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Statt Frauenquote: MSD fördert die Vereinbarkeit von Kind und Karriere

August 2011 – Frauen mit kleinen Kindern arbeiten hierzulande viel seltener als in Frankreich, Finnland oder Schweden – und kaum in Führungspositionen. Dabei profitieren Unternehmen nachweislich von mehr Frauenpower. Die gesetzliche Frauenquote für Top-Positionen ist politisch zwar zunächst gestoppt worden, aber dennoch weiterhin in der öffentlichen Diskussion. Aber für viele kompetente Frauen könnte auch die Quote nicht den Weg in Führungsjobs ebnen – wenn ihr dringendster Wunsch ist, ihre Kinder bestens betreut zu wissen. Die gute Nachricht: Es gibt Unternehmen, die keine Frauenquote brauchen und für die Familienfreundlichkeit und Gleichberechtigung nicht nur Worte sind. Das Engagement für arbeitende Mütter und die Förderung von Frauen in Führungspositionen zahlt sich aus, so die Erfahrungen des Arzneimittelherstellers MSD SHARP & DOHME GMBH, der nicht nur aktiv Frauen fördert, sondern auch eine Kinderkrippe am Standort in Haar bei München hat.

Chantal Friebertshäuser ist Mutter einer zweijährigen Tochter und gehört bei MSD zum Leadershipteam. Auf dem Weg ins Büro bringt sie ihre kleine Elise in die KidsFarm, die Kinderkrippe an ihrem Arbeitsplatz. Sie weiß, dass ihr Kind dort optimal und professionell betreut wird und kann sich voll und ganz auf ihre anspruchsvolle Aufgabe als Leiterin einer Geschäftssparte konzentrieren. Da ihr Unternehmen flexible familienfreundliche Arbeitszeiten fördert, holt sie Elise am Nachmittag in der Krippe ab und genießt es, erst einmal Mama zu sein. „Ich kann meine Arbeit so organisieren, wie es am besten zu meinem Tagesablauf passt“, sagt die Betriebswirtin. Für die Französin, die seit 15 Jahren in Deutschland lebt und arbeitet, ist es selbstverständlich, dass Mütter berufstätig sind: „Ich bin in einer Familie mit vier Kindern aufgewachsen, unsere Mutter hat gearbeitet, und wir hatten ein ganz normales Familienleben. Hier muss in Deutschland ganz stark ein Umdenken stattfinden.“
Dieses Umdenken in Form einer Frauenquote einzufordern hatte sich die Politik Anfang des Jahres auf die Fahnen geschrieben – vergeblich. Auch auf der Agenda 2020 der EU stehen die Frauen in Führungspositionen als Schlüssel für ökonomische Stabilität und Wachstum. Denn mittlerweile wird klar, dass Unternehmen nachhaltiger, erfolgreicher und klüger agieren, wenn sie die Fähigkeiten aller männlichen und weiblichen Mitarbeiter voll ausschöpfen. Auf EU-Ebene wird eine europäische Frauenquote diskutiert, wenn sich die Unternehmen nicht von sich aus neu orientieren.

Karriere mit Kind: kein Wunschtraum

Das Unternehmen MSD braucht nicht umzudenken. „Es herrscht echte Chancengleichheit, die nicht auf Vorgaben beruht“, sagt Claudia Schatz, seit 22 Jahren bei dem Pharma-Unternehmen und heute Direktorin Compