Kosten, Nutzen, Zukunft – das Gesundheitssystem neu denken |
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Hanspeter Quodt, Vorsitzender der Geschäftsführung MSD Deutschland |
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Mai 2012 – Worum geht es derzeit im deutschen Gesundheitswesen? Es geht darum, die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems nachhaltig zu sichern. Und es geht darum, Patienten weiterhin Zugang zu medizinischem Fortschritt zu ermöglichen. |
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In den neuen Rahmenbedingungen liegt die Verantwortung viel häufiger als früher nicht mehr bei einem Beteiligten allein. Beispiele:

 |  | Medizinische Innovationen: Hier hängt der Zugang von der Bewertung und der Erstattung nicht mehr allein vom forschenden Unternehmen ab. |  |  | Versorgungsmanagement: Es geht um Vereinbarungen in vielfältiger Form. Es geht nicht nur um Rabatte. Die Frage lautet nicht, was wir tun, sondern wie wir zukünftig Versorgung gestalten. Es geht darum, wie die pharmazeutische Industrie zukünftig ihre Expertise einbringen kann und wie wir Projekte mit Partnern gemeinsam umsetzen. |
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| Der Nutzen für die Gesellschaft und der Nutzen für die Patienten – daran wollen wir unser Handeln messen lassen. Daher ist MSD absolut einverstanden, unsere Arzneimittel einer Nutzenbewertung zu unterziehen. Auf keinen Fall aber darf die Nutzenbewertung zu Lasten der Patientenversorgung gehen. |
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| Ferner muss eine Nutzenbewertung nach sinnvollen und praktikablen Kriterien entsprechend internationaler Standards erfolgen. Forschende Pharmaunternehmen wollen mit den von ihnen entwickelten Arzneimitteln Krankheiten heilen und Leiden lindern. Vor allem wollen sie Gesundheit ermöglichen – und ja: Sie wollen mit ihren Präparaten Geld verdienen. Wir wollen gemeinsam mit allen Beteiligten nach nachhaltigen und ganzheitlichen Gesundheitslösungen suchen, um den Wert der Gesundheit für die Gesellschaft und jeden Einzelnen aufzuzeigen. |
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| Denn es geht um mehr als die konkrete Umsetzung des AMNOG. Wir stehen an einem entscheidenden Punkt: Wie bewertet und honoriert die Gesellschaft die Kosten für Gesundheit, und zwar wirtschaftlich und wissenschaftlich? Diese Diskussion geht über Kosten und Nutzen von einzelnen Arzneimitteln hinaus. Es geht um den gesellschaftlichen Wert von Gesundheit. Es ist die Erkrankung, die unsere Gesellschaft etwas kostet – und nicht die Gesundheit. Gesundheit als Lebensqualität oder die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist ein Wert. |
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| Grundvoraussetzung, um Gesundheit als gesellschaftlichen und individuellen Wert zu realisieren, ist der medizinische Fortschritt. Zum einen, weil es für viele Krankheiten wie etwa Demenzerkrankungen, Krebs, Erkrankungen des zentralen Nervensystem, etc. noch keine befriedigenden Behandlungsmethoden gibt. |
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| Es ist für das Gesamtsystem billiger, Krankheiten durch innovative Arzneimittel zu heilen und dafür Krankentage und Krankenhausaufenthalte gar nicht erst nötig zu machen – von dem individuellen Nutzen für den Patienten einmal ganz abgesehen. |
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