Vaxelis® [Diphtherie-Tetanus-Pertussis (azellulär, aus Komponenten)-Hepatitis-B(rDNA)-Poliomyelitis (inaktiviert)-Haemophilus-Typ-b (konjugiert)-Adsorbat-Impfstoff]
Vaxelis® [Diphtherie-Tetanus-Pertussis (azellulär, aus Komponenten)-Hepatitis-B(rDNA)-Poliomyelitis (inaktiviert)-Haemophilus-Typ-b (konjugiert)-Adsorbat-Impfstoff] ist ein Sechsfach-Impfstoff zur Prävention von Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Hepatitis B, Poliomyelitis und Erkrankungen, die durch Haemophilus influenzae Typ b verursacht werden. Er gehört zur Gruppe der Totimpfstoffe.


Injektionssuspension in einer Fertigspritze

Die Fertigspritze oder Durchstechflasche in der Originalverpackung aufbewahren, um den Impfstoff vor Licht zu schützen

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C), nicht einfrieren
Informationen zu Vaxelis®
Darreichungsformen
Injektionslösung in einer Fertigspritze
Packungsgrößen:
Vaxelis® | Injektionssuspension in einer Fertigspritze | 0,5 ml PZN 12386944
Vaxelis® | Injektionssuspension in einer Fertigspritze | 10 x 0,5 ml PZN 12386996
Vaxelis® | Injektionssuspension in einer Fertigspritze | 50 x 0,5 ml PZN 12387004
Häufige Fragen zur sicheren Anwendung
Was ist Vaxelis® für ein Impfstoff und wogegen schützt er?
Vaxelis® ist ein Kombinationsimpfstoff (bestehend aus 6 Komponenten) zur gleichzeitigen Prävention von Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Hepatitis B, Poliomyelitis und invasiven Erkrankungen durch Haemophilus influenzae Typ b (Hib) bei Säuglingen und Kleinkindern ab 6 Wochen. Es wird zur Grundimmunisierung und Auffrischimpfung eingesetzt und soll entsprechend den offiziellen Impfempfehlungen angewendet werden.1
Weitere Informationen zu den einzelnen Erkrankungen, vor denen Vaxelis® schützt, finden Sie unter der Frage „Wie wirkt Vaxelis®?“ und auf den zugehörigen Seiten des Robert-Koch-Instituts (RKI). Die entsprechenden Links finden Sie im Abschnitt „Weiterführende Informationen für Patienten“.
Quellen:
Wie wirkt Vaxelis®?
Der Impfstoff bewirkt, dass der Körper durch die Bildung von Abwehrstoffen (Antikörpern) einen Impfschutz gegen die Bakterien und Viren aufbaut, die die folgenden Erkrankungen verursachen1:
- Diphtherie: eine bakterielle Infektion, die im Allgemeinen zuerst den Rachenraum befällt und Schmerzen und ein Anschwellen des Rachenraums verursacht. Dies kann zum Ersticken führen. Die Bakterien bilden auch ein Toxin (Gift), das Herz, Nieren und Nerven schädigen kann.
- Tetanus (häufig auch Wundstarrkrampf genannt): von Tetanusbakterien verursacht, die in eine tiefe Wunde eindringen. Die Bakterien bilden ein Toxin (Gift), das Muskelkrämpfe hervorruft. Dies führt dazu, dass die betreffende Person nicht mehr atmen kann und möglicherweise erstickt.
- Pertussis (häufig auch Keuchhusten genannt): eine hochansteckende Erkrankung, die die Atemwege betrifft. Sie verursacht dabei schwere Hustenanfälle, die zu Atemproblemen führen können. Der Husten ist dabei oft von einem „keuchenden“ Geräusch begleitet. Der Husten kann ein bis zwei Monate oder länger anhalten. Keuchhusten kann auch zu einer Infektion der Ohren, einer lang andauernden Infektion der Atemwege (Bronchitis), einer Infektion der Lunge (Lungenentzündung), Krampfanfällen, Hirnschäden und sogar zum Tod führen.
