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Chantal Friebertshäuser, Geschäftsführerin von MSD in Deutschland, zu den Herausforderungen der Corona-Pandemie und der deutschen Ratspräsidentschaft (Teil I)

Am 1. Juli hat die sechsmonatige deutsche EU-Ratspräsidentschaft begonnen. Ohne Zweifel findet die Präsidentschaft unter außergewöhnlichen Bedingungen statt. Die kommenden Monate werden insbesondere von der Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen geprägt sein. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Geschäftsführerin Chantal Friebertshäuser zu den aktuellen Ereignissen befragt.

Im ersten Teil dieser zweiteiligen Reihe äußert sich Chantal Friebertshäuser zu den aktuellen Herausforderungen im Rahmen der Corona-Pandemie. Im zweiten Teil geht es um ihre Erwartungen an die laufende deutsche EU-Ratspräsidentschaft (der zweite Teil erscheint am 23. Juli).

Die Corona-Pandemie belastet die Menschen, die Politik und die Wirtschaft weltweit. Welche Herausforderungen mussten Pharmaunternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den letzten Monaten bewältigen?

Eine Pandemie hat einen eigenen Charakter und eine eigene Eskalationsdynamik. Maßnahmen zur Bewältigung einer solchen Krise müssen daher immer aktuell angepasst und klug eingesetzt werden. In der Politik wie auch in Unternehmen wie unserem gilt: nicht über-, vor allem aber auch nicht untersteuern.

Bei MSD Deutschland haben wir zunächst einen 360-Grad-Check gemacht. An erster Stelle stand dabei immer der Schutz unserer Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und ihrer Familien – aber auch unserer Kunden. Wir haben sehr früh auf Besuche von Ärztinnen und Ärzten durch unseren Außendienst verzichtet. Im Fokus unserer Aktivitäten stand auch die Betriebskontinuität und die Sicherstellung der Verfügbarkeit unserer Produkte. Gerade kommunikativ war hier viel Einsatz nötig, um das MSD Team und unsere Kundinnen und Kunden mit allen notwendigen Informationen zu versorgen.

Ich denke, wir haben die zusätzliche Organisationsarbeit, die notwendigen Umplanungen und vor allem die Umstellung auf das Homeoffice in den letzten Monaten sehr gut gemeistert. Die Pharmabranche insgesamt hat sich in den letzten Monaten als gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Stabilitätsanker erwiesen. Auf den Beitrag meiner Kolleginnen und Kollegen auf allen Ebenen bin ich dabei sehr stolz. Aber noch ist die Krise nicht vorbei. Wir wissen nicht, wie lange wir noch besondere Sicherheitsmaßnahmen brauchen und können daher auch nicht einfach in unsere alten Tätigkeits- und Kommunikationsmuster zurückkehren. Wir müssen Wege in ein „Next Normal“ finden. Dabei geht es um die Art und Weise, wie wir unsere Arbeit gestalten und um die Herausforderung, einen anderen Arbeitsmodus zu entwickeln, der zu uns passt und im besten Sinne Präsenz und virtuelle Zusammenarbeit vereint. Ein spannender Prozess!

Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten weltweit an einem Corona-Impfstoff und Medikamenten für die Therapie. Wie bringt sich MSD in den Kampf gegen das Virus ein?

Es ist wirklich eine enorme Leistung, die derzeit von der gesamten Branche vollbracht wird. Wir kennen das Virus in seiner Ausprägung erst seit wenigen Monaten, dennoch gibt es bereits jetzt einige vielversprechende Ansätze für Impfstoffkandidaten. Das ist großartig. Der Weg bis zu einem sicheren und effektiven Impfstoff ist jedoch noch lang. Die Erforschung, Entwicklung und schließlich Produktion und Distribution eines neuen wirksamen Impfstoffes sind hochkomplexe und zeitintensive Vorgänge. Bei MSD wissen wir das aus eigener Erfahrung. Eine schnelle Wirkstoffentwicklung gelang zuletzt bei der Entwicklung des Ebola-Impfstoffes – ein bis dahin unbekanntes Beispiel an internationaler Kooperation. Und auch hier hat es vom Beginn der Phase-I-Studien bis zur Zulassung des Impfstoffes fünf Jahre gedauert.

