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Rahmenbedingungen für Antibiotikaforschung und -entwicklung verbessern: Politik ist gefordert

Im Juli dieses Jahrs rief die International Federation of Pharmaceutical Manufactures & Associations (IFPMA) den AMR (Antimicrobial Resistance) Action Fund ins Leben, um die Forschung an und Produktion von innovativen Antibiotika wieder zu intensivieren. Dahinter stehen mehr als 20 weltweit agierende Pharmaunternehmen, die mit fachlicher und finanzieller Unterstützung an das Thema Antibiotikaresistenzen gehen. Auch MSD ist Teil dieser Initiative, denn wir sehen darin eine globale Herausforderung, in der jeder Verantwortung übernehmen muss. Am 10. September diskutierten nun Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitssystems zu genau dieser Herausforderung.

Auf Einladung des MetaForum - Innovationen für mehr Gesundheit e.V. kamen am 10. September hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, der Ärzteschaft, von Krankenkassen und aus der Selbstverwaltung zusammen, um über eines der größten Probleme in der Versorgung von Patientinnen und Patienten zu diskutieren und Lösungsoptionen aufzuzeigen. Antibiotikaresistenzen bedrohen immer mehr Menschen weltweit. Das Symposium sollte Impulse für die Sicherstellung der Forschung und Entwicklung und der Verfügbarkeit innovativer Antibiotika setzen und dies ist gelungen.

„Jeder Sepsistote ist ein Toter zu viel!“ – auf diesen prägnanten Satz verkürzte Prof. Josef Hecken das Problem bildlich. Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), dem höchsten Beschlussgremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, stellte sich und dem Publikum die Frage, wie man mit Antibiotika so umgehen kann, dass sie auch zukünftig noch helfen. Er berichtete über neue Wege, die man im Innovationssausschuss des G-BA bereits gehe. Gefördert werden hier unter anderem Projekte, die nach alternativen Methoden suchen, wie etwa dem Einsatz von Bakteriophagen.Die Reform des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) habe bereits viel zur Verbesserung der Situation beigetragen, so Hecken. Allerdings sieht er, dass kaum noch Antibiotika entwickelt werden, weil die Entwicklung kaum wieder refinanziert werden kann. Er fordert daher Preisanreize für die Forschung. Zur Not müsse die öffentliche Forschung vorangetrieben werden. Das sei aber nur eine letzte Option, da die unternehmerische Forschung um ein Vielfaches effizienter liefe.

Weitere Impuls setzten zwei Stimmen aus dem Bundestag. Kordula Schulz-Asche, Bundestagsabgeordnete von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, begrüßte das AMR-Programm der Unternehmen als einen Schritt in die richtige Richtung. Auch hätte sich die Verschreibungspraxis in den letzten Jahren verbessert und das Bewusstsein der Patientinnen und Patienten für die Problematik sei gestiegen. Aus ihrer Sicht müsse die Grundlagenforschung international stärker gefördert werden. Fehlende Gewinnaussichten hemmten hier die Entwicklung. Der Bundestagsabgeordnete René Röspel (SPD) verwies auf die fruchtbare Kooperation zwischen Unternehmen und öffentlichen Forschungseinrichtungen.

Ähnlich wie Herr Hecken verwies die Leiterin der Abteilung Arznei- und Heilmittel des GKV-Spitzenverbandes, Antje Haas, auf die bestehenden Privilegien von Reserveantibiotika und auf die komfortable Situation bei der Zulassung und Preisgestaltung in Deutschland. Auch sie stehe einer weiteren Förderung nicht verschlossen gegenüber, allerdings dürfe das nicht über die Beitragsgelder der Versicherten geschehen, sondern müsse aus anderen Bereichen kommen. Im Fokus aller Aktivitäten sollte die Aufrechterhaltung der Wirksamkeit bestehender Antibiotika stehen, also Prävention und Aufklärung.

Dr. Klaus Schlüter, Medizinischer Direktor bei MSD, lenkte den Blick über die deutschen Grenzen hinaus. Die skandinavischen Länder und die Niederlande wären zum Beispiel beim Umgang mit multiresistenten Keimen in der stationären Behandlung viel weiter und das ohne den Einsatz von Medikamenten, sondern mit rein organisatorischen Maßnahmen. Das sei ein erster und wichtiger Ansatz. Dem stimmte auch Prof. Dr. Marianne Abele-Horn vom Robert Koch Institut (RKI) zu. Die Schranken zwischen stationärer und ambulanter Versorgung verhinderten einen Fortschritt im Kampf gegen AMR. Auch die Sozialgesetzgebung sei hier oft nicht hilfreich.

In Deutschland habe das Faire Kassenwettbewerbsgesetz (GKV FKG) gute Regelungen geschaffen, so Schlüter, aber die Hürden für eine Verbesserung der Situation lägen nach wie vor sehr hoch. So sei die fehlende sektorenübergreifende Versorgung ein Hindernis. Auch der Wettbewerb im Generikamarkt, der auf hohe Absatzmengen zielt, sei nicht förderlich. Wenn die Preise niedrig seien, würden Antibiotika auch häufiger verschrieben. Zudem sähe auch er das Problem im Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft. Außerdem unterstrich er die Forderung nach einer besseren (Aus)bildung und der Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Forschungseinrichtungen, sowie der Förderung von Start-Ups.

Optimistisch zeigte sich Dr. Wolfgang Maatz von der Kaufmännischen Krankenkassen (KKH). Die Gesellschaft als Ganzes sei gefragt und auch bereit die Kosten zu tragen, wenn eine Lösung des Problems in Aussicht stünde. Sein Wunsch an die Runde: Mehr Aufklärungsarbeit und alle ziehen mit!

Franziska Müller

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