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Der Kampf gegen Sepsis

Am 13. September ist Welt-Sepsis-Tag. Seit 2012 wird an diesem Tag auf die dritthäufigste Todesursache in Deutschland aufmerksam gemacht: Blutvergiftung. Neben der notwendigen Aufklärungsarbeit sollte der Tag aber auch dafür genutzt werden, um verstärkt auf bestehende Präventionsmaßnahmen hinzuweisen. Die effektivste Maßnahme zur Vorbeugung ist ein Schutz durch eine Grippe- und Pneumokokkenimpfung.

Sepsis ist die schwerste Verlaufsform von Infektionskrankheiten. Sie entsteht, wenn die Abwehrreaktion des Immunsystems auf eine Infektion außer Kontrolle gerät und körpereigene Organe und Gewebe angegriffen und geschädigt werden. Wenn eine Sepsis nicht früh genug erkannt und sofort behandelt wird, führt sie in den meisten Fällen zu Kreislaufschock, Multiorganversagen und Tod. Jährlich erkranken in Deutschland rund 154.000 Menschen an einer Sepsis. 56.000 sterben an den Folgen der Erkrankung. Das Risiko einer Erkrankung ist erhöht bei Menschen, bei denen die Infektionsabwehr beeinträchtigt ist, also insbesondere ältere Menschen (ab 60 Jahren), sowie Patienten mit chronischen Erkrankungen (Bsp.: Diabetes) bzw. medikamentös geschwächtem Immunsystem (Bsp.: Krebs-, AIDS-Patienten etc.). Auch kommen multiresistente Erreger immer häufiger vor.

Nationale Strategien im Kampf gegen Sepsis

Deutschland hat immer noch eine hohe Sepsissterblichkeit. Es ist daher notwendig, gezielter an das Thema heranzugehen und nationale Strategien zur besseren Behandlung und Vermeidung von Sepsis zu entwickeln und umzusetzen. Die Grundlagen dafür sind vorhanden. Sowohl in der 2017 (von Deutschland initiierten) WHO-Sepsis-Resolution als auch in der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) werden diese genau beschrieben. Es wird die Wichtigkeit betont, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen, Infektionen z. B. durch Impfungen zu vermeiden und den Antibiotika-Verbrauch zu verringern. Diese Ziele werden auch im aktuellen 4. DART-Fortschrittsbericht noch einmal betont. Aus Anlass des 7. Welt Sepsis Tages am 13.September erneuern die Sepsis-Stiftung und das Aktionsbündnis Patentensicherheit (APS) die Umsetzung der WHO Sepsis Resolution in Deutschland, was den Handlungsbedarf unterstreicht. Um die Ziele jedoch auch zu erreichen und mittelfristig auf eine tatsächliche Sepsis-Prävention hinzuwirken, müssen jetzt weitere politische Schritte folgen.

Niedrige Impfraten verhindern umfassende Prävention

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass eine Sepsis oft durch Infektionen ausgelöst werden kann, gegen die man sich teilweise durch Impfungen schützen kann. Bei der Sepsis-Prävention spielen insbesondere die Grippe- und Pneumokokken-Impfung eine zentrale Rolle. Beider Erreger können zu schweren Lungenentzündungen führen. Kommt es zu einer gleichzeitigen Infektion mit Pneumokokken und Grippe-Viren ist die Sterblichkeit durch eine Sepsis infolge einer Lungenentzündung am höchsten.

Mit Blick auf die Pneumokokken- und Grippeimpfraten zeigt sich jedoch, dass diese beiden Vorsorgeimpfungen – insbesondere bei Senioren – nur unzureichend wahrgenommen und genutzt werden. Trotz bestehender Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). So war laut Robert Koch-Institut in der Saison 2016/2017 nur jeder dritte Mensch über 60 Jahre gegen Grippe geimpft (34,8%). Bei Pneumokokken lag der Wert laut einer Analyse anhand von vertragsärztlichen Abrechnungsdaten der Jahre 2009-2014 sogar nur bei 10,2% (Stand 2014).

Die Zahlen verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf.
Doch was kann getan werden?

Die Ausweitung der Antibiotika-Forschung und -Entwicklung sowie die Zurückdrängung von Resistenzen sind weiterhin von essentieller Bedeutung im Kampf gegen Sepsis (und andere schwere Erkrankungen). Neben verantwortungsbewusstem und zielgenauem Einsatz von Antibiotika in der Therapie, müssen die ohnehin wenigen verbliebenden forschenden Pharmaunternehmen über verbesserte Rahmenbedingungen in den Bereichen Erstattung (Kliniken) und Nutzenbewertung bei der Erforschung und Entwicklung von dringend benötigten innovativen Antibiotika unterstützt werden.

Studienergebnisse zeigen, dass eine Pneumokokken-Impfung vor schwerwiegenden Infektionsverläufen und damit vor Sepsis schützen kann. Neben einer Steigerung der Impfraten muss auf den Abbau von Impfhindernissen hingewirkt werden. Im aktuellen Entwurf des Apotheken-Stärkungsgesetzes findet sich beispielsweise folgendes Modellprojekt: Apothekern soll es künftig möglich sein, Grippeimpfungen selbst zu verabreichen. So hilfreich dieser Vorstoß zur Steigerung der Impfraten sein kann, der verengte Fokus auf die Grippeimpfung ist nicht ausreichend. Überlegenswert wäre es zum Beispiel, die Impfkompetenz der Apotheker auch auf die Impfung gegen Pneumokokken auszuweiten. Mit diesem Vorgehen könnten positive Effekte beim Impfschutz und der Verhinderung von Neuinfektionen erzielt werden. Zudem könnten höhere Impfraten den Einsatz von Antibiotika reduzieren und bremsen damit die Entstehung von weiteren Resistenzen.

In der aktuellen Gesetzgebung hat die Politik somit die Chance die Sepsis-Prävention zum Wohl der Patientinnen und Patienten voranzubringen.

Frank Treu

  • Manager Gesundheitspolitik Infektionskrankheiten & Impfstoffe
  • Telefon: +49 152 09280461
  • E-Mail: frank.treu@msd.de
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