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Die Eliminationsprogramme der WHO und ihre Erfolge

Noch vor etwa 100 Jahren gab es Pockenepidemien, bei denen 20 % bis 30 % der Betroffenen an der Viruskrankheit starben. Durch ein weltweites Programm konnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1980 die Pocken als erste und bis heute einzige infektiöse Krankheit des Menschen in allen Regionen der Welt ausrotten. Damit wurde gezeigt, dass ein solches Unterfangen möglich ist.

Welche Krankheiten könnten ausgerottet werden?

Laut dem Robert Koch-Institut könnten Infektionskrankheiten ausgerottet werden, wenn es

  • wirksame und praktikable Interventionen gibt, die eine Weiterverbreitung der Infektion verhindern können (wie beispielsweise Impfstoffe),
  • wenn gute Methoden zur Diagnose verfügbar sind, um erkrankte Personen zu identifizieren und
  • wenn der Mensch das einzige Infektionsreservoir darstellt.

Eine Krankheit gilt als eliminiert, wenn in einer geographischen Region eine Krankheit nicht mehr vorkommt bzw. nur noch in bestimmten Einzelfällen auftritt. Von einer Eradikation spricht man, wenn die Krankheit auf der gesamten Welt nicht mehr vorkommt.

Manche Krankheiten halten sich hartnäckig

Die Eradikation der Pocken war ein aufwändiges und weltumspannendes Unterfangen. Seitdem hat die WHO weitere Eradikationsprogramme gestartet, wie 2001 beispielsweise die Masern Initiative. Die Masern erfüllen alle Kriterien des Robert Koch-Instituts: Sie kommen nur beim Menschen vor, können gut diagnostiziert werden und es stehen verträgliche und wirksame Masernimpfstoffe zur Verfügung. Auch dadurch konnte seit Beginn der Initiative die Infektionsrate beispielsweise in Europa um mehr als 90 % gesenkt werden. In Entwicklungsländern sind die Zahlen der Maserninfektionen allerdings weiterhin hoch und es sterben immer noch 115.000 bis 160.000 Menschen jährlich an den Masern. Hingegen macht sich in den entwickelten Ländern mittlerweile eine Impfmüdigkeit breit, die einen weiteren Rückgang der Erkrankungen verhindern könnte. Waren die amerikanischen WHO Regionen 2002 noch als masernfrei eingestuft, waren 2014 bereits wieder mehr als 600 Personen betroffen. Wenig später gab es den ersten Todesfall durch Masern in den USA seit 12 Jahren. Die Impfquote gegen Masern in der Region Amerika lag im Jahr 2015 laut WHO bei 94 % für die erste Masernimpfung, wohingegen die Impfquote für die zweite Masernimpfung mit 53 % deutlich geringer war. Personen, die nicht gegen Masern geimpft sind, können sich leicht infizieren: Eine einzelne erkrankte Person steckt in einer ungeschützten Population durchschnittlich 12 bis 18 Personen an. Zum Vergleich, bei Ebola sind es 1,5 – 2,5.

Positivbeispiel Kinderlähmung (Poliomyelitis, Abk. Polio)

Während die Fortschritte in der Ausrottung der Masern stocken, zeigt sich bei den 1988 gestarteten Bemühungen die Kinderlähmung auszurotten, ein anderes Bild. Die WHO Regionen Amerika, Westpazifik, Europa und Süd-Ost Asien wurden bereits für frei von Kinderlähmung erklärt. Die Erkrankung kommt nur noch in drei Ländern vor: Nigeria, Pakistan und Afghanistan. 2017 gab es im gesamten Jahr weltweit 22 Fälle. Falls Nigeria zwei weitere Jahre ohne neue Fälle von Kinderlähmung bleiben sollte, kann die WHO Region Afrika insgesamt als frei von Kinderlähmung bezeichnet werden. Dank der intensiven Bemühungen der WHO steht die Kinderlähmung somit heute kurz vor der Ausrottung.

Können durch humane Papillomviren ausgelöste Erkrankungen ausgerottet werden?

