VARIVAX® (Varizellen-Lebendimpfstoff)
VARIVAX® ist ein Lebendimpfstoff zur aktiven Immunisierung gegen Varizellen (Windpocken). Der Impfstoff enthält abgeschwächte Viren, die eine Immunantwort auslösen und so vor den entsprechenden Infektionen schützen können.


Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension in einer Fertigspritze

Die Durchstechflasche in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen

Kühl lagern und transportieren (2 °C – 8 °C)
Informationen zu VARIVAX®
Darreichungsformen
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension in einer Fertigspritze
Packungsgrößen:
VARIVAX® | Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension in einer Fertigspritze | 0,5 ml | PZN 02464005
VARIVAX® | Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension in einer Fertigspritze | 10 x 0,5 ml | PZN 00766647
Häufige Fragen zur sicheren Anwendung
Was ist VARIVAX® für ein Impfstoff? Vor welchen Erkrankungen schützt der Impfstoff?
VARIVAX® ist ein Windpocken (Varizellen-)Lebendimpfstoff, der abgeschwächte Varizellen-Viren enthält. Der Impfstoff wird verabreicht, um Kinder und Erwachsene vor Windpocken zu schützen.1, 2
Quellen:
Für welche Altersgruppe ist VARIVAX® zugelassen?
VARIVAX® kann ab 12 Monaten angewendet werden. VARIVAX® kann unter besonderen Umständen auch Säuglingen ab 9 Monaten verabreicht werden, z. B., um nationalen Impfempfehlungen zu entsprechen oder in Ausbruchssituationen. Säuglinge unter 9 Monaten sollten nicht mit VARIVAX® geimpft werden.1, 2
Quellen:
Wie sieht das Impfschema mit VARIVAX® aus?
Das Impfschema von VARIVAX® ist abhängig vom Alter der zu impfenden Person zum Zeitpunkt der Impfung:
- Kinder ab 9 Monaten erhalten zwei Dosen VARIVAX®, um einen optimalen Schutz vor Windpocken (Varizellen) zu gewährleisten. Erfolgt die erste Impfung im Alter von 9 bis 12 Monaten, ist eine zweite Dosis erforderlich. Diese sollte mit einem Abstand von mindestens 3 Monaten verabreicht werden.1, 2
- Bei Kindern von 12 Monaten bis 12 Jahren sollte zwischen erster und zweiter Dosis ein Mindestabstand von 1 Monat eingehalten werden.1, 2
- Personen ab 13 Jahren erhalten zwei Dosen im Abstand von 4 bis 8 Wochen.1, 2
- Der geeignete Zeitpunkt und die erforderliche Anzahl von Injektionen sollte unter Berücksichtigung der offiziellen Impfempfehlungen festgelegt werden.1, 2
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in der regionalen Impfempfehlung für alle Kinder zwei Impfungen gegen Windpocken (Varizellen). Die erste Impfung soll in der Regel im Alter von 11 Monaten getrennt, aber zeitgleich mit einem Masern-Mumps-Röteln- und Varizellen-Impfstoff und die zweite Impfung im Alter von 15 Monaten mit einem Masern-Mumps-Röteln-Varizellen-Kombinations-Impfstoff erfolgen. Versäumte Impfungen sollen so bald wie möglich nachgeholt werden, spätestens bis zum 18. Geburtstag.3
Quellen:
Wie wird VARIVAX® angewendet?
VARIVAX® wird intramuskulär oder subkutan verabreicht. Die Anwendung erfolgt bei jüngeren Kindern vorzugsweise in den anterolateralen Bereich des Oberschenkels und bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in den Bereich des Deltamuskels am Oberarm. Personen mit Thrombozytopenie oder anderen Blutgerinnungsstörungen sollten den Impfstoff subkutan erhalten.1, 2
Der Impfstoff darf unter keinen Umständen intravasal verabreicht werden.1, 2
Quellen:
Kann VARIVAX® nach Kontakt zu einer Person mit Windpocken angewendet werden?