- Hepatitis B: durch das Hepatitis-B-Virus verursacht. Es führt zu einer entzündungsbedingten Vergrößerung der Leber. Bei manchen Personen kann das Virus lange Zeit im Körper verbleiben und möglicherweise zu schwerwiegenden Leberproblemen einschließlich Leberkrebs führen.
- Poliomyelitis (häufig auch einfach Polio oder Kinderlähmung genannt): durch Viren verursacht, die die Nerven befallen. Dies kann zu Lähmungen oder Muskelschwäche, meist in den Beinen, führen. Eine Lähmung der Atem- und Schluckmuskulatur kann tödlich sein.
- Haemophilus-influenzae-Typ-b-Infektionen (häufig auch einfach nur Hib-Infektionen genannt): schwerwiegende, durch bestimmte Bakterien verursachte Infektionen, die zu Hirnhautentzündung (Meningitis) mit Hirnschäden, Taubheit, Epilepsie oder teilweiser Erblindung führen können. Die Infektion kann außerdem eine Entzündung und Schwellung des Rachens verursachen, die zu Schluck- und Atembeschwerden führen kann. Auch andere Bereiche des Körpers, z. B. Blut, Lunge, Haut, Knochen und Gelenke, können von der Infektion betroffen sein.
Quelle:
Für welche Personengruppe ist Vaxelis® zugelassen?
Vaxelis® ist zugelassen zur Grundimmunisierung und Auffrischimpfung bei Säuglingen und Kleinkindern ab einem Alter von 6 Wochen.1, 2
Quellen:
Wie sieht das empfohlene Impfschema mit Vaxelis® aus?
Vaxelis® ist für die Grundimmunisierung und Auffrischimpfung bei Säuglingen und Kleinkindern ab einem Alter von 6 Wochen zugelassen. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei oder drei Impfdosen im Abstand von mindestens einem Monat.1, 2
Entsprechend der STIKO‑Empfehlung richtet sich die Anzahl der Impfdosen nach dem Gesundheitsstatus des Impflings: Gesunde Säuglinge erhalten die Grundimmunisierung mit zwei Impfdosen im Alter von 2 und 4 Monaten, Frühgeborene (< 37. Schwangerschaftswoche) drei Impfdosen im Alter von 2, 3 und 4 Monaten.1, 3
Die Auffrischimpfung erfolgt gemäß STIKO‑Empfehlung im Alter von 11 Monaten, jedoch frühestens sechs Monate nach der letzten Dosis der Grundimmunisierung.1, 2
Nachholimpfungen sind laut STIKO bis zum 5. Geburtstag empfohlen.3
Quellen:
Wie wird Vaxelis® angewendet?
Vaxelis sollte ausschließlich intramuskulär (i.m.) injiziert werden. Empfohlene Injektionsorte sind der anterolaterale Bereich des Oberschenkels (bevorzugte Stelle bei Säuglingen im Alter unter einem Jahr) oder der Deltamuskel am Oberarm.1, 2
Quellen:
Sollen bzw. dürfen Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft gegen Pertussis geimpft wurden, mit Vaxelis® geimpft werden?
Ja.
Die Impfung der Mutter gegen Pertussis in der Schwangerschaft stellt keine Kontraindikation für die Impfung des Säuglings mit Vaxelis® dar.1
Die STIKO empfiehlt die Grundimmunisierung gegen Pertussis für alle Säuglinge beginnend im Alter von 2 Monaten (bzw. ab 6 Wochen je nach verwendetem Impfstoff) mit Kombinationsimpfstoffen, unabhängig vom Impfstatus der Mutter.2
Die Impfung in der Schwangerschaft dient dem Schutz des Neugeborenen in den ersten Lebenswochen, bis das Kind selbst geimpft werden kann, und ersetzt die Grundimmunisierung des Säuglings nicht.3
Quellen:
- Fachinformation von Vaxelis®
- Ständige Impfkommission (STIKO): Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut 2026. Epid Bull 2026; 4:1-79 | DOI 10.25646/13636
- AG Pertussis der Ständigen Impfkommission (STIKO): Wissenschaftliche Begründung für die Empfehlung der Pertussisimpfung mit einem Tdap- Kombinationsimpfstoff in der Schwangerschaft.
