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HPV-Prävention – ein Problem der öffentlichen Gesundheit

Der HPV-Awareness Day am 4. März wird seit 2018 dazu genutzt, um die Menschen über die Gefahren für das Krebsrisiko durch Humane Papillomviren (HPV) aufzuklären sowie auf Präventionsmaßnahmen hinzuweisen. Die WHO und die Europäische Kommission haben den Kampf gegen HPV-assoziierte Erkrankungen nun zu einer gesundheitspolitischen Priorität erhoben und notwendige Maßnahmen sowie klare Ziele für erforderliche Impfquoten festgelegt – von diesen Impfzielen sind wir in Deutschland allerdings weit entfernt.

Die WHO hat im November 2020 die globale Strategie zur Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs veröffentlicht und zur Erreichung ein Maßnahmenpakt vorgestellt, das unter anderem eine notwendige HPV Impfquote bei Mädchen von 90 % bis 2050 als Ziel festlegt. Auf europäischer Ebene gibt es derzeit zwei Initiativen. Die ECO bezeichnet die Beseitigung von HPV-assoziierten Krebserkrankungen als Problem der öffentlichen Gesundheit in der EU. Und im Februar 2021 legte die EU Kommission den Europe`s Beating Cancer Plan vor, in dem sie sich auf vier zentrale Aktionsbereiche mit 10 Leitinitiativen und zahlreichen unterstützenden Maßnahmen konzentriert, bei denen die EU den größten Mehrwert erzielen kann. Im Bereich Prävention schlägt sie vor, die Impfung von mindestens 90 % der Mädchen und eine deutliche Steigerung der Impfung von Jungen bis 2030 zu erreichen.

Wo stehen wir in Deutschland?

Laut Daten des RKI von 2018 variieren die Impfquoten bei 15-jährigen Mädchen innerhalb der Bundesrepublik weiterhin stark: Sind es in Bayern und Baden-Württemberg gerade einmal 35 Prozent, kommen die neuen Bundesländer auf Werte von um die 60 Prozent. Der Vergleich mit den Zielvorstellungen der WHO und der EU-Kommission sowie den Impfquoten anderer Staaten – etwa Australien – zeigt den enormen Handlungsbedarf: Hier liegen die Impfquoten in der Zielgruppe zwischen 80 und 90 Prozent. Der leichte Anstieg der HPV Impfquote in den letzten Jahren ist zwar grundsätzlich positiv zu bewerten, wird aber mittelfristig kaum zur Erreichung der Ziel-Impfquoten der WHO und der EU-Kommission ausreichen. Im Gegenteil, denn die Pandemiesituation wird aufgrund zurückgehender Arzttermine und Vorsorgeuntersuchungen die Situation aktuell eher wieder verschlechtern.

Zukunft Impfen – Die Weiterentwicklung des Impfsystems

Die Entwicklung der letzten Jahre betrachtend stellt sich die Frage, wie in Deutschland eine schlüssige und mittelfristige Strategie zur Erreichung ambitionierter Ziele aussehen sollte. Die Erfahrungen mit Impfprogrammen anderer Länder zeigen, wie eine erfolgreiche Umsetzung gelingen kann.

Wesentliche Eckpunkte, zur Erreichung hoher HPV Impfquoten in Deutschland sind:

  • Festlegung eines nationalen HPV Impfziels und die Festlegung konkreter Strategien und Maßnahmen
  • Auf das Thema HPV ausgerichtete und fokussierte, altersgerechte Aufklärungskampagnen zur Steigerung der Akzeptanz
  • Etablierung von Impfen in den Lebenswelten wie z.B. in Schulen ermöglicht einen niedrigschwelligen, zielgerichteten Zugang und kann eine gute Ergänzung zu den bisherigen Impfstrukturen darstellen
  • Nutzung digitaler Möglichkeiten durch den elektronischen Impfpass und verbindliche Einführung von Einladungs- und Recall-Systemen
     

Alle diese Ansätze gilt es zu prüfen und mit den zuständigen Akteuren zu diskutieren – etwa im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs, die sich als gemeinsame Initiative von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und weiterer Partner zum Ziel gesetzt hat, dass in Deutschland weniger Menschen an Krebs erkranken.

Trotz der Dringlichkeit in der Bekämpfung der Corona-Pandemie muss der medizinische und politische Fokus schnell wieder auf die bisherigen Standard-Impfungen gelegt werden, damit hier keine Lücken entstehen. Alle Chancen zur Verbesserung der Prävention von HPV-induzierten Krankheiten sollten genutzt werden.

Ein Bekenntnis zu den WHO- / EU-Initiativen und die Formulierung eines nationalen Ziels sowie die Festlegung konkreter Maßnahmen wären ein wichtiger Anfang zur Verbesserung der Impfprävention. Letztendlich braucht es zur Reform des Impfsystems und zum Aufbau resilienter Strukturen in Deutschland dringend weitergehender politischer Weichenstellungen.

Frank Treu

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Das Unternehmen setzt sich aus Überzeugung für die Gesundheit der Patienten und der Bevölkerung ein, indem es den Zugang zu Versorgungslösungen durch langfristige Strategien, Programme und Partnerschaften verbessert. Heute ist MSD führend in der Forschung zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten, die Menschen und Tiere bedrohen – darunter Krebs, Infektionskrankheiten wie HIV und Ebola sowie neue Tierkrankheiten – mit dem Anspruch, das weltweit führende forschende biopharmazeutische Unternehmen zu sein.
Für weitere Informationen besuchen Sie http://www.msd.de und folgen Sie uns auf Twitter, LinkedIn und YouTube.

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