Bewerbungen um den MSD Gesundheitspreis 2026
Für den MSD Gesundheitspreis 2026 sind 50 Bewerbungen eingegangen. Egal ob digitale Lösung oder persönliche Betreuung, Initiative zur Prävention oder Begleitung bei einer Erkrankung – alle Projekte haben eines gemeinsam: Sie möchten die Versorgung der Patient:innen in Deutschland verbessern.
Gesundheitsversorgung für morgen
Jetzt ist unsere Jury aus erfahren Gesundheitsexpert:innen am Zug. Sie wählt aus allen Bewerbungen die Nominierte aus, die ab August 2026 zur Wahl für den Publikumspreis stehen. Außerdem entscheidet sie, welche drei Projekte den MSD Gesundheitspreis erhalten und hat außerdem die Möglichkeit bis zu vier Sonderpreise zu vergeben. Insgesamt ist der MSD Gesundheitspreis mit bis zu 115.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet am 13. Oktober 2026 in München statt.
Überblick aller Bewerbungen
Familienhörbuch
Familienhörbuch gGmbH
Das Familienhörbuch produziert die Lebensgeschichten unheilbar erkrankter Elternteile professionell und kostenfrei. Viele der meist an fortgeschrittenem Krebs erkrankten Mütter und Väter suchen nach einer Möglichkeit, weiterhin Wegbegleiter:innen ihrer Kinder zu bleiben. Gleichzeitig setzen sie sich mit ihrer eigenen Endlichkeit auseinander. Für die Kinder entstehen im Durchschnitt 6,5 Stunden Hörzeit – mit Musik, Geräuschen und sehr persönlichen Erzählungen. Sie erhalten damit ein Zukunftsgeschenk, das sie in ihrer Trauerverarbeitung unterstützt, Gespräche innerhalb der Familie anregt und auch nach Jahren noch Fragen beantwortet, wie: Wer war mein Papa? Wer war meine Mama? Die Stimmen bleiben für die Hinterbliebenen lebendig und transportieren die Liebe, die alle Beteiligten miteinander verbindet.
Ein Buddy für Schwerstkranke und Zugehörige
Zentrum für Palliativmedizin, Uniklinik Köln
Die Leitidee des Buddy-Projekts ist es, Menschen mit schweren, lebenslimitierenden Erkrankungen sowie ihre An- und Zugehörigen im (vor)-letzten Lebensjahr frühzeitig, niedrigschwellig und bedarfsgerecht in ihrer häuslichen Lebenswelt zu unterstützen. Im Zentrum steht eine verlässliche persönliche Begleitung, die Orientierung im komplexen Gesundheits- und Sozialsystem bietet, Versorgungsübergänge erleichtert und emotionale sowie soziale Entlastung schafft.
Durch die enge Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Buddies verbindet das Projekt fachliche Kompetenz mit kontinuierlicher Beziehungsgestaltung und individueller Zuwendung. Ziel ist es, Versorgungslücken zu schließen, Selbstbestimmung und Teilhabe zu stärken und Sicherheit in einer hochbelasteten Lebensphase zu geben.
Sektorenübergreifende Koordinierungsstelle zur nachhaltigen Intensivierung der Peritonealdialyse in Schleswig-Holstein
PD Dr. med. Kevin Schulte; Dr. med. Benedikt Kolbrink
SKIP-SH verfolgt die Leitidee, die Peritonealdialyse als gleichwertige, patient:innenzentrierte und ressourcenschonende Dialyseform nachhaltig zu stärken und damit einen strukturellen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Schleswig-Holstein zu leisten.
Durch eine sektorenübergreifende Koordinierungsstelle am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, wurden Behandlungspfade vereinheitlicht, klinische Hürden abgebaut und Patient:innen frühzeitig, qualitätsgesichert und partizipativ beraten.
SKIP-SH verbindet klinische Versorgung, Weiterbildung und Versorgungsforschung zu einem skalierbaren Modell, das Lebensqualität steigert, Personalressourcen schont und klare gesundheitsökonomische Vorteile bietet.
Das Schwabinger Transitions Programm für Kinder mit Morbus Hirschsprung und Anorektalen Fehlbildungen
München Klinik Schwabing, Klinik für Kinderchirurgie
Die Leitidee des Schwabinger Transitionsprogramms (STP) ist es, Patient:innen mit seltenen kinderchirurgischen Erkrankungen dauerhaft und sicher beim Übergang von der Kinder‑ in die Erwachsenenmedizin zu begleiten und Versorgungsabbrüche zu vermeiden.
Transition wird im STP nicht als einmaliger Wechsel verstanden, sondern als kontinuierlicher, an den individuellen Bedürfnissen der Patient:innen orientierter Prozess.
Durch eine frühzeitige Vorbereitung, eine strukturierte Nachsorgeplanung und eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachärzt:innen und weiteren spezialisierten Behandler:innen wird medizinische Kontinuität gewährleistet.
Das Programm stärkt die Gesundheitskompetenz aller Patient:innen, unterstützt sie beim selbstbestimmten Umgang mit ihrer Erkrankung und ermöglicht eine langfristig sichere Nachsorge, einschließlich der Prävention und der frühzeitigen Erkennung möglicher Spätfolgen.
Urologie ohne Grenzen
NUSS (Netzwerk Urologie Schleswig-Holstein Süd)
Anne Osterkamp (Netzmanagement)
Die Versorgung in Deutschland steht an einem Wendepunkt: Demografischer Wandel, zunehmende Krankheitslast, Fachkräfteengpässe und strukturelle Reformen der Gesundheitspolitik bringen das Gesundheitssystem spürbar an seine Grenzen. Die Folgen sind Versorgungslücken, Überlastung und ein zunehmendes Auseinanderdriften der Sektoren – ambulant gegen stationär, statt gemeinsam für Patient:innen zu arbeiten.
Hier setzt das Netzwerk Urologie Schleswig-Holstein-Süd (NUSS) mit seinem Modell „Urologie ohne Grenzen“ an. NUSS verbindet Kliniken, Praxen und Lehre zu einem tragfähigen Versorgungssystem, das patient:innenzentriert, wirtschaftlich und krisenfest agiert. Anstelle sektoraler Trennung setzt NUSS auf gelebte Kooperation: gemeinsame Tumorboards und Behandlungspfade, interprofessionelle Fortbildungen sowie sektorenübergreifende Patensysteme und weitere kollaborative Formate.
