Delstrigo® (Doravirin/Lamivudin/ Tenofovirdisoproxil)
Delstrigo® (Doravirin, Lamivudin, Tenofovirdisoproxil) ist eine Kombination aus drei Wirkstoffen gegen HIV (Humanes Immunschwächevirus), die verhindern, dass die RNA der HI-Viren in DNA umgeschrieben wird (Reverse-Transkriptase-Hemmer). Das Erbgut der Viren kann somit nicht in das der menschlichen Zelle eingebaut werden und die Vermehrung der Viren wird verhindert.


Filmtabletten

In der Originalflasche aufbewahren; Die Flasche fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Trockenmittel nicht herausnehmen
Informationen zu Delstrigo®
Darreichungsformen
Filmtabletten
Packungsgrößen:
Delstrigo® 100 mg/300 mg/245 mg | Filmtabletten | 30 Stück | PZN 14260621
Delstrigo® 100 mg/300 mg/245 mg | Filmtabletten | 90 Stück | PZN 1426063
Häufige Fragen zur sicheren Anwendung
Was ist HIV?
Die Abkürzung HIV steht für die englische Bezeichnung „Human Immunodeficiency Virus“ (menschliches Immunschwäche-Virus). Eine Infektion mit diesem Virus aus der Familie der Retroviren ist die Ursache für die Immunschwächekrankheit AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome/erworbenes Immunschwächesyndrom). Nach der HIV-Übertragung verbleibt der Erreger lebenslang im Körper. Bisher gibt es weder eine Schutzimpfung noch ist die HIV-Infektion heilbar. Eine rasche Diagnose der HIV-Infektion ist wichtig: Sie ermöglicht Patient:innen den Zugang zur antiretroviralen Therapie (ART) und hilft weitere Übertragungen zu vermeiden. Durch rechtzeitige und konsequente antiretrovirale Therapie können Menschen mit HIV heute gut und lange leben. Eine schwere Immunschwäche (und somit der Ausbruch von AIDS) kann damit verhindert werden. Von AIDS spricht man erst, wenn es zu einer spezifischen Kombination von Symptomen durch die HIV-Infektion kommt. Dabei vermehrt sich das HI-Virus so stark und schwächt das Immunsystem so sehr, dass sogenannte AIDS-definierende Erkrankungen auftreten können. Dazu gehören vor allem opportunistische Infektionen, die bei Menschen mit HIV/AIDS zum Tode führen können.1
Quelle:
Wie wirkt Delstrigo?
Alle drei Wirkstoffe in Delstrigo® hemmen die Aktivität der Reverse-Transkriptase, eines Virusenzyms, das es HIV ermöglicht, sich in den infizierten Zellen zu vermehren. Doravirin ist ein nicht nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI) und Lamivudin ein nukleosidischer Reverse Transkriptase-Hemmer (NRTI). Tenofovirdisoproxil ist eine Vorstufe („Prodrug“) von Tenofovir, das heißt, es wird im Körper in den Wirkstoff Tenofovir umgewandelt. Tenofovir ist ein nukleotidischer Reverse-Transkriptase-Hemmer. Delstrigo® hält die Konzentration von HIV im Blut auf einem niedrigen Niveau. Es kann die HIV-Infektion bzw. AIDS nicht heilen, jedoch die Schädigung des Immunsystems und die Entwicklung von mit AIDS verbundenen Infektionen und Erkrankungen hinauszögern.1
Quelle:
Wie wird Delstrigo® dosiert?
Die empfohlene Dosis von Delstrigo® beträgt eine 100/300/245 mg-Tablette oral einmal täglich, unabhängig von der Nahrungsaufnahme.1
Quelle:
Für welche Patientengruppe ist Delstrigo® geeignet?
Delstrigo® wird zur Behandlung von HIV-1 bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 35 kg eingesetzt. Die HI-Vieren dürfen keine Mutationen aufweisen, die bekanntermaßen mit einer Resistenz gegen die Substanzklasse der nicht nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI, Lamivudin oder Tenofovir assoziiert sind.1
Quelle:
Was passiert, wenn eine Dosis vergessen wird?