VARIVAX® kann auch bei Personen ohne Windpocken in der Vorgeschichte angewendet werden, die in Kontakt mit an Windpocken erkrankten Personen gekommen sind. Wird der Impfstoff innerhalb von 3 Tagen nach einer möglichen Ansteckung verabreicht, kann eine Erkrankung verhindert oder der Krankheitsverlauf abgemildert werden. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass auch eine Impfung bis zu 5 Tagen nach einer möglichen Ansteckung den Krankheitsverlauf abmildern kann.1, 2
Quellen:
Kann VARIVAX® gleichzeitig mit anderen Impfstoffen angewendet werden?
VARIVAX kann gleichzeitig an unterschiedlichen Körperstellen mit Impfstoffen verabreicht werden, die routinemäßig bei Kindern angewendet werden, darunter Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (MMR), Haemophilus-influenzae-b-Konjugatimpfstoff, Hepatitis B-Impfstoff, Diphtherie-, Tetanus-, Ganzkeim-Pertussis-Impfstoff und oralem Polio-Impfstoff. VARIVAX® kann außerdem bei demselben Arztbesuch zusammen mit einem Pneumokokken-Konjugatimpfstoff verabreicht werden. Wird VARIVAX® nicht gleichzeitig mit dem Masern-Mumps-Röteln-Lebendimpfstoff verabreicht, sollte zwischen den beiden Lebendimpfstoffen ein Abstand von einem Monat liegen.1, 2
Quellen:
Muss die Impfung aufgefrischt werden?
Wenn zwei Impfungen gegen Varizellen im Impfpass dokumentiert sind, ist laut Fachinformation von VARIVAX® sowie der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) keine weitere Impfung vorgesehen.1, 2
Quellen:
Was passiert, wenn ein Impftermin versäumt oder verschoben wird?
Wenn ein Impftermin nicht eingehalten werden kann, entscheidet der Arzt, wann die Impfung nachgeholt wird.
Die Impfserie muss nicht neu begonnen und die fehlenden Impfungen sollten zeitnah nachgeholt werden. Wichtig ist, dass alle vorgesehenen Dosen verabreicht werden, um einen vollständigen und langfristigen Schutz zu erreichen. Dabei ist zu beachten, dass die empfohlenen Mindestabstände nicht unterschritten werden.1
Quelle:
Kann VARIVAX® während der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden?
VARIVAX® darf schwangeren Frauen nicht verabreicht werden. Es wurden keine Studien über die Anwendung von VARIVAX® bei Schwangeren durchgeführt.1, 2
Nach der Impfung sollte eine Schwangerschaft über einen Zeitraum von einem Monat verhindert werden. Frauen, die schwanger werden möchten, wird empfohlen, die Schwangerschaft zu verschieben.1, 2
Eine versehentliche Varizellen-Impfung in der Frühschwangerschaft (da diese noch nicht bekannt war) stellt keinen Grund für einen Schwangerschaftsabbruch dar.3
In diesem Fall bitte an den Arzt wenden.
Personen, die derzeit stillen oder die beabsichtigen zu stillen, sollten den Arzt informieren. Der Arzt wird entscheiden, ob mit VARIVAX® geimpft werden soll.1, 2
Quellen:
Wie sicher ist VARIVAX®? Welche Nebenwirkungen können nach der Impfung auftreten?