LAOLA – Interaktive Stimmtherapie
Universität Oldenburg, Universität zu Lübeck, ASCORA GmbH
LAOLA ist ein KI-basierter App-Demonstrator zur Unterstützung der Stimmtherapie: Logopäd:innen schalten ihren Patient:innen individuell zugeschnittene Übungsvideos für das ergänzende häusliche Eigentraining frei. Während der Durchführung erhalten die Patient:innen objektives Echtzeit-Feedback zu visuellen (z. B. Haltung) und auditiven (z. B. Lautstärke) Parametern, das auch für die Logopäd:innen sichtbar ist. Ergänzende Funktionen – etwa ein Stimmtagebuch zur Selbstreflexion – erweitern das Angebot.
LAOLA soll die Therapie für Patient:innen effektiver und für Logopäd:innen effizienter gestalten, beispielsweise durch schnellere Therapieplanung oder entlastete Übungseinheiten. Die Hauptziele liegen in der Stärkung der Motivation zum regelmäßigen Stimmtraining sowie im Abfedern des Fachkräftemangels in der Logopädie.
Projekt Regenbogen für Kinder krebskranker Eltern
Saarländische Krebsgesellschaft e.V.
Krebs ist eine Familiendiagnose. Wenn ein Elternteil erkrankt, leiden Kinder und Jugendliche mit – häufig leise und unbemerkt. Während kleinere Kinder ihre Ängste oft nicht ausdrücken können, fällt es auch Jugendlichen schwer, ihre Gefühle zu benennen. Projekt Regenbogen setzt genau hier an: Die Saarländische Krebsgesellschaft e. V. bietet Kindern krebskranker Eltern sowie ihren Familien gezielte, frühzeitige und verlässliche Unterstützung.
In einem geschützten Rahmen werden Kinder, Jugendliche und Eltern psychoonkologisch begleitet, entlastet und gestärkt. Alle Angebote sind kostenfrei, niedrigschwellig zugänglich und darauf ausgerichtet, Familien in einer existenziell belastenden Lebensphase Orientierung, Halt und Zuversicht zu geben.
https://www.krebsgesellschaft-saar.de/projekt-regenbogen-angebot-fuer-kinder-krebskranker-eltern/
Diabetes Nanny Projekt
Stiftung Dianino. Kind sein. Trotz Diabetes
Das Projekt Dianino Diabetes-Nannies unterstützt Kinder und Jugendliche mit Typ‑1‑Diabetes sowie ihre Familien dort, wo medizinische Versorgung allein nicht ausreicht: im Alltag.
Speziell geschulte Diabetes‑Nannies begleiten Betroffene in akuten Belastungssituationen, geben praktische Orientierung und stärken die psychosoziale Stabilität. Sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen eine sichere und selbstverständliche Teilhabe am Leben in Familie, Kita, Schule und Freizeit.
Die Unterstützung erfolgt individuell und direkt vor Ort. Zusätzlich schulen die Diabetes‑Nannies pädagogische Fachkräfte sowie das soziale Umfeld. So fördern sie Selbstständigkeit, Motivation und soziale Integration der Kinder und Jugendlichen nachhaltig.
Als niedrigschwelliges, bundesweites Angebot schließt das Projekt eine wichtige Versorgungslücke und verbessert die Lebensqualität der gesamten Familie spürbar und langfristig.
Pädiatrische Weiterbildung Nordwest
Niedergelassene Pädiater und Kinderkliniken im Nordwesten der Republik
Im Februar 2025 gründete ein Kreis engagierter Kinder- und Jugendärzt:innen gemeinsam mit regionalen Kinderkliniken den Pädiatrischen Weiterbildungsverbund Nordwest. Inzwischen haben sich 17 niedergelassene Kolleg:innen, überwiegend aus dem ländlichen Raum im Nordwesten Niedersachsens, sowie fünf Kinderkliniken (Aurich, Oldenburg, Delmenhorst, Bremen, Vechta) zu einem gemeinsamen Weiterbildungsverbund für die Weiterbildung zur Pädiater:in zusammengeschlossen.
Die strukturierte, sektorenübergreifende und rotationsbasierte Weiterbildung ermöglicht es jungen Mediziner:innen, während der mindestens fünfjährigen Weiterbildungszeit zur Fachärzt:in für Kinder- und Jugendmedizin ohne zeitliche Verzögerung zwischen Kliniken und Praxen zu wechseln. Dadurch wird eine kontinuierliche Weiterbildung und ein vollständiger Kompetenzerwerb sichergestellt.
Die Teilnehmenden erwerben Kompetenzen in der Akutmedizin ebenso wie in Prävention, Früherkennung und der langfristigen Betreuung pädiatrischer Patient:innen. Als erst fünfter Weiterbildungsverbund dieser Art in Deutschland stellt der Verbund ein Alleinstellungsmerkmal für die Region dar.
Wenn Ärzt:innen im Rahmen ihrer Weiterbildung die Region sowie die guten Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf kennenlernen, steigen die Chancen, dass sie langfristig in der Region Nordwest‑Niedersachsens tätig bleiben. So wird die wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig gestärkt – ein klarer Standortvorteil für Familien, in der Region zu leben und zu arbeiten.
Ärztlich geführte, KI-gestützte digitale Therapeutika zur proaktiven Versorgung chronischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Chatdok UG
Ziel des Projekts ist es, die chronische Versorgung von einer punktuellen, reaktiven Behandlung zu einer kontinuierlichen, vorausschauenden und ärztlich gesteuerten digitalen Therapie zu transformieren. Chatdok-Herz verbindet patientenzentrierte Selbstmanagement-Tools mit einer ärztlichen Monitoring- und Entscheidungsplattform in einer integrierten digitalen Versorgungsumgebung. Durch KI-gestützte medizinische Dialogsysteme, Echtzeit-Monitoring, prädiktive Analytik und strukturierte Therapiepläne werden Risiken frühzeitig erkannt, Interventionen personalisiert und die Zusammenarbeit zwischen Patient:innen und Behandler:innen gestärkt. So entsteht eine skalierbare Infrastruktur für präventive und personalisierte Versorgung mit messbarer Verbesserung von Adhärenz und Versorgungsqualität.
