Für die Gesellschaft. Für mehr Vertrauen.

Transparenz ist auch ein zentrales Anliegen des 2004 gegründeten FSA (Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e.V.), in dem alle großen Arzneimittelhersteller Mitglied sind. In verschiedenen Kodizes hat der FSA die Art der Zusammenarbeit z.B. zwischen der pharmazeutischen Industrie und Ärzten oder Patientenorganisationen geregelt. Einen Schritt weiter geht der 2014 verabschiedete Transparenzkodex. Er wurde vom europäischen Verband der pharmazeutischen Industrie EFPIA (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations) ausgearbeitet und legt fest, dass alle Zuwendungen der Arzneimittelhersteller an die Fachkreise veröffentlicht werden müssen. Der FSA ist in Deutschland für die Umsetzung der Kodizes zuständig, kontrolliert die Einhaltung und sanktioniert seine Mitglieder bei Regelverstößen.

Der Transparenzkodex im Detail

  • Offenlegung aller Zuwendungen: Die Hersteller verpflichten sich, ab 2015 alle mittelbaren und unmittelbaren Geldleistungen und geldwerten Zuwendungen an Angehörige der medizinischen Fachkreise und Organisationen des Gesundheitswesens offenzulegen. Dabei werden die Zuwendungen in verschiedene Bereiche aufgeteilt: Vortrags- und Beratungshonorare, Kosten für die Teilnahme an Veranstaltungen, Sponsorings, Spenden und Zuwendungen aus den Bereichen Forschung und Entwicklung.
  • Arten der Veröffentlichung: Es wird zwischen der Veröffentlichung individueller und zusammengefasster (aggregierter) Daten unterschieden. Unter den aggregierten Daten werden alle Zuwendungen aus dem Bereich Forschung und Entwicklung zusammengefasst. Alle anderen Zuwendungen werden individuell als Jahres-Gesamtsumme für die jeweilige Kategorie ohne Projektbezug veröffentlicht. Das heißt, die Hersteller benennen den individuellen Betrag, den Empfängernamen und die Praxis- oder Geschäftsadresse. Falls ein Arzt oder anderer Angehöriger der Fachkreise der individuellen Nennung nicht zustimmt, ordnen die Unternehmen diese Zuwendungen den aggregierten Daten zu.
  • Zeitpunkt der Veröffentlichung: Spätestens bis zur Mitte eines Jahres veröffentlichen die einzelnen Arzneimittelhersteller ihren Bericht. Darin sind jeweils die Zuwendungen für das Vorjahr vermerkt. Erstmals wird 2016 ein Bericht veröffentlicht, der die Zuwendungen aus 2015 auflistet. Alle Berichte können dann für mindestens drei Jahre rückwirkend eingesehen werden.

Datenschutzrechtliche Konsequenzen

In Deutschland gehört der Datenschutz zu den Grundrechten mit umfassenden Regelungen. Aus der Erhebung personenbezogener Daten im Rahmen des Transparenzkodex ergeben sich daher datenschutzrechtliche Pflichten. MSD erfragt deshalb im Vorfeld bei jedem Angehörigen der medizinischen Fachkreise, ob er mit der Veröffentlichung dieser Informationen einverstanden ist und klärt ihn umfassend über Art und Umfang dieser Daten auf. Diese Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden. Falls jemand damit nicht einverstanden ist, veröffentlichen wir den Umfang der Zuwendungen unter den aggregierten Daten – ohne Nennung der Einzelperson. Die Einwilligung erfolgt auf freiwilliger Basis und ist keine Voraussetzung für eine Zusammenarbeit.

Wir wünschen uns, dass Sie als Arzt bzw. als Angehöriger der Fachkreise der Veröffentlichung zustimmen, um so zu mehr Vertrauen und Transparenz beizutragen. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.pharma-transparenz.de und in dem folgenden Kurzfilm.
Wenden Sie sich gerne mit Fragen an unser europäisches Contact Center (Tel.: 089 - 4561 1908, E-Mail: disclosure@msd.de, Montag bis Freitag von 9.00 bis 17.00 Uhr). Darüber hinaus steht unser Infocenter (Tel.: 0800 - 673 673 673, E-Mail: infocenter@msd.de, Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 18.00 Uhr, Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr) für Fragen zur Verfügung.