Schliessen Symbol das ein Kreuz zum Schliessen darstellt
Sprechblase Symbol das eine Sprechblase darstellt
Teilen Symbol zum Teilen von Inhalten Teilen Sprechblase Symbol das eine Sprechblase darstellt Vorlesen

Blog-Beitrag-Detailseite

Lehren aus der Corona-Krise: 3 Erfolgsfaktoren im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen

Covid-19 hat Menschen weltweit vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn bei einer Erkrankung Behandlungsmöglichkeiten fehlen. Ein Szenario, das Mediziner zunehmend auch im Bereich der bakteriellen Infektionen erleben: Infektionen mit Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) infizieren sich inzwischen allein in Deutschland pro Jahr etwa 54.500 Personen mit multiresistenten Bakterien. Jedes Jahr sterben hierzulande rund 2.400 Menschen an den Folgen einer Infektion, verursacht durch solche multiresistenten Erreger. Weltweit fordern antibiotikaresistente Bakterien jährlich rund 700.000 Todesopfer. Bis 2050 könnte sich diese Zahl um das 14-fache auf bis zu 10 Millionen erhöhen.

In Kliniken breitet sich beispielsweise das Bakterium Clostridium difficile zunehmend aus, das tödliche Durchfallerkrankungen verursachen kann. Gestiegen ist auch der Anteil von multiresistenten gramnegativen Bakterien, die unter anderem Blutstrominfektionen (Sepsis) hervorrufen und häufig zum Tod führen. Zuletzt warnte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus Mitte 2019 davor, dass Antibiotikaresistenz 100 Jahre medizinischen Fortschritts zunichtemachen könnten. Wird die mächtige Waffe der Antibiotika stumpf? Unternehmen wir als Gesellschaft genug, um die Gefahr dieser vorhersehbaren und vermeidbaren Gesundheitskrise einzudämmen?
Die Corona-Krise beweist, welche Erfolge der medizinische Fortschritt ermöglicht, wenn Wissenschaft, forschende Unternehmen und Politik eng zusammenarbeiten. Drei Erfolgsfaktoren können dabei auch für den Umgang mit Antibiotikaresistenzen zukunftsweisend sein:

Kooperation: Die atemberaubende Geschwindigkeit in der Entwicklung vielversprechender Ansätze für Medikamente und Impfstoffe gegen Covid-19 verdeutlicht, wie stark sich Innovationen durch globale Zusammenarbeit und Wissensaustausch beschleunigen lassen. Von Anfang an flossen Milliarden in die Forschung – anders als es bei der sehr kostenintensiven Entwicklung von Reserveantibiotika der Fall ist. Damit gerade kleinere Forschungsunternehmen eine Chance haben, potenzielle Kandidaten zu entwickeln, ist eine gesicherte Finanzierung der erste Schritt. Aus diesem Grund gehört MSD zu den Gründungsmitgliedern des AMR (Antimicrobial Resistance) Action Fund. Gemeinsam mit mehr als 20 weltweit führenden Pharmaunternehmen haben wir uns mit gemeinnützigen Organisationen, Entwicklungsbanken und multilateralen Organisationen zusammengeschlossen, um die Entwicklung von Antibiotika zu stärken und zu beschleunigen. Unser gemeinsames Ziel: Bis 2030 sollen Patienten 2 bis 4 neue Antibiotika zur Verfügung stehen. Dafür werden über den AMR Action Fund rund 1 Milliarde US-Dollar investiert. So wollen wir sicherstellen, dass innovative Antibiotika es aus den Laboren zu den Patienten schaffen.