Fimo Health – Die integrierte Plattform für digitales Symptommanagement und KI-gestützte Patientenbegleitung bei chronischen Erkrankungen
Fimo Health GmbH
Fimo Health transformiert die Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen durch eine universelle Plattform für digitales Symptommanagement.
Anstelle isolierter Einzellösungen verfolgt Fimo Health einen modularen Ansatz: Digitale „Companions“ begleiten Betroffene im Alltag und verknüpfen objektive Sensordaten mit dem subjektiven Befinden. So entsteht ein ganzheitliches, kontinuierliches Bild des Gesundheitszustands.
Die Plattform ist konsequent auf Skalierung ausgelegt: Bereits 2026 stehen digitale Begleiter für über 20 Erkrankungen zur Verfügung. Bis 2027 werden mehr als 50 Indikationen abgedeckt – und damit rund 70 % aller Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist das ökonomische Modell von Fimo Health. Durch die indikationsübergreifende Nutzung einer gemeinsamen Kern‑Infrastruktur entstehen erhebliche Skaleneffekte. Diese Kostenvorteile werden direkt an das Gesundheitssystem weitergegeben.
So bietet Fimo Health eine niedrigschwellige, hocheffiziente und nachhaltige Alternative zu fragmentierten Einzellösungen – zum Nutzen von Patient:innen, Leistungserbringenden und Kostenträgern gleichermaßen.
HELP – digitale Schmerztherapie
HELP Mee Schmerztherapie GmbH
Millionen Menschen leben mit chronischen Schmerzen, die häufig Ausdruck einer veränderten zentralen Schmerzverarbeitung sind. Viele Betroffene erleben über Jahre hinweg eine strukturelle Unterversorgung. Gleichzeitig dominiert in der Versorgungspraxis weiterhin ein biomedizinisches Paradigma mit dem Schwerpunkt auf Diagnostik und somatischer Symptombehandlung.
HELP überträgt moderne, evidenzbasierte Schmerztherapie in ein strukturiertes digitales Format. Das Programm adressiert zentrale Wirkmechanismen chronischer Schmerzen durch gezielte Edukation, Reattribution, Exposition und Emotionsverarbeitung.
Ziel ist nicht die reine Schmerzbewältigung, sondern eine nachhaltige Veränderung der Schmerzverarbeitung. HELP stärkt die Selbstwirksamkeit der Betroffenen und trägt dazu bei, Chronifizierung sowie Fehl‑ und Unterversorgung zu reduzieren.
Die Integration von HELP in die Regelversorgung wird aktuell durch eine laufende randomisierte Studie vorbereitet.
Digitales Facharzt- und Gesundheitszentrum (DFGZ) – hybrides sektorenübergreifendes Versorgungsmodell im ländlichen Raum
Arztpraxis Spieren & Kollegen / Digitales Facharzt- und Gesundheitszentrum
Das DFGZ verfolgt das Ziel, die ambulante Versorgung strukturell zu stabilisieren und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Medizinische Expertise wird gezielt dorthin gebracht, wo sie benötigt wird – nah an den Patient:innen.
Durch die Verbindung persönlicher Betreuung vor Ort mit telemedizinischer Expertise, digitaler Koordination und standardisierten Prozessen werden Versorgungswege deutlich verkürzt und der Zugang zu medizinischer Einschätzung erleichtert.
Ergänzend unterstützt ein strukturiertes Digitaltraining insbesondere ältere Menschen dabei, digitale Angebote sicher und selbstständig zu nutzen. So wird verhindert, dass sie vom Zugang zur medizinischen Versorgung ausgeschlossen werden.
Gleichzeitig vernetzt das Modell niedergelassene Praxen, verschiedene Fachrichtungen und Kliniken in einer koordinierten, sektorübergreifenden Zusammenarbeit – für eine effizientere, bedarfsgerechte und patient:innenorientierte Versorgung.
Gesundheitszentrum St. Vincenz – sektorenübergreifend, innovativ & wohnortnah!
Gesundheitszentren Essen gGmbH
Die Leitidee des Gesundheitszentrums St. Vincenz, das im April 2024 eröffnet wurde, ist der Aufbau einer zukunftsorientierten, sektorenübergreifenden und interdisziplinären Gesundheitsversorgung auf höchstem Qualitätsniveau. Ziel ist es, moderne medizinische Versorgung neu zu denken und nachhaltig weiterzuentwickeln.
Im Mittelpunkt steht die enge und strukturierte Zusammenarbeit von Ärzt:innen, Pflegefachkräften, weiteren Gesundheitsdienstleister:innen sowie innovativen Berufsrollen wie Flying Nurse und Patient:innenlotsen. Gemeinsam verfolgen alle Beteiligten das Ziel, die individuellen Bedürfnisse der Patient:innen ganzheitlich zu berücksichtigen und eine qualitativ hochwertige ambulante wie auch stationäre Versorgung anzubieten, die weit über klassische Versorgungsmodelle hinausgeht.
Durch innovative Versorgungskonzepte, digitale Lösungen und eine starke Vernetzung im Stadtteil schafft das Gesundheitszentrum St. Vincenz eine tragfähige Grundlage für eine moderne, patient:innenzentrierte Gesundheitsversorgung – heute und in Zukunft.
Breathment – Hybride Versorgung für eine bessere Lungengesundheit
Breathment GmbH
Chronische Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs betreffen in Deutschland über 15 Millionen Menschen und verursachen jährlich Kosten von mehr als 30 Milliarden Euro. Die Versorgung ist häufig durch sektorale Brüche geprägt. Insbesondere in der Sekundärprävention, der Prehabilitation und der Nachsorge bestehen Versorgungslücken. Nichtmedikamentöse Therapieangebote sind oft zeitlich begrenzt, schwer zugänglich oder unzureichend in den Alltag integriert. Gleichzeitig bestehen Defizite in der Kommunikation zwischen stationärer und ambulanter Versorgung. Das Projekt zielt darauf ab, diese Lücken durch ein hybrides Versorgungsmodell zu schließen, das persönliche Betreuung mit app‑basierter Therapie und KI‑gestützter Therapie verbindet und so eine kontinuierliche Versorgung ermöglicht.