Epid Bull 2020;14:3 – 34 | DOI 10.25646/6584
Kann Vaxelis® verwendet werden, wenn ein Kind bei der Geburt bereits gegen Hepatitis B geimpft wurde?
Ja.
Wurde bei der Geburt bereits eine Dosis Hepatitis‑B‑Impfstoff verabreicht, kann Vaxelis® ab einem Alter von 6 Wochen anstelle der weiteren Dosen des Hepatitis-B-Impfstoffs angewendet werden. Ist eine zweite Dosis Hepatitis-B-Impfstoff vor diesem Alter erforderlich, sollte ein altersgerechter monovalenter Hepatitis-B-Impfstoff angewendet werden.1
Auf diese Weise lässt sich die Hepatitis‑B‑Impfserie im Rahmen der Sechsfachimpfung fortführen. Das entspricht auch der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), nach der im Fall des Einsatzes von Kombinationsimpfstoffen von zusätzlich verabreichten Impfstoffdosen in der Regel kein erhöhtes Risiko ausgeht.1, 2
Quellen:
Kann während einer Impfserie mit Vaxelis® der Impfstoff gewechselt werden?
Vaxelis® kann als Auffrischimpfung bei Kindern verabreicht werden, die bei ihrer Grundimmunisierungsserie einen anderen hexavalenten Impfstoff erhalten haben. Wenn keine Auffrischimpfung mit einem hexavalenten DTaP(Diphtherie, Tetanus und azelluläre Pertussis)-Impfstoff zur Verfügung steht, muss zumindest eine Dosis Hib-Impfstoff verabreicht werden.1
Vaxelis kann auch im Rahmen eines gemischt-kombinierten hexavalent/pentavalent/hexavalenten Immunisierungsschemas verwendet werden.1
Quelle:
Kann Vaxelis® gleichzeitig mit anderen Kinderimpfstoffen angewendet werden?
Vaxelis® kann zeitgleich mit anderen Impfstoffen wie Pneumokokken-Impfstoffen, Masern-Mumps-
Röteln-Windpocken(MMRV)-Impfstoffen, Rotavirus-Impfstoffen oder Meningokokken-B- oder -C-Impfstoffen
angewendet werden.1, 2
Die zeitgleiche Verabreichung von Vaxelis® mit anderen injizierbaren Impfstoffen muss an unterschiedlichen Injektionsstellen und vorzugsweise an verschiedenen Gliedmaßen durchgeführt werden.1, 2
Vaxelis® sollte nicht mit anderen Impfstoffen oder anderen parenteral zu verabreichenden Arzneimitteln gemischt werden.1
Quellen:
Warum werden mehrere Impfungen in einer Spritze kombiniert?
Kombinationsimpfstoffe können dazu beitragen, die Zahl der Injektionen zu verringern und damit die Umsetzung des Impfplans zu erleichtern. Eine Impfung gegen mehrere Erkrankungen gleichzeitig kann bedeuten, dass der vollständige Impfschutz früher erreicht wird und weniger Impftermine erforderlich sind.1
Quelle:
Wird das Immunsystem durch die Kombinationsimpfung überlastet?
Nein. Das Immunsystem von Säuglingen wird täglich mit Tausenden von Keimen aus der Umwelt konfrontiert. Eine Impfung stellt demgegenüber eine deutlich geringere Belastung dar. Durch die Impfung wird eine kontrollierte, dosierte Menge Antigene verabreicht. Damit ist das Immunsystem in der Lage, für einen frühzeitigen Schutz zu sorgen, ohne dass hierbei die Komplikationen einer natürlichen Erkrankung in Kauf genommen werden müssen.1
Quelle:
Wie lange hält der Schutz nach der Sechsfachimpfung an?
Nach abgeschlossener Grundimmunisierung und Auffrischimpfung entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) besteht ein Impfschutz im Kindesalter. Für einige Impfkomponenten, wie Tetanus, Diphtherie oder Pertussis, sind im weiteren Lebensverlauf zusätzliche Auffrischimpfungen vorgesehen, um den Impfschutz langfristig aufrechtzuerhalten.1
Quelle:
Was passiert, wenn ein Impftermin versäumt oder verschoben wird?
Wenn ein Impftermin nicht eingehalten werden kann, entscheidet der Arzt, wann die Impfung nachgeholt wird.
Die Impfserie muss nicht neu begonnen und die fehlenden Impfungen sollten zeitnah nachgeholt werden. Wichtig ist, dass alle vorgesehenen Dosen verabreicht werden, um einen vollständigen und langfristigen Schutz zu erreichen. Dabei ist zu beachten, dass die empfohlenen Mindestabstände nicht unterschritten werden.1
Quelle:
Wie sicher ist Vaxelis®?
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen nach Verabreichung von Vaxelis® waren Reizbarkeit,
Weinen, Somnolenz, Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerz, Erythem, Schwellung), Fieber
(≥38 °C), verminderter Appetit und Erbrechen.1-3
Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Vaxelis® berichteten Nebenwirkungen ist der Fachinformation bzw. dem Beipackzettel zu entnehmen.1, 2
Bei Verdacht auf eine Nebenwirkung sollte ein Arzt konsultiert werden. Nebenwirkungen können außerdem direkt über diesen LINK gemeldet werden. Das Melden von Nebenwirkungen trägt zur Verbesserung der Sicherheit unserer Arzneimittel und Impfstoffe bei.
Quellen:
Wie soll Vaxelis® gelagert werden?
Vaxelis® darf nach dem auf der Fertigspritze bzw. dem Umkarton nach „verwendbar bis“ (Verw. bis; EXP) angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwendet werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.1, 2
Im Kühlschrank lagern (2°C bis 8°C). Nicht einfrieren. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.1, 2
Quellen:
Kann Vaxelis® verwendet werden, wenn es außerhalb des Kühlschranks gelagert wurde?
Daten zur Stabilität zeigen, dass Vaxelis® bei einer Temperatur bis 25 °C für 228 Stunden stabil ist. Am Ende dieses Zeitraums sollte Vaxelis verabreicht oder verworfen werden. Diese Daten dienen nur für den Fall einer zeitlich begrenzten Temperaturabweichung als Anhaltspunkt für medizinisches Fachpersonal.1
Quelle:
Zur Unterstützung bei kurzzeitigen, ungeplanten Temperaturabweichungen steht für medizinisch-pharmazeutisches Fachpersonal ein Rechner für Temperaturabweichungen zur Verfügung:
Rechner für Temperaturabweichungen
Ist Vaxelis® aktuell verfügbar?
Auf unserer Informationsseite finden Sie für Ihr Tagesgeschäft relevante Informationen zu unseren Produkten
Weiterführende Informationen für Patient:innen
Vaxelis® bietet einen Impfschutz vor insgesamt 6 Erkrankungen. Informationen zu den verschiedenen Infektionskrankheiten finden Sie unter anderem auf den entsprechenden Internetseiten des Robert-Koch-Instituts:
- Diphtherie
- Tetanus
- Pertussis (Keuchhusten)
- Hepatitis B
- Poliomyelitis (Kinderlähmung)
- Haemophilus influenzae
Ein „Faktenblatt“ des Robert-Koch-Instituts mit den wichtigsten Informationen zu Sechsfachimpfstoffen finden Sie hier.
Darüber hinaus können Sie Fragen zu impfpräventablen Infektionen und weiteren medizinischen Themen dem MSD Manual entnehmen.
Individuelle Fragen zu Vaxelis®
Komplexe medizinische Fragen zu Vaxelis® [Diphtherie-Tetanus-Pertussis (azellulär, aus Komponenten)-Hepatitis-B(rDNA)-Poliomyelitis (inaktiviert)-Haemophilus-Typ-b (konjugiert)-Adsorbat-Impfstoff] beantwortet Ihnen gerne unser Medical Information Team.
Diese Webseite wurde erstellt vom MSD Medical Information Team.
Wir sind ein medizinisch-wissenschaftliches Expertenteam aus Ärztinnen und Ärzten, Apotheker:innen sowie Naturwissenschaftler:innen. Gerne beraten wir Sie auch persönlich und fachkundig zu unseren Produkten.
DE-NON-08386 / MI-CMB-0104-DE