Es gibt Länder, in denen eine Krankheitselimination durch Nationale Impfprogramme in greifbare Nähe zu rücken scheint. Als Beispiel ist die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) in Australien zu nennen. HPV sind weit verbreitet und können gutartige Feigwarzen, aber auch bestimmte Krebsvorstufen und -arten verursachen, wie z.B. Gebärmutterhalskrebs. Eine Infektion mit HPV gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Im Zuge eines breit angelegten australischen HPV-Impfprogramms, an dem fast alle australischen Schulen teilnahmen, konnte das Auftreten von Feigwarzen in Australien stark reduziert werden. Außerdem zeigte sich ein Rückgang bei Gebärmutterhalskrebsvorstufen. In Australien gilt die HPV-Impfung auch für Jungen als Standard-Impfung. In Deutschland wird eine Impfung gegen HPV momentan für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfohlen. Die Impfquote ist allerdings mit 31,3 % bei 15-jährigen Mädchen gering (vollständige Impfserie, Stand 2016). Im Vergleich zu Australien ist Deutschland von einer Elimination somit noch weit entfernt.

Die Zukunft der Eradikationsprogramme

Neben Pocken, die bereits 1980 ausgerottet wurden, Kinderlähmung, Masern und Röteln gibt es noch weitere Eradikationsprogramme der WHO. Davon unabhängig gibt es Infektionskrankheiten, beispielsweise Malaria, deren Bekämpfung sich besonders schwierig gestaltet. Bisher gibt es keine effektiven Impfstoffe gegen Malaria. Die WHO war 2005 schon zufrieden mit einer Wirksamkeit von Malaria Impfstoffen bei 30 % der Bevölkerung. Erschwerend kommt aber hinzu, dass im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten Menschen mehrmals an Malaria erkranken können. Zusätzlich wird die Elimination von Malaria durch den Übertragungsweg durch Parasiten erschwert.

Ein hoher politischer Wille sowie ausreichend finanzielle Mittel sind nötig, um nicht nur effektive Impfstoffe und Kontrollmechanismen zu entwickeln, sondern auch, um das Vertrauen in der Bevölkerung zu stärken. Wenn dieser Weg konsequent weitergegangen wird und die Bevölkerung durch Politik und Ärzte motiviert wird, Impfangebote zu nutzen, könnten in Zukunft weitere infektiöse Krankheiten ausgerottet werden.

WHO-Liste der Erkrankungen mit dem Ziel der Eradikation

  • Guineawurm-Krankheit (Dracununculiasis)
  • Lymphatische Filariose (durch eine Infektion mit bestimmten Parasiten ausgelöste Erkrankung des Lymphsystems)
  • Masern
  • Mumps
  • Polio (Kinderlähmung)
  • Röteln

 

Elisabeth Hartmann

Über MSD

MSD – in den USA und Kanada Merck & Co., Inc., mit Sitz in Kenilworth, NJ, USA – ist ein führendes globales Gesundheitsunternehmen, das seit mehr als 125 Jahren neue Lösungen für Gesundheitsprobleme weltweit erforscht und weiterentwickelt. Das Unternehmen ist mit rund 69.000 Mitarbeitern in mehr als 140 Ländern vertreten. Im Jahr 2017 hat MSD einen Umsatz von rund 40,1 Milliarden US-Dollar erzielt und ist gemessen am Umsatz der fünftgrößte Arzneimittelhersteller weltweit (Forbes Global 2000 List 2017). In Deutschland hat die Unternehmensgruppe ihren Hauptsitz in Haar bei München.

Im Kerngeschäft erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt MSD verschreibungspflichtige Arzneimittel, Impfstoffe und Biologika sowie Präparate für die Tiergesundheit. Um auch weiterhin mit innovativen Gesundheitslösungen erfolgreich zu sein, investiert MSD jeden vierten US-Dollar in Forschung und Entwicklung (rund 10 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017). Im Fokus stehen hier sowohl Prävention als auch Behandlung von Krebs, kardiovaskulären Erkrankungen, Alzheimer und Infektionskrankheiten wie HIV und Ebola. Darüber hinaus bietet MSD mit vielfältigen Corporate Responsibility-Programmen Lösungen für Gesundheitsprobleme in aller Welt.

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