ActiveTEP – Der digitale Begleiter zum Gelenkersatz
DORA Digitale Orthopädie Anwendungen GmbH
Die Leitidee von ActiveTEP ist es, Menschen mit Hüft‑ oder Kniegelenkersatz sicher, verständlich und aktiv durch ihre Behandlung zu begleiten. Patient:innen sollen wissen, was auf sie zukommt, warum bestimmte Maßnahmen wichtig sind und wie sie selbst zu einem guten Behandlungsergebnis beitragen können. ActiveTEP unterstützt dabei, persönliche Gesundheitsziele zu erkennen und Schritt für Schritt zu erreichen – vor und nach der Operation. Durch die digitale Begleitung werden Unsicherheiten reduziert, die Selbstständigkeit gestärkt und der Übergang zwischen Klinik, ambulanter Versorgung und Rehabilitation verbessert. So entsteht eine nachhaltige, patientenzentrierte Versorgung mit messbarem Nutzen für alle Beteiligten.
DIHVA – Digitale Hausärztliche Versorgungsassistenz als hybrides Versorgungsmodell für unterversorgte Regionen
Digitale Facharzt- und Gesundheitsversorgungsgesellschaft mbH
DIHVA adressiert strukturelle Versorgungsengpässe in der ambulanten Primärversorgung durch ein neues, digital gestütztes Delegationsmodell. Speziell qualifizierte Versorgungsassistent:innen erheben standardisiert klinische Daten direkt am Point of Care und übertragen diese strukturiert an behandelnde Ärzt:innen, die Diagnostik‑ und Therapieentscheidungen asynchron treffen. Dadurch werden ärztliche Ressourcen gezielt auf komplexe Entscheidungen fokussiert, Zugangsbarrieren reduziert und Versorgungsprozesse effizienter gestaltet. DIHVA erweitert bestehende Delegationsmodelle um digitale Kompetenzen, mobile Diagnostik und KI‑gestützte Workflowunterstützung und ermöglicht so eine skalierbare, hybride Versorgungsstruktur insbesondere für ländliche und strukturell unterversorgte Regionen.
Wundzentrum MuM
Medizin und Mehr e. G. (MuM), Bünde
Leitidee des Projektes ist es, die Versorgungssituation von Patient:innen mit chronischen Wunden zu verbessern. Dabei sollen Behandlungszeiten verkürzt und Abheilungsraten erhöht werden. Schlüssel hierzu ist es, die Zunahme profitorientierten Wundmanagements zu stoppen und die Wahl von Verbandmitteln zu standardisieren, um damit Wirtschaftlichkeitsreserven zu heben und die Regressgefahr für Arztpraxen zu bannen. Neue Kooperationen mit anderen Berufsgruppen sichern die Qualität in der Versorgung und entlasten Arztpraxen. Hier soll ein tragfähiges Geschäftsmodell für Arztnetze skizziert und Regionalisierung betont werden.
Praxisbasiertes Triage-System zur priorisierten Terminvergabe in der ambulanten Rheumatologie
MVZ Gesundheitscampus Monheim GmbH, Rheumatologie
Entzündlich‑rheumatische Erkrankungen erfordern eine frühe Diagnosestellung, da eine rechtzeitige Therapie entscheidend für Krankheitsverlauf und Prognose ist. Gleichzeitig sind rheumatologische Versorgungskapazitäten begrenzt, sodass Patient:innen häufig lange auf einen Ersttermin warten und Diagnosen verspätet gestellt werden.
Ziel unseres Projekts ist die Entwicklung eines strukturierten Triage‑Systems zur priorisierten Terminvergabe in der ambulanten Rheumatologie. Mithilfe eines standardisierten Fragebogens, ergänzt durch Vorbefunde und klinische Einschätzung, werden Neuvorstellungen medizinisch priorisiert. So können Patient:innen mit hoher Wahrscheinlichkeit für entzündlich‑rheumatische Erkrankungen frühzeitig erkannt und schneller versorgt werden.
Hitzetelefon der Stadt Köln – eine Maßnahme im Rahmen der Hitzeaktionsplanung der Stadt Köln
Gesundheitsamt Stadt Köln, Sachgebiet Medizinische Krisenprävention
Vor allem hochaltrige, alleinlebende Menschen, die in ihrer Selbstversorgung eingeschränkt sind, zählen zur Hochrisikogruppe für hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle. Städte wie Köln sind aufgrund der Lage und des Wärmeinseleffektes bei fehlender nächtlicher Abkühlung in der besiedelten Innenstadt besonders von Hitze betroffen. Hitze selbst führt zu einer Gesundheitsgefahr, besonders wenn Vorerkrankungen bestehen oder die Möglichkeiten der Anpassung eingeschränkt sind. Eine regelmäßige Kontaktaufnahme ermöglicht sowohl die Abfrage des aktuellen Befindens als auch die Vermittlung von Maßnahmen zum Hitzeschutz. Die Organisation einer Unterstützung durch Bezugspersonen oder Ehrenamtliche kann diese besonders verletzliche Personengruppe während Hitzewellen besser schützen.
https://www.stadt-koeln.de/service/produkte/20282/index.html
Damit kein Kind allein ist – Das FAMILIENHAUS als Brücke zwischen Klinik und Familie
Das FAMILIENHAUS gGmbH
Das FAMILIENHAUS Bonn schafft ein Zuhause auf Zeit für Familien schwerkranker Kinder in unmittelbarer Nähe zur Universitätsklinik. Es schließt eine zentrale Versorgungslücke, indem es Eltern und Geschwistern einen geschützten Rückzugsort bietet – nah am Kind und zugleich fern vom Klinikalltag. In einer hochbelastenden Lebensphase finden Familien hier Entlastung, Stabilität und Gemeinschaft. Ergänzende Angebote sowie Räume für Begegnung, Ruhe und Aktivität stärken ihre Ressourcen und ermöglichen es ihnen, ihre wichtige Rolle im Genesungsprozess wahrzunehmen.
TelePress – Digital unterstützte Blutdruckeinstellung im Praxisnetz
Münchner Ärzte – Praxisnetz West und Umgebung e.V.
Klinikum Rechts der Isar – Telemedizinzentrum “ Bluthochdruck gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und verursacht einen erheblichen Anteil der hausärztlichen Konsultationen. Die kritische Einstellungsphase in den ersten drei Monaten ist in der Regelversorgung mit regelmäßigen, im Abstand von mehreren Wochen liegenden Praxisbesuchen begleitet. Mit TelePress entwickelt das Praxisnetz Münchner Ärzt:innen gemeinsam mit dem Telemedizinzentrum des Klinikums Rechts der Isar eine digital unterstützte Versorgungsstruktur zur telemedizinischen Blutdruckeinstellung. Durch tägliche Messungen via Bluetooth‑Blutdruckgerät, automatische Datenübertragung und eine strukturierte Betreuung durch Telemedizinzentrum, Hausärzt:innen und Pflegefachkräfte im Netzwerk sollen Adhärenz, Blutdruckkontrolle und Ressourceneinsatz messbar verbessert werden.
https://www.muenchner-aerzte.com
https://med1.mri.tum.de/de/telemedizin
sleep² – Digitale, evidenzbasierte Versorgungslösung für Schlafdiagnostik, Schlaftraining und nachhaltige Verbesserung der Schlafgesundheit
Nukkuaa GmbH
sleep² adressiert eine große und bislang nur unzureichend gelöste Versorgungslücke bei Schlafstörungen: den fehlenden niedrigschwelligen Zugang zu objektiver Schlafdiagnostik und evidenzbasierter Therapie. Das Projekt verbindet validierte digitale Schlafmessung mit einer wissenschaftlich fundierten CBT-I/KVT-I-basierten Intervention und personalisiertem Feedback. Ziel ist es, Schlafversorgung alltagsnah, skalierbar und wirksam verfügbar zu machen – sowohl im präventiven als auch im klinisch relevanten Bereich. So können Versorgungslücken reduziert, Chronifizierungen verhindert und Lebensqualität sowie Gesundheit nachhaltig verbessert werden.
Hitzeprävention: medizinische Versorgung von Pflegeheimbewohnern während Hitzeperioden
Gesundheitsnetz Unna GmbH
Hitzeperioden stellen ein zunehmendes Gesundheitsrisiko für ältere Menschen dar und werden im Zuge des Klimawandels häufiger und intensiver. Besonders gefährdet sind Bewohner:innen von Pflegeeinrichtungen, da bei ihnen mehrere Risikofaktoren kumulativ auftreten, darunter Multimorbidität, eingeschränkte Mobilität, kognitive Einschränkungen und Polypharmazie. Da die Ärzt:innen vom Gesundheitsnetz Unna zahlreiche Patient:innen in den hiesigen Pflegeheimen im Rahmen eines Pflegeheimvertrages betreuen, werden seit Ende 2025 in Absprache mit einzelnen Pflegeheimen und dem Gesundheitsamt strukturierte medizinische und kommunikative Maßnahmen entwickelt, um den Gesundheitsschutz und die medizinische Versorgung der pflegebedürftigen Patient:innen in der Zeit von Hitzeperioden zu verbessern.
Computer-assistierte Risiko-Evaluation in der Früherkennung psychotischer Erkrankungen
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der HHU Düsseldorf / LVR-Klinikum Düsseldorf
CARE möchte durch ein innovatives Präventionsmodell erstmals eine verbesserte, effiziente Risikoabschätzung von Patient:innen mit einem erhöhten Psychoserisiko im Alter von 16 bis 40 Jahren durch die Anwendung von auf Künstlicher Intelligenz basierten Algorithmen erreichen, auf deren Basis anschließend eine individuelle und spezifische Frühbehandlung erfolgt. CARE steht zudem für ein nationales interdisziplinäres Netzwerk, in dem Kinder- und Jugendpsychiater:innen, ‑psychotherapeut:innen, Erwachsenenpsychiater:innen und ‑psychotherapeut:innen sowie Ethiker:innen und Gesundheitsökonom:innen eng miteinander kooperieren. Ziel der interdisziplinären Kooperation ist eine präventive Psychiatrie, in der im Rahmen der indizierten Prävention psychotische Erkrankungen frühzeitig vor ihrem eigentlichen Ausbruch erkannt und behandelt werden.
Digitale Versorgung bei Lipödem: Früherkennung, Diagnostik und Therapiebegleitung mit LipoCheck
LipoCheck GmbH
Lipödem betrifft schätzungsweise 11 % aller Frauen in Deutschland – dennoch warten viele Betroffene über zehn Jahre auf eine korrekte Diagnose. In dieser Zeit kämpfen Patient:innen häufig allein mit Schmerzen, Fehldiagnosen und einem Versorgungssystem, das bislang nur begrenzte strukturierte Unterstützung bietet. LipoCheck adressiert diese Versorgungslücke mit einer digitalen, leitlinienbasierten Versorgungsplattform. Über die Kombination aus digitaler Erstorientierung, telemedizinischer Diagnostik und dem CE‑zertifizierten Versorgungsprogramm LipoAlly werden Patient:innen frühzeitig identifiziert, evidenzbasiert informiert und langfristig therapeutisch begleitet. Ziel ist es, Diagnosewege zu verkürzen, die Therapietreue zu erhöhen und die Versorgung nachhaltig effizienter zu gestalten.
Neubau Ärztehaus und Präventionszentrum Weimar im Haus Gesundheit und Leben im Kirschbergquartier in Weimar (Thüringen)
Projekt der Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie
Die Leitidee ist, neben einer qualifizierten medizinischen Betreuung (Ärztehaus) gezielt an einem zentralen Ort Präventionsangebote anzubieten, um zu Lebensstilveränderungen zu motivieren und diese umzusetzen. Im Weimarer Kirschbergquartier entsteht auf einer ehemaligen Brachfläche in einem Neubau ein Ärztehaus. Die Realisierung eines angeschlossenen Präventionszentrums hängt von Fördermöglichkeiten ab. Verschiedene Fachrichtungen im Ärztehaus bieten einen zentralen Anlaufpunkt für Patient:innen mit unterschiedlichen Anliegen. Die Patient:innen können aus der medizinischen Behandlung auf kurzem Weg direkt in das angeschlossene Präventionszentrum mit Schulungsräumen, Sprechstunden zu gesunder Lebensweise, Sportbereich, Lehrküche usw. weitergeleitet werden.
Mein Retter – Digitale Unterstützung zur Verbesserung der Handlungssicherheit in Notfallsituationen
Mein Retter GmbH
In Notfallsituationen zählt nicht nur Wissen, sondern die Fähigkeit, unter Stress richtig zu handeln. Viele Menschen haben zwar theoretische Kenntnisse in Erster Hilfe, fühlen sich im Ernstfall jedoch unsicher und zögern. „Mein Retter“ setzt genau an dieser Lücke an. Die App kombiniert strukturierte Notfallanleitungen, verständliche Erste‑Hilfe‑Kurse und ein medizinisches Nachschlagewerk in einer Anwendung. Ziel ist es, Menschen nicht nur auszubilden, sondern sie im entscheidenden Moment konkret zu unterstützen und ihre Handlungssicherheit nachhaltig zu stärken – jederzeit und ortsunabhängig.