Glücklicherweise fangen wir bei der Bekämpfung von COVID-19 nicht bei null an. Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist verwandt mit dem gut erforschten, erstmals 2002 beobachteten SARS-Coronavirus. Die Forschung baut also teilweise auf Impfstoffkonzepten auf, die es bereits gibt. Geklärt werden müssen aber auch Fragen, wie die Produktion eines Corona-Impfstoffes und seine globale Distribution zu Patientinnen und Patienten weltweit organisiert werden kann. Aus unserer Sicht muss es weniger um die Frage gehen, welches Land exklusiv die ersten Impfstoffdosen erhält, sondern vielmehr darum, besonders vulnerable Gruppen wie z. B. medizinisches Personal oder ältere Menschen zuerst zu impfen. Hier ist die internationale Gemeinschaft gefordert gute Lösungen für alle zu entwickeln.

MSD beteiligt sich aktiv in drei globalen Forschungsinitiativen: Zwei Kooperationen zur Entwicklung potenzieller Impfstoffe und eine Forschungszusammenarbeit zur Entwicklung eines neuartigen antiviralen Wirkstoffes. Wir sind zuversichtlich, durch diese Projekte unseren Beitrag bei der Suche nach einem Weg aus der Pandemie leisten zu können.

So sehr wir uns alle wünschen, möglichst bald einen oder – besser – mehrere Impfstoffe gegen Covid-19 zu haben: Wir dürfen niemals die Arzneimittelsicherheit für Schnelligkeit opfern. Ferner müssen wir uns sehr bewusst sein, dass viele der über 200 COVID-19-Projekte wahrscheinlich scheitern werden. Das gehört zur Normalität von pharmazeutischer Forschung. Denn wie schon gesagt, Impfstoffe zu entwickeln ist extrem komplex und ein eingeschlagener Weg kann sich auch als Sackgasse erweisen. Am Ende stehen Sicherheit für die Menschen und Wirksamkeit der Impfstoffe mit aller Kunst der wissenschaftlichen Erprobung an erster Stelle. Das wird uns leiten und das Tempo bestimmen.

Krisen bergen ja auch Chancen. Inwiefern wird die Corona-Krise die pharmazeutische Industrie verändern? Welche Lehren können aus den letzten Monaten gezogen werden?

Auffallend ist das noch einmal gesteigerte Maß an Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen sowie zwischen staatlichen Institutionen und privaten Organisationen. Die aktuelle Situation zeigt das enorme Wissen, das in den einzelnen Unternehmenslaboren vorhanden ist. Ansätze, Studien und Analysen zu neuen Medikamenten, Impfstoffen und Therapien – diese Forschungsschätze sind das Ergebnis früherer Forschung und Innovation. Dass diese zwischen Unternehmen, Behörden und Forschungsinstituten geteilt werden, ist eine großartige Entwicklung.

Definitiv wird die Krise eine Diskussion über den Wert von medizinischer Forschung anstoßen. Auch in Zukunft werden die Gesundheitssysteme weltweit vor enorme Herausforderungen gestellt. Keime und Viren kennen keine Grenzen. Man denke nur an die Zunahme von Antibiotikaresistenzen und die damit verbundenen Folgen für Therapien. Der Kampf gegen solche Gesundheitsgefahren wird ohne den Ausbau und die Förderung von Forschung und einem globalen Ansatz zur Bekämpfung von Pandemien nicht zu bewältigen sein. Der Tatsache, dass diese Forschung in überwältigendem Ausmaß privatwirtschaftlich gefördert oder gar betrieben wird, sollte die Politik noch klarer Rechnung tragen.

Chantal Friebertshäuser ist gebürtige Französin. Sie ist in Frankreich aufgewachsen und hat in England und Frankreich International Business studiert. Mit ihrer Familie lebte sie die letzten Jahre in Deutschland, der österreichischen Hauptstadt Wien und in den USA bevor es sie 2018 wieder nach München zog.

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