Wie alle Impfstoffe und Arzneimittel kann auch dieser Impfstoff Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Sehr häufig wurden Fieber sowie Hautrötung, Schmerz/Druckempfindlichkeit/Schmerzhaftigkeit und Schwellung an der Einstichstelle beobachtet. Häufig wurden unter anderem Infektionen der oberen Atemwege, Reizbarkeit, Ausschlag bzw. varizellenartiger Ausschlag, Ausschlag an der Einstichstelle und Juckreiz an der Einstichstelle berichtet.1, 2
Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 Geimpften) kann eine schwere allergische Reaktion auftreten, die Gesichtsschwellung, niedrigen Blutdruck, Atembeschwerden und Ausschlag beinhalten kann. Diese Reaktionen treten oftmals unmittelbar nach der Impfung auf. Sollte eines dieser Symptome oder andere schwerwiegende Symptome nach der Impfung auftreten, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.1, 2
Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit VARIVAX® berichteten Nebenwirkungen ist der Fachinformation bzw. dem Beipackzettel zu entnehmen.1, 2
Nebenwirkungen können außerdem direkt über diesen LINK gemeldet werden. Das Melden von Nebenwirkungen trägt zur Verbesserung der Sicherheit unserer Arzneimittel und Impfstoffe bei.
Quellen:
Können geimpfte Personen das Varizellen-Impfvirus auf andere Personen übertragen?
In seltenen Fällen ist es möglich, sich bei einer mit VARIVAX® geimpften Person mit Windpocken anzustecken. Dies kann insbesondere für Personen relevant sein, die zuvor nicht geimpft waren oder keine Windpocken hatten und deren Immunsystem geschwächt ist, für Schwangere ohne durchgemachte Windpocken sowie für Neugeborene von Müttern ohne Windpocken in der Vorgeschichte. Wenn möglich, sollten mit VARIVAX® geimpfte Personen engen Kontakt mit Personen aus diesen Gruppen für bis zu 6 Wochen nach der Impfung vermeiden.1, 2
Quellen:
Wie soll VARIVAX® gelagert werden?
VARIVAX® sollte für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. VARIVAX® darf nach dem auf dem Umkarton nach „verwendbar bis“ (Verw. bis; EXP) angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwendet werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats. 1,2
VARIVAX® ist kühl zu lagern sowie zu transportieren (2 °C bis 8 °C) und darf nicht eingefroren werden. Es sollte in der Originalverpackung aufbewahrt werden, um den Inhalt vor Licht zu schützen.1, 2
Quellen:
Kann VARIVAX® verwendet werden, wenn es außerhalb des Kühlschranks gelagert wurde?
Generell sollte VARIVAX® bei 2 °C – 8 °C gelagert und transportiert werden.1, 2
Quellen:
Zur Unterstützung bei kurzzeitigen, ungeplanten Temperaturabweichungen steht für medizinisch-pharmazeutisches Fachpersonal ein Rechner für Temperaturabweichungen zur Verfügung:
Rechner für Temperaturabweichungen
Wie lange kann VARIVAX® nach Rekonstitution angewendet werden?
Der Impfstoff sollte unmittelbar nach der Rekonstitution verabreicht werden. Falls erforderlich, kann der rekonstituierte Impfstoff bis zu 30 Minuten bei 20 °C bis 25 °C aufbewahrt werden. Der rekonstituierte Impfstoff ist zu verwerfen, wenn er nicht innerhalb von 30 Minuten zur Anwendung kommt.1, 2
Der rekonstituierte Impfstoff darf nicht eingefroren werden.1, 2
Quellen:
Ist VARIVAX® aktuell verfügbar?
Auf unserer Informationsseite finden Sie für Ihr Tagesgeschäft relevante Informationen zu unseren Produkten.
Weiterführende Informationen für Patient:innen
VARIVAX® bietet einen Impfschutz vor Windpocken (Varizellen). Informationen zu Windpocken (Varizellen) finden Sie auch auf den entsprechenden Internetseiten des Robert-Koch-Instituts:
RKI – Schutzimpfung gegen Varizellen (Windpocken)
Darüber hinaus können Sie Fragen zu impfpräventablen Infektionen und weiteren medizinischen Themen dem MSD Manual entnehmen.
Individuelle Fragen zu VARIVAX®
Komplexe medizinische Fragen zu VARIVAX® (Varizellen-Lebendimpfstoff) beantwortet Ihnen gerne unser Medical Information Team.
Diese Webseite wurde erstellt vom MSD Medical Information Team.
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