Geriatrischer Versorgungsverbund im Kreis Herford
Kreis Herford
Der geriatrische Versorgungsverbund zielt darauf ab, die Versorgung älterer, multimorbider Menschen sektorenübergreifend zu verbessern. Durch die enge Vernetzung von ambulanten, stationären und pflegerischen Akteur:innen sowie ein strukturiertes Care- und Casemanagement werden Versorgungsbrüche reduziert und Behandlungsprozesse koordiniert. Standardisierte Behandlungspfade, frühzeitige Diagnostik und multiprofessionelle Fallbesprechungen sichern eine bedarfsgerechte, kontinuierliche Versorgung. Ziel ist es, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und Angehörige zu entlasten. Der Verbund schafft transparente Strukturen, stärkt die regionale Zusammenarbeit und dient als übertragbares Modell für komplexe Versorgungsbedarfe.
Hep Check im Stadtteil, ein mehrsprachiges und kultursensibles Beratungs- und Testangebot zu Hepatitis, HIV und weitere sexuell übertragbare Infektionen (STI)
Aidshilfe Essen e.V.
Das Projekt verfolgt das Ziel, Menschen mit Migrationsgeschichte einen niedrigschwelligen und kultursensiblen Zugang zu Information, Beratung und Testangeboten zu ermöglichen. Durch wohnortnahe Angebote sowie den Einsatz mehrsprachiger Gesundheitsbotschafter:innen werden sprachliche und kulturelle Barrieren abgebaut. In Kooperation mit medizinischem Fachpersonal und dem Gesundheitsamt verbindet das Projekt Prävention mit Beratung, Testung und einer sektorenübergreifenden Versorgung. Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz zu stärken, den Zugang zur medizinischen Versorgung zu erleichtern und die Lebensqualität der Zielgruppen nachhaltig zu verbessern.
AKTIVPLUS – Interdisziplinäre Online-Plattform für digitale Bewegungstherapie
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
AKTIVPLUS ist eine hybride, interprofessionelle Therapieplattform zur digitalen Unterstützung patient:innenindividueller Bewegungstherapie. Das Projekt baut auf dem am UKSH Kiel erfolgreich etablierten AKTIV‑Konzept zur Arthrosebehandlung auf. Ziel ist es, maßgeschneiderte Übungs‑ und Edukationspläne zu erstellen, welche Klinik, Praxis und Zuhause verbinden. Videos, Zieltracking und integrierte Kommunikationsfunktionen stärken Motivation und Adhärenz und ermöglichen effiziente Behandlung. Objektive Assessments (z.B. Kraftmessung, Ganganalyse) steuern adaptive Programme und liefern valide Evaluationsdaten. AKTIVPLUS unterstützt Therapie und Primärprävention bei muskuloskelettalen sowie Herz‑Kreislauf‑, neurologischen und onkologischen Erkrankungen und verbessert nachhaltig Outcome und Effizienz.
Herodikos plus
Herodikos GmbH
Leitidee von Herodikos plus ist es, die anhaltende Chronifizierung, insbesondere bei Rückenschmerzen, zu stoppen. Dies wird durch die Umsetzung der ersten durch Therapeut:innen digital begleiteten multimodalen Schmerztherapie erreicht. Rückenschmerzen wurden beispielhaft als eines der volkswirtschaftlich relevantesten Krankheitsbilder gewählt – der Ansatz ist bewusst übertragbar gestaltet. Durch die telemedizinische Betreuung wird der Zugang ortsunabhängig ermöglicht und die Vereinbarkeit mit Beruf und Familie unterstützt. Die Kombination aus persönlicher Betreuung und digitaler Unterstützung steigert Zufriedenheit, Adhärenz und Selbstwirksamkeit. Für das Gesundheitssystem entsteht eine nachweislich wirksame und wirtschaftliche Versorgung, die für alle Patient:innen leicht zugänglich und umsetzbar ist.
Digitales Demenzregister Bayern
Uniklinikum Erlangen, Neurologische Klinik; IZPH, Friedrich-Alexander Universität Erlangen
Das Projekt digiDEM Bayern ist eine Langzeituntersuchung in allen Regierungsbezirken Bayerns. Es beschäftigt sich mit der Versorgung von Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen (MCI) und Demenz sowie deren pflegenden An- und Zugehörigen. Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Betroffenen und ihrer Angehörigen in Bayern, insbesondere in ländlichen Regionen, zu verbessern. Gleichzeitig soll ein besseres Verständnis für die klinische Komplexität demenzieller Erkrankungen und die Versorgungsstrukturen in Bayern gewonnen werden. Der Fokus liegt auf der Versorgung im häuslichen Umfeld. Zudem werden digitale Unterstützungsangebote entwickelt und bereitgestellt, um einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit MCI oder Demenz zu leisten.
CPT Plasma.Kompetenz.Zentren: Heilung statt Chronifizierung bei chronischen Wunden
Coldplasmatech GmbH
Der Wundmarkt bietet viele Produkte und Einzellösungen, aber zu wenige Strukturen, die konsequent auf Heilung ausgerichtet sind. Genau deshalb haben wir die CPT Plasma.Kompetenz.Zentren aufgebaut: ein sektorübergreifendes, auditbasiertes Versorgungsmodell, das leitliniengerechte Wundmedizin mit standardisierter Kaltplasma‑Therapie, klaren Qualitätskriterien, Rezertifizierung und kontinuierlichem Outcome‑Monitoring verbindet. Als Medizinproduktehersteller wollten wir nicht nur Technologie liefern, sondern Verantwortung für das Patient:innenwohl übernehmen und ein System schaffen, das bewusst gegen die Logik der Dauerbehandlung arbeitet. So werden aus einer Innovation verlässliche Prozesse, messbare Ergebnisse und realistische Heilungsziele für Patient:innen.
