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„Impfen oder nicht impfen?“

Maßnahmen, Argumente und die Verantwortung pharmazeutischer Hersteller

Sich als pharmazeutischer Hersteller unbefangen zum Thema Impfen zu äußern ist ein Drahtseilakt. Dies gilt in besonderem Maße, wenn – wie im Fall von MSD – Impfstoffe Teil des eigenen Portfolios sind. Angesichts der Bedeutung des Themas Immunisierung für die Bevölkerung möchten wir trotzdem ein paar Aspekte näher beleuchten und uns in die Debatte einbringen. Denn als führendes Unternehmen in der Erforschung und Herstellung von Vakzinen erwächst für uns hieraus vor allem eins: große Verantwortung.

Impfstoffe haben auf spektakuläre Weise die Medizin verändert und ungezählte Menschenleben gerettet. Wir sind stolz darauf, dass MSD seit über 100 Jahren mit modernen Impfstoffen und Antiinfektiva entscheidend dazu beiträgt, Ansteckungskrankheiten den Schrecken zu nehmen. Zurecht zählen Impfungen daher zu den Eckpfeilern der modernen Medizin und gelten zugleich als die kostengünstigste aller Präventionsmaßnahmen. Heutzutage sind viele potentiell lebensbedrohliche Erkrankungen in Vergessenheit geraten. Masern, Röteln oder Diphterie, die in der Vergangenheit regelmäßig hohe Opfer gefordert haben, treten nur noch selten auf. Das ist eine gute Nachricht. Dennoch sind heute wieder Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Deutschland von sogenannten impfpräventablen Krankheiten bedroht.

In Deutschland sind die Impfraten von 2007 bis 2010 um 25 Prozent zurückgegangen und stagnieren seither. Bei Masern, Mumps und Röteln klafft mittlerweile eine Impflücke von rund 50 Prozent. Derart große Impflücken leisten Epidemien Vorschub. Dass diese Gefahr real ist, zeigt beispielsweise die Masern-Epidemie 2014/2015 in Berlin, bei der 1.360 Menschen erkrankten – ein Kind starb. Zu Beginn dieses Jahres schlug sogar das Robert-Koch-Institut mit der Meldung Alarm, Deutschland sei bei der Masernelimination bereits das Schlusslicht in Europa.

Inzwischen haben Medienberichte das Problem des mangelnden Impfschutzes stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. In der politischen Diskussion stehen neuerdings auch Sanktionen gegen Impf-Verweigerer, beispielsweise ein Bußgeld für Eltern, die die Impfberatung bei der Aufnahme ihrer Kinder in die Kita mehrfach ablehnen. Angesichts der Gefahren eines mangelnden Herdenschutzes für die Bevölkerung können und dürfen derartige Einzelmaßnahmen unseres Erachtens jedoch nur ein Anfang sein.

Impf-Verweigerung ist individuell rational. Aber:

Hauptproblem ist die Erkenntnis Vieler, dass sie das verschwindend geringe Risiko eines Impfschadens in Kauf nehmen müssten, um ein nur noch geringes Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Die Entscheidung gegen das Impfen ist daher individuell durchaus rational. Aber sie gefährdet auch diejenigen, die sich nicht impfen lassen können – wie z.B. Säuglinge oder chronisch Kranke. Das vergessen diejenigen, die sich oder ihren Kindern eine Impfung verweigern. Insofern steht der Staat in der Pflicht. Nur er kann dafür sorgen, dass die sogenannte und unbedingt notwendige Herdenimmunität wiederhergestellt wird. Als Herdenimmunität bezeichnet man den Zustand eines ca. 95%igen Impfschutzes der Bevölkerung. Diese hohe Quote sorgt dafür, dass die übrigen 5%, denen es beispielsweise aufgrund genetischer Dispositionen nicht möglich ist sich immunisieren zu lassen, dennoch geschützt sind, da sich Krankheiten durch Mangel an geeigneten Wirten kaum verbreiten können.

Der Impfschutz braucht eine konzertierte Aktion.

Daher ist es an der Zeit, entschlossener als bisher für mehr Impfbereitschaft in der deutschen Bevölkerung zu sorgen. Dazu gehört es aus unserer Sicht,

  • eine einheitliche Datenbasis zum Impfstatus der Bevölkerung zu schaffen.
  • dem Verbreiten von Falschaussagen systematisch und zeitnah entgegen zu treten – beispielsweise indem eine nachgeordnete Behörde mit dem Monitoring entsprechender Foren und Blogs beauftragt wird, so dass sie eine offizielle Stellungnahme an den Absender veranlassen kann. Geprüft werden könnte darüber hinaus, ob das Netzwerkdurchsetzungsgesetz nicht auch bewusste Falschaussagen zum Impfen umfassen sollte.
  • Aufklärungsmaßnahmen stärker zu koordinieren und finanziell besser auszustatten. Dies betrifft die Vielzahl sinnvoller, aber parallellaufender regionaler Aktivitäten ebenso wie die Kampagne „Deutschland sucht den Impfpass“ oder die „Europäische Impfwoche“.
  • Kooperationen mit Verbänden, Krankenkassen und Institutionen der Kitas, Schulen und Ärzte aufzusetzen, um Informationen gezielter an die Zielgruppe bringen zu können.
  • geeignete Sanktionsmöglichkeiten gegen gefährdendes elterliches Fehlverhalten wie so genannte Masern-Partys zu identifizieren.

Als einer der führenden Impfstoffhersteller plant MSD derzeit eine Reihe eigener Informationsmaßnahmen gegen die Impfmüdigkeit in Deutschland. Da unser Engagement allein aber nicht ausreicht, sehen wir es grundsätzlich auch als unsere Aufgabe an, die Politik für die Gefahren eines unzureichenden Impfschutzes der Bevölkerung zu sensibilisieren und sie nach Kräften bei der Suche nach Lösungen zu unterstützen.

Dr. Clemens Kuhne

  • Director Gesundheitspolitik und Patientenbelange | Leiter MSD hub berlin
  • Telefon: +49 30 70014 1650
  • E-Mail: clemens.kuhne@msd.de
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