Falls der Patient eine Dosis Delstrigo® innerhalb von 12 Stunden nach dem planmäßigen Einnahmezeitpunkt versäumt, sollte der Patient Delstrigo® so bald wie möglich einnehmen und dann das normale Dosierungsschema wiederaufnehmen. Wenn später als 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt bemerkt wird, dass eine Dosis von Delstrigo® ausgelassen wurde, sollte der Patient diese Dosis nicht nachholen, sondern die nächste Dosis zum planmäßigen Einnahmezeitpunkt einnehmen. Der Patient sollte keine 2 Dosen auf einmal einnehmen.1
Quelle:
Welche Nebenwirkungen treten am häufigsten auf?
Sehr häufige Nebenwirkungen von Doravirin (die bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen können) sind Übelkeit und Kopfschmerzen. Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Delstrigo® berichteten Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der Packungsbeilage bzw. Fachinformation zu entnehmen.1-3
Quellen:
Wann darf Delstrigo® nicht eingenommen werden?
Delstrigo® darf nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen einen der enthaltenen Wirkstoffe besteht sowie wenn neben Delstrigo® eines der folgenden Arzneimittel eingenommen wird: Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Rifapentin, Johanniskraut (oder Arzneimittel, die Johanniskraut enthalten), Mitotan, Enzalutamid, Lumacaftor.
Bei Patienten mit einer geschätzten Kreatinin-Clearance von < 50 ml/min sollte die Behandlung mit Delstrigo® nicht begonnen werden. Delstrigo® sollte abgesetzt werden, wenn die geschätzte Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min sinkt.1
Quelle:
Wie soll Delstrigo® gelagert werden und wie lange ist es haltbar?
Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Delstrigo® ist in der Originalflasche aufzubewahren. Die Flasche fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. In der Flasche befindet sich ein Trockenmittel, das die Tabletten vor Feuchtigkeit schützt. Trockenmittel nicht herausnehmen. Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Es ist 30 Monate haltbar. Nach dem auf der Flasche nach „Verwendbar bis“ bzw. „EXP“ angegebenen Verfalldatum darf das Arzneimittel nicht mehr verwendet werden.1, 2
Quellen:
Kann Delstrigo® in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden?
Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Delstrigo® während der Schwangerschaft vermieden werden.
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Delstrigo® bei Schwangeren vor.
Es wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen nicht stillen, um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden.
Weitere Informationen finden Sie in der Fachinformation von Delstrigo®.1
Quelle:
Hat Delstrigo® einen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit?
Delstrigo® hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Unter der Behandlung mit Delstrigo® wurde Ermüdung, Schwindel und Schläfrigkeit berichtet. Dies ist bei der Beurteilung der Verkehrstüchtigkeit und der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen zu berücksichtigen.1
Quelle:
Können Delstrigo®-Filmtabletten geteilt werden oder über eine Sonde eingenommen werden?
Delstrigo® Filmtabletten sind weder teilbar noch mörserbar. Zur Sondengabe liegen keine Daten vor.
Ist Delstrigo® aktuell verfügbar?
Haben Sie Fragen zur Verfügbarkeit unserer Produkte? Auf unserer Informationsseite finden Sie für Ihr Tagesgeschäft relevante Informationen zu unseren Produkten.
Weiterführende Informationen für Patient:innen
Hilfreiche Informationen und Beratungsangebote zum Thema HIV/Aids finden Sie auch auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts zum Thema HIV sowie auf den Seiten der deutschen Aidshilfe.
Darüber hinaus können Sie Fragen zu HIV-Infektionen und weiteren medizinischen Themen dem MSD Manual entnehmen.
Individuelle Fragen zu Delstrigo®
Komplexe medizinische Fragen zu Delstrigo® (Doravirin/Lamivudin/ Tenofovirdisoproxil) beantwortet Ihnen gerne unser Medical Information Team.
Diese Webseite wurde erstellt vom MSD Medical Information Team.
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