg für politische Möglichkeiten Lieferengpässen entgegenzuwirken ist die neue gesetzliche Meldepflicht bei sich andeutenden Arzneimittelknappheiten durch die Hersteller – eine Regelung zu der sich einige pharmazeutische Hersteller von Impfstoffen bereits 2015 in einer Selbstverpflichtung bekannt hatten. Auf diese Weise rechtzeitig informierte Krankenhäuser können dann bereits im Vorfeld ausgleichend aktiv werden.

Diese und weitere Beispiele deuten an, welchen Beitrag auch der Gesetzgeber zur Lösung des Problems leisten kann. Ein weiterer Schritt auf diesem Weg wäre, die zwischen den Krankenkassen und den pharmazeutischen Unternehmen vereinbarten Preise nicht mehr oder nur noch eingeschränkt öffentlich zu listen. Praktiken wie Parallel Trading könnten so, ohne entsprechende Markeinsichten, von sicheren Geschäften zu bloßen Spekulationen degradiert werden. Dies würde den Handel und Verkauf von Medikamente ins Ausland einschränken und die Gefahr von Lieferengpässen in Deutschland weiter reduzieren.

Dr. Clemens Kuhne

  • Director Gesundheitspolitik und Patientenbelange | Leiter MSD hub berlin
  • Telefon: +49 30 70014 1650
  • E-Mail: clemens.kuhne@msd.de
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