Meine Positive Gesundheit: „Was Kinder stark und glücklich macht!“
Stadt Witten
Die Frage „Wie geht es dir eigentlich?“ ist in Witten der Ausgangspunkt für einen neuen Zugang zu Gesundheitsförderung im Schulalltag. Der niederländische salutogene Ansatz „Positive Health“ wird strukturell in einer Grundschule als wöchentliches Schulfach sowie im Ganztag verankert und als partizipativer Dialog gestaltet. Ein kindgerecht aufbereitetes „Spinnennetz“ dient dabei als zentrales Gesprächsinstrument und macht Zusammenhänge zwischen Wohlbefinden, Gefühlen und Alltag sichtbar. Kinder lernen, ihr Befinden wahrzunehmen, zu benennen und eigene Ressourcen zu erkennen. Sie erhalten so einen niedrigschwelligen Zugang zu Gesundheitskompetenz und Selbstwirksamkeit. Das Projekt stärkt frühzeitige Prävention, gesundheitliche Chancengerechtigkeit und ist auf andere Schulen übertragbar.
https://www.witten.de/themen-mehr/gesunde-stadt-witten-gewit-/meine-positive-gesundheit/
MENO! App – Weil dein Leben nicht auf Pause steht.
Sidekick Health Germany GmbH
Die MENO! App schließt die massive Versorgungslücke für rund 10 Millionen Frauen in Deutschland, die unter menopausalen Symptomen leiden. Während nur etwa 10 % der Betroffenen wirksame Unterstützung erhalten, bietet die App eine evidenzbasierte digitale Therapie auf Basis der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Das Programm reduziert Belastungen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Erschöpfung signifikant. Eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) bestätigte eine überlegene Wirksamkeit: Die menopausespezifische Lebensqualität verbesserte sich um das 3,5‑Fache im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Virtueller Patienten-Navigator für die Strahlentherapie
myon clinic GmbH | ONCARE GmbH
Der „Virtuelle Patient:innen‑Navigator für die Strahlentherapie“ ist ein digitales Versorgungskonzept, das onkologische Patient:innen strukturiert vor, während und bis zu 12 Jahre nach einer Bestrahlung begleitet. Die Umsetzung erfolgt über die MDR‑IIa‑zertifizierte Plattform myoncare. Grundlage sind digitale Behandlungspfade für neun Bestrahlungsregionen, die 2023 in einer Konsensuskonferenz mit Vertreter:innen aus sechs Unikliniken sowie der DEGRO‑AG Nachsorge entwickelt wurden. Automatisierte PROMs, klinische Parameter und Trigger/Alerts ermöglichen eine kontinuierliche, datengesteuerte Versorgung sowie ein frühzeitiges Erkennen von Risiken. Das Modell ist skalierbar. Perspektivisch schafft ein KI‑gestütztes Shared‑Decision‑Making‑Modul einen digitalen Closed‑Loop zwischen Patient:in, Klinik und Verlauf.
Maßnahmen zur Schließung von Impflücken
Gesundheitsamt Bremerhaven
Impfungen können einen Schutz vor bestimmten Infektionskrankheiten bieten und haben dazu geführt, dass viele Krankheiten nicht mehr vorkommen oder deren Verbreitung erheblich reduziert werden konnte. Jedoch wachsen einerseits die Vorbehalte in der Bevölkerung gegen Impfungen generell, sei es aus Unwissenheit oder Unsicherheit. Andererseits wird die Erforderlichkeit von Impfmaßnahmen, insbesondere bei jungen Familien, nicht gesehen. Hier gilt es anzusetzen und eine generelle Impfschutzaufklärung als Präventionsvorsorge ins Leben zu rufen. Die Impfquoten in Bremerhaven sind – wie Erhebungen des RKI zeigen – im Bundesvergleich unterdurchschnittlich. Die Leitidee besteht darin, diese Impflücken zu schließen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind seit 2024 mehrere Maßnahmen ins Leben gerufen worden.
smartcor – Telemedizinische Plattform zur strukturierten Integration von Smartwatch-EKG-Daten in die kardiologische Versorgung
novadocs GmbH, Bad Oeynhausen
smartcor schließt eine zentrale digitale Versorgungslücke in der Kardiologie, indem patient:innengenerierte EKG‑Daten aus Smartwatches sicher, strukturiert und ärztlich integriert nutzbar gemacht werden. Das Projekt überführt bislang unkoordinierte Gesundheitsdaten in einen klar definierten, medizinisch validierten Versorgungsprozess und ermöglicht so eine frühzeitige, effiziente und alltagstaugliche Diagnostik. smartcor stärkt bestehende Versorgungsstrukturen und unterstützt eine proaktive, datenbasierte Medizin.
Digitales Rheumatologisches InformationsSystem
Berufsverband Deutscher Rheumatologen e.V. (BDRh)
Digitale Patient:innenedukation in der Rheumatologie (DiRhIS) etabliert qualitätsgesicherte, personalisierte und niedrigschwellige Patient:innenedukation als festen Bestandteil der rheumatologischen Versorgung. Das Projekt reagiert auf steigenden Informationsbedarf, begrenzte fachärztliche Ressourcen und eine weiterhin unzureichende Gesundheitskompetenz vieler Patient:innen. Durch digital integrierte, fachlich geprüfte Informationspakete werden Selbstmanagement, Therapieadhärenz und informierte gemeinsame Entscheidungen gestärkt und Behandlungsteams nachhaltig entlastet.
Muster der Inanspruchnahme – Analyse von empirischen Patientenpfaden und Befragung von Versicherten
Technische Universität München, Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie
Das Projekt „Muster der Inanspruchnahme – Analyse von empirischen Patient:innenpfaden und Befragung von Versicherten (Pfad)“ zielt darauf ab, reale Versorgungsverläufe auf Basis von Routinedaten systematisch zu analysieren. In einem strukturierten Expert:innenprozess werden Steuerungsdefizite identifiziert und durch die Einbindung der Perspektiven von Patient:innen ergänzt. So liefert das Projekt fundierte Ansatzpunkte zur Verbesserung von Koordination, Transparenz und Steuerung im Gesundheitssystem.
Erweiterte Übertragung von arztentlastenden Tätigkeiten in ArztNetzen
MEDIS Management GmbH
Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der primärärztlichen Versorgung in strukturschwachen Regionen. Durch gezielte akademische Qualifizierung werden Versorgungsaufgaben neu strukturiert und an nichtärztliche Gesundheitsfachpersonen zur eigenverantwortlichen Berufsausübung übertragen. So können Krankenhausaufenthalte vermieden, interprofessionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe gestärkt und regionale Versorgungsstrukturen nachhaltig stabilisiert werden.
FrühTü – Früh erkannt. Besser behandelt
Studierende und Ärzte Hand in Hand – die Tübinger Früharthritissprechstunde
Die Screening‑Sprechstunde ermöglicht Patient:innen mit Verdacht auf autoimmunbedingte Arthritis einen niedrigschwelligen, zeitnahen Zugang zu spezialisierter Abklärung. Durch die strukturierte Einbindung von Medizinstudierenden unter fachärztlicher Supervision werden Versorgung, Lehre und akademische Kompetenz gezielt miteinander verknüpft. Ziel ist es, Erkrankungskomplikationen frühzeitig zu vermeiden und gleichzeitig Nachwuchs für die Rheumatologie zu gewinnen.
Integration der digitalen Versorgungsplattform VITU zur Präzisionstherapie maligner Erkrankungen (VITU)
SLK-Kliniken Heilbronn GmbH
Das Projekt Digitale Plattform für personalisierte Onkologie (VITU) adressiert die wachsende Komplexität der personalisierten Onkologie, indem molekulare, klinische und patient:innenberichtete Daten strukturiert zusammengeführt und für Therapieentscheidungen nutzbar gemacht werden. Über die digitale VITU‑Plattform entsteht eine integrierte Versorgungsinfrastruktur, die datenbasierte, patient:innenzentrierte Entscheidungen unterstützt und die Lebensqualität systematisch in den onkologischen Behandlungsprozess einbindet.
Smarte Patientensteuerung: Wie das XUND-Navigationssystem Versorgungslücken schließt
XUND
XUND schließt die Lücke zwischen Online‑Suche und medizinischer Intervention und bietet eine medizinisch validierte Erstanlaufstelle zur strukturierten Patient:innensteuerung. Das Navigationssystem unterstützt sowohl die Generali Health Solutions GmbH (GHS) als auch eine große gesetzliche Krankenkasse bei der gezielten Steuerung von Patient:innen am Point of Need. Praxen werden entlastet, Risikopatient:innen priorisiert und die Zeit bis zur Diagnose durch frühzeitige, bedarfsorientierte Navigation verkürzt. Über zwei MDR‑zertifizierte Pfade – einen präventiven Health Check (Klasse I) sowie einen akuten Symptom‑/Illness‑Check (Klasse IIa) – ermöglicht XUND eine effiziente, sichere und ressourcenschonende Versorgung.
Bewegung, Stress, Sucht, Ernährung – Prävention und Gesundheitsförderung für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung
Evangelisches Krankenhaus Alsterdorf
Die BESSER‑Projekte „BESSER gesund leben“ und „BESSER Plus“ schließen eine zentrale Versorgungslücke in der Gesundheitsförderung und Prävention für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Diese besonders vulnerable Gruppe ist häufig von Multimorbidität betroffen und hat eine deutlich geringere Lebenserwartung, verfügt jedoch kaum über zugängliche, passgenaue Präventionsangebote. BESSER macht Gesundheitsförderung sichtbar, erreichbar und nutzbar und stärkt so Selbstbestimmung, Prävention und gesundheitliche Chancengerechtigkeit.
CorewayPredict
coreway
Ziel des Projekts „Prädiktive Vorhersage von Krankheitsschüben bei chronisch‑entzündlichen Erkrankungen“ ist die frühzeitige Vorhersage von Krankheitsschüben bei chronisch‑entzündlichen Erkrankungen durch die Integration von Vitaldaten und patient:innenberichteten Outcomes. Mithilfe prädiktiver Analytik werden individuelle Risikomuster erkannt, um gezielte Interventionen rechtzeitig einzuleiten und akute Verschlechterungen zu vermeiden. Der Ansatz ermöglicht eine kontinuierliche, datenbasierte Versorgungssteuerung, stärkt die aktive Einbindung von Patient:innen und trägt zur Verbesserung von Lebensqualität und Ressourceneffizienz bei.
ParkinsonGO – Hybride Versorgung für mehr Wirtschaftlichkeit, Mobilität und Lebensqualität bei Parkinson
Portabiles HealthCare Technologies
ParkinsonGo ist eine datenbasierte, sektorenübergreifende und patient:innenzentrierte Versorgungsform, die neurologische Behandlung kontinuierlich in den Alltag integriert. Durch sensorbasierte Ganganalyse, digitale Patient:innenbegleitung, telemedizinische Steuerung durch spezialisierte Nurses und darauf aufbauende telemedizinische Behandlung durch Neurolog:innen werden klinisch relevante Veränderungen frühzeitig erkannt. So entsteht ein strukturierter Versorgungsprozess, der evidenzbasierte Therapieentscheidungen unterstützt und vermeidbare Verschlechterungen reduziert.
„Time is brain & Team is brain“ – Digitalisierung im Prozess der Schlaganfallakutversorgung
Medizinische Hochschule Hannover
„Time is brain & Team is brain“ sind zentrale Paradigmen der Schlaganfallversorgung. Ziel des Projekts ist die Optimierung des zeitkritischen, interdisziplinären Akutprozesses durch eine digitale Plattform mit Smartphone‑App. Eine strukturierte Single‑Call‑Activation, parallele Team‑Information und vereinfachte Dokumentation verbessern die Prozesskoordination. Ergänzt durch ein interdisziplinäres Stroke‑Team‑Training konnte die Zeit bis zur Akuttherapie signifikant reduziert und die Versorgung nachhaltig verbessert werden.
Multiprofessionelle Versorgungsstruktur und Netzwerk zur Förderung von bedarfsorientierter, wohnortnaher Bewegungstherapie von onkologischen Patienten
Universitätsklinikum Heidelberg / Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg
MOVE‑ONKO verfolgt das Ziel, Bewegungsförderung und ‑therapie als festen Bestandteil der onkologischen Versorgung zu etablieren. Auf Basis der hohen Evidenz für onkologische Sport‑ und Bewegungstherapie wird ein strukturierter Versorgungspfad zur Bewegungsberatung vor, während und nach einer Krebserkrankung implementiert. So soll die Lebensqualität von Menschen mit Krebs nachhaltig verbessert und supportive Versorgung systematisch in die interdisziplinäre Onkologie integriert werden.
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