Die Anfänge von MSD

Von 1668 bis 1912

Die unaufhaltsame Erfolgsgeschichte von MSD begann bereits im 17. Jahrhundert: Friedrich Jacob Merck erwarb die Engel-Apotheke in Darmstadt. Seitdem expandiert das Unternehmen kontinuierlich: Die Nachfahren des fränkischen Apothekers erweiterten und vergrößerten ihren Geschäftserfolg unermüdlich und schafften schließlich im Jahre 1887 den Sprung nach Amerika. Bereits weniger als drei Jahrzehnte später sprengte das Unternehmen weitere Landesgrenzen und eröffnete 1912 seine erste Filiale in Kanada.

Engel-Apotheke in DarmstadtDie Wurzeln von MSD liegen im Jahr 1668, als Friedrich Jacob Merck die Engel-Apotheke in Darmstadt erwarb und mit unternehmerischem Geschick den Grundstein zum kontinuierlichen und internationalen Erfolg des über Jahre und Jahrzehnte rein familiengeführten Unternehmens legte: Aus der einfachen Apotheke entwickelte sich die Spezialchemikalienfabrik E. Merck. Mehr als zwei Jahrhunderte später - 1887 - wurde schließlich die amerikanische Filiale von E. Merck gegründet.
1887 expandierte George Merck, der Sohn des damaligen Firmeninhabers Wilhelm Merck, nach Amerika. Nach anfänglichen Problemen in der US-amerikanischen Niederlassung - Aufkleber von Merck waren auf Chemikalien anderer Firmen angebracht worden - gelang es George Merck jedoch, sein Geschäft auch in der Neuen Welt zu etablieren: Er wandelte 1891 die als Filiale konzipierte amerikanische Tochter in eine Gesellschaft nach amerikanischem Recht um: Merck & Co. entstand. Die Besitzverhältnisse blieben jedoch unverändert: Merck Darmstadt blieb auch weiterhin die Muttergesellschaft.

Auf Erfolgskurs in Amerika

Die Apotheken in New York und Umgebung lernten Merck & Co. schnell als zuverlässigen Lieferanten von Chemikalien hoher Qualität schätzen. Sie kooperierten gerne - und bald fast ausschließlich - mit der neuen Firma. Die Zusammenarbeit zwischen dem jungen Unternehmen und den Apotheken gestaltete sich als so erfolgreich, dass der erst 30 jährige George Merck im Jahr 1897 die Umsatz-Schallmauer von einer Million Dollar durchbrach: Seine Firma war etabliert und bezog ein eigenes sechs-stöckiges Bürohaus am University Place. Der Handel mit Chemikalien stellte den ehrgeizigen Unternehmer George Merck allerdings bald nicht mehr zufrieden. Er wollte aus seinem kleinen Unternehmen ein Abbild der ständig expandierenden deutschen Muttergesellschaft machen und nun auch selbst Chemikalien produzieren.

1899: erste Ausgabe des MSD Manuals

MSD Manual
Erstausgabe des MSD Manuals
Merck unterstützte seit seiner Gründung die Veröffentlichung wissenschaftlicher, medizinischer Informationen. Niemand ahnte jedoch, dass aus dem anfänglich bescheidenen Brevier für Ärzte eine Art "Arzt-Bibel" entstehen würde. Das MSD-Manual nutzen heute 800.000 Ärzte weltweit.

Vom Händler zum Produzenten

MSD Manual
Produktionsanlagen von Merck
Um seine ehrgeizigen amerikanischen Pläne zu verwirklichen und sich auch als Chemikalien-Produzent zu etablieren, baute George Merck bei Rahway, New Jersey, seine erste Produktionsstätte. In St. Louis erwarb er dann eine Fabrik, die Basis-Pharmazeutika und Jodide produzierte, sodass sich die Produktpalette der durch Merck & Co. in Amerika hergestellten Betäubungsmittel auch auf Wismut und Jodid erweiterte. Bereits im Jahr 1905 realisierte Merck zwei Millionen Dollar Umsatz - die Eigenherstellungen der Tochter überholten bald die Produktionen der Muttergesellschaft, sodass die Unabhängigkeit von Merck & Co. Amerika gesichert war. Doch George Merck hielt weiterhin Kontakt zur Muttergesellschaft in Darmstadt und setzte auf Kooperation: Er nutzte deren Herstellungsverfahren und rekrutierte von dort erfahrene Arbeiter.

Start zum weltweiten Unternehmen

1912 begann der weltweite Ausbau des Unternehmens mit der Gründung einer Filiale in Kanada.