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Nudging in der Gesundheitspolitik – gesünder durch den „Stups“ in die richtige Richtung?

Wir nehmen sicherlich für uns alle in Anspruch, freie und rationale Entscheidungen treffen zu können. In vielen Lebensbereichen wird jedoch deutlich, dass wir Menschen manchmal nur begrenzt rational bzw. trotz besseren Wissens nicht dementsprechend handeln. Ich weiß, wovon ich rede… Dies zeigt sich insbesondere bei unserer Gesundheit: Unausgewogene Ernährung, Mangel an Bewegung, Alkohol- und Tabakkonsum belegen unter anderem, dass trotz häufig vorhandenen Wissens mitunter nicht unbedingt das entsprechende Verhalten folgt.

Doch wie bewegt man Menschen zu einem gesünderen Lebensstil?

Viele sehen in der Ausweitung von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen eine vielversprechende Möglichkeit, die Gesundheit der Menschen zu erhalten und zu fördern. Ein relativ neuer und mitunter kontrovers diskutierter Ansatz ist der Verhaltensökonomie entlehnt und läuft unter dem Titel: Nudging.

Was sich dahinter verbirgt und in welchen Bereichen Nudging eingesetzt werden kann, diskutierten wir mit unseren Gästen aus Politik, Gesellschaft und Industrie bei unserem Political Afterglow im MSD hub berlin zum Thema „Nudging in der (Gesundheits-)Politik – kein rotes Tuch mehr?“.

Impulsgeber des Abends war Dr. Mathias Krisam. Der Arzt, Sozialwissenschaftler sowie Gründer und Geschäftsführer der läuft GmbH erläuterte in seinem Vortrag, wie mit Hilfe des Nudgings das Verhalten von Menschen gezielt beeinflusst werden kann, welche Vorteile der Ansatz mit sich bringt und welche Einsatzbereiche in der Gesundheitspolitik und der Gesundheitskommunikation denkbar und sinnvoll sind.

Der Stups in die richtige Richtung

Der Stups zu einem bestimmten Handeln ist dann erfolgreich, wenn der Kontext stimmt. Dieser Ansatz wurde bislang vorrangig in der Werbung eingesetzt, die diesen Ansatz seit Jahrzehnten nutzt, um Menschen in ihrem Konsumverhalten zu beeinflussen.

Laut Dr. Krisam kann man sich dieses Wissen um die Entscheidungsarchitektur zu Nutzen machen, um Menschen zu „besseren“ und „gesünderen“ Entscheidungen zu bewegen. Dabei geht es – neben einer besseren und ansprechenderen Darstellung von Information – vor allem um die Schaffung von neuen Impulsen, um gesundes Verhalten einfacher und attraktiver zu machen. Beim Nudging geht es darum, menschliches Verhalten zu steuern und zwar ohne Gebote oder Verbote. Krisam nannte in der Diskussion etwa „Payback-Systeme“ für Präventionsleistungen, digitale Belohnungssysteme in Form von Gesundheits-Apps oder die prominente Platzierung gesunder Speisen in Kantinen und/oder Supermärkten. All das soll die Menschen möglichst niedrigschwellig zur Nutzung von Gesundheitsleistungen oder zu gesundheitsfördernden Verhalten animieren. Es geht darum, automatisierte Verhaltensmuster mittels einfach umzusetzender Handlungsalternativen zu durchbrechen.

Nudging in der Politik – ein gangbarer Weg?

Nudging ist mittlerweile auch in der Politik angekommen. Die Bundesregierung beschäftigt sich im Rahmen einer gemeinsamen Projektgruppe seit 2014 mit dem Thema. Mittlerweile wurde dafür sogar ein eigenes Referat mit dem Namen „Wirksam Regieren“ eingerichtet. Ob Präventionsleitfaden, Organspende oder Impfquoten – das Potential (insbesondere digitaler) Nudges ist, laut Dr. Krisam, aber bisher beim weitem noch nicht ausgeschöpft. Doch wollen die Menschen diese Form der Beeinflussung überhaupt? Die Diskussion der Veranstaltungsteilnehmer an diesem Abend zeigte, wie kontrovers das Thema gesehen wird: Wo der Staat der Schubsende und der einzelne Bürger der Geschubste ist, wird das Konzept stark hinterfragt: Schnell ist man bei staatlichem Paternalismus sowie der Einschränkung der individuellen Rechte und der Willensfreiheit.

Während der Ansatz u.a. im Marketing schon längst angewendet wird, ist es aus heutiger Sicht schwer abzuschätzen, ob oder in wie weit, Nudging tatsächlich auch umfassenden Eingang in die (Gesundheits-)Politik findet. Es bleibt ein spannendes Thema, dass auch in Zukunft sicherlich immer wieder auf die politische Agenda kommen wird.

Dr. Clemens Kuhne

  • Director Gesundheitspolitik und Patientenbelange | Leiter MSD hub berlin
  • Telefon: +49 30 70014 1650
  • E-Mail: clemens.kuhne@msd.de
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