Forschung: Schnell auf neue Erreger reagieren zu können, setzt langjährige Forschung und Expertise voraus. MSD erforscht und entwickelt seit rund 80 Jahren Arzneimittel, die Infektionskrankheiten effektiv bekämpfen. Dies ist die Grundlage dafür, dass wir heute auf dem Weg zu einem Medikament und verträglichen Impfstoffen gegen Covid-19 sind. Das Gleiche gilt für die Antibiotikaforschung: Als eines von wenigen Unternehmen forschen wir seit Jahrzehnten an Antibiotika mit originären Wirkmechanismen, für die noch keine Resistenzen bestehen. Drei von 14 neu zugelassenen Antibiotika in den letzten zehn Jahren stammen von MSD. Wir behalten die Entwicklungen weltweit im Blick, da neue, resistente bakterielle Keime eine konstante Herausforderung sind.

Verantwortung: Jeder in einer Gesellschaft muss Verantwortung übernehmen, auch das hat die Corona-Pandemie gezeigt. Als forschendes Pharmaunternehmen sind wir uns unserer besonderen Verantwortung bewusst. Im Kampf gegen Covid- 19 ebenso wie gegen Antibiotikaresistenzen. Ein ganzheitlicher Ansatz verlangt aber Maßnahmen auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Bei den Patienten: Aufklärung kann das wachsende Bewusstsein für die Gefahr von Antibiotikaverschreibungen nach dem Gießkannenprinzip weiter schärfen. Bei den Ärzten: Es gilt, die Verschreibungspraxis von Antibiotika noch stärker infrage zu stellen. Denn Resistenzen lässt sich durch einen gezielten und wohl überlegten Einsatz von Antibiotika (Antibiotic Stewardship) entgegenwirken. Hier hat sich in den letzten Jahren viel verbessert. Die skandinavischen Länder und die Niederlande gehen aber noch einen Schritt weiter und setzen in Krankenhäusern im Umgang mit multiresistenten bakteriellen Keimen eher auf organisatorische Maßnahmen als auf Medikamente. In der Politik und bei Gesundheitsorganisationen: Die WHO, die Europäische Kommission und viele EU-Mitgliedsländer setzen sich mit Aktionsplänen zur Bekämpfung von Resistenzen für einen rationalen Einsatz von Antibiotika ein. Auf politischer Ebene beinhaltet Verantwortung aber auch, Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Antibiotikaforschung und -entwicklung zu schaffen. Denn die Forschung an neuen Antibiotika ist aufwändig, die Kosten für die Entwicklung lassen sich kaum refinanzieren. Wichtig wären langfristige Anreize dafür, dass sich mehr Unternehmen engagieren; zum Beispiel neue Erstattungsmodelle, die den Erlös vom Einsatz eines Reserveantibiotikums entkoppeln oder auch Prämien für neu entwickelte Wirkstoffe gegen resistente Keime sowie vorab verhandelte Mindestumsätze.
Mit dem Dreiklang Kooperation, Forschung und Verantwortung, der forschende Pharmaunternehmen, Wissenschaft, Medizin, Politik und Patientengruppen an einem Strang ziehen lässt, können wir die Herausforderung zunehmender Antibiotikaresistenzen bewältigen.

Ariane Malfertheiner

Schliessen Symbol das ein Kreuz zum Schliessen darstellt

Weitere Themen & Positionen

Schliessen Symbol das ein Kreuz zum Schliessen darstellt

Kontaktfomular (Contact Bar)

Kontaktfomular (Contact Bar)

Kontakt zu MSD

Wir freuen uns über Ihr Interesse an MSD SHARP & DOHME GMBH. Wir beantworten Ihnen gerne alle Fragen, die im Zusammenhang mit unserem Unternehmen, unseren Arzneimitteln und Medizinprodukten oder unseren Services stehen und nehmen Meldungen zu unerwünschten Ereignissen, Produktqualitätsreklamationen und eventuellen Produktfälschungen entgegen.

Sie erreichen das MSD Infocenter Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 18.00 Uhr und Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr über das untenstehende Kontaktformular oder unter der gebührenfreien Service-Nummer 0800 / 673 673 673.

Außerhalb der Geschäftszeiten des MSD Infocenters wird Ihr Anruf automatisch an die Almeda GmbH weitergeleitet, die Ihre Anfrage bzw. Meldung in unserem Auftrag bearbeitet.

Kontaktformular




Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden