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Umfrage unter Überlebenden: Nach dem Krebs ist vor dem Leben

Wie gehen Krebspatient:innen mit den Herausforderungen in der Zeit nach der Therapie um?
Eine repräsentative Umfrage* im Auftrag von MSD Sharp & Dohme GmbH zeigte: Viele von ihnen setzen sich auch nach Ende der Behandlung stark mit der eigenen Erkrankung auseinander, anstatt geradewegs zum Alltag zurückzukehren, wie er vor der Krebserkrankung war. Um mit den Folgen leben zu lernen, benötigen Betroffene stärkere Unterstützung. Diese Umfrage ist eine der ersten dieser Art, die sich ausführlich mit der Situation nach der Therapie und den Bedürfnissen Betroffener beschäftigt.

Eine Krebserkrankung ist ein Einschnitt in das Leben. Sie wirkt sich auf nahezu jeden Lebensbereich aus – auch auf die Zeit nach Abschluss der Behandlung.

Für einen Großteil der Überlebenden hat das Leben nach der Krebserkrankung einen größeren Wert erhalten: 79 % der Befragten wissen es mehr zu schätzen. 67 % legten mehr Wert auf ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben.Gefühle wie Erleichterung, Zuversicht, Optimismus und Zufriedenheit überwiegen. Dazu trägt auch die Vorfreude bei: zum Beispiel auf den ersten Urlaub oder darauf, endlich wieder einem Hobby nachgehen zu können.

Die Zeit nach Abschluss der Behandlung ist jedoch auch von Erschöpfung und Ängsten geprägt. Die Psyche erholt sich nur langsam: Die Hälfte der Befragten (49 %) hatte Angst vor einer erneuten Krebserkrankung; 36 % der Frauen und 22 % der Männer gaben an, emotionale Narben von der Krebserkrankung zurückzubehalten.

Die seelischen Auswirkungen der Krebserkrankung wiegen oft schwer und beeinflussen auch das Körpergefühl. Wer laut Umfrage in der Zeit der Remission keine körperlichen Beschwerden hatte, fühlte sich tendenziell auch psychisch wohler – und umgekehrt.

Körperliches und psychisches Wohlbefinden hängen zusammen

80 %

der Befragten empfanden ihre Gesundheit nach der Erkrankung nicht mehr als selbstverständlich.

42 %

der Befragten litten auch nach Abschluss der Therapie unter psychischen Beschwerden.

59 %

der Betroffenen, die weniger als zwei Jahre in Remission sind, glaubten, dass die Erkrankung sich lebenslang auf ihren körperlichen Gesundheitszustand auswirkt.

Ob als Kolleg:in, Freund:in, Ehefrau / Ehemann, Partner:in oder Eltern – Krebs wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens aus, und auf die Rollen, die man dort einnimmt. Das kann erschüttern, denn Beziehungen haben sich über Jahre entwickelt. Sie haben sich einen Platz im Berufsleben erobert oder Ihre Erfüllung in einer Freizeitaktivität gefunden, sich ein Familienleben aufgebaut und Freundschaften gepflegt – und plötzlich ist alles anders.

Das soziale und berufliche Leben verändert sich

Eine Krebserkrankung ging nach Aussage von 69 % der Befragten mit einschneidenden sozialen Veränderungen einher.

  • Für fast jeden Dritten (31 %) hat sich das Berufsleben verändert. Für die meisten von ihnen zum Nachteil: Viele haben ihren Job komplett aufgegeben (45 %) oder die Arbeitszeiten reduziert (22 %).
  • 30 % haben ihr Hobby gewechselt und/oder die Freizeitgestaltung verändert.
  • Bedingt durch die körperlichen Probleme ist auch das Liebes- und Sexualleben beeinträchtigt. Bei 39 % der Männer und 29 % der Frauen hat sich dies verschlechtert.

Die große Erleichterung, wenn Sie mitteilen können, dass Sie krebsfrei sind, überträgt sich auch auf Ihre Familie, Ihren Freundeskreis, auf Kolleg:innen und andere, die sich Ihnen nahe fühlen. Für viele, die eine Situation wie die Ihre selbst nie miterlebt haben, ist schwer verständlich, dass es Ihnen nun nicht jeden Tag, zu jeder Zeit rundum gut geht. Müssten Sie nicht schweben, sich des Lebens freuen – der Kampf ist doch vorbei? Von den Anstrengungen, die Sie jeden Tag meistern, um in die Normalität zurückzufinden, ahnen die meisten nichts.

Betroffene wünschen sich Unterstützung über Therapie hinaus

Ein Mann sitzt auf einem Sofa und redet. Ihm gegenüber sitzt eine Frau, die etwas auf einem Klemmbrett notiert.

Professionelle Hilfe

Nur 31 % fühlten sich über mögliche Hilfsangebote nach der Therapie informiert. Jeder Fünfte meint, dass die Unterstützung in der Phase der Remission schlechter als während der Behandlung war.

Eine Frau steht in der Küche und macht den Abwasch. Währenddessen zieht ein kleines Kind an ihrem Oberteil und möchte ihre Aufmerksamkeit erregen.

Erwartungen des Umfelds

Ein Drittel (33 %) hat den Eindruck, man erwarte von ihnen, sich wie vor der Therapie zu verhalten. Jeder Fünfte (23 %) fühlte sich unverstanden: Das Umfeld begreife nicht, dass man immer noch zu kämpfen habe. Viele verbergen daher ihre wahren Gefühle.

Eine junge Frau umarmt ihren Großvater.

Unterstützung durch Familie und Freunde

Die größte und beste Unterstützung in der Zeit der Remission kam von der Familie (85 %), gefolgt von Freunden (76 %).

Die Ergebnisse der Umfrage machen deutlich, wie groß der Wunsch nach Unterstützung ist, die nach der Therapie weitergeht. Betroffene benötigen kontinuierliche Hilfe im privaten Umfeld ebenso wie von professioneller Seite, um Seele und Körper für das Leben nach Krebstherapie zu stärken.

In den Artikeln auf dieser Webseite finden Krebsüberlebende und Interessierte erste Anregungen und Tipps für weitere Informationen für die Zeit nach der Therapie.

*Studiendesign und Profil der Befragten:

Onlinebefragung unter 251 Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren (davon 52 % weiblich, 47 % männlich, 1 % divers), die bereits eine Krebstherapie und Anschlussbehandlung abgeschlossen haben.
Bei 78 % der Befragten handelte es sich um eine Krebserkrankung der Stadien 0-2, d.h. es fand keine Ausbreitung auf andere Gewebe statt. Bei 61 % liegt der Abschluss der Behandlung 0-5 Jahre zurück, bei 39 % sind es 6 und mehr Jahre.
Die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten unter den Befragten waren: Brustkrebs (18 %), Prostatakrebs (16 %), Dickdarmkrebs (12 %) und Schwarzer Hautkrebs (10 %).
Die Befragung wurde im Oktober 2021 von Dialego im Auftrag von MSD Sharp & Dohme GmbH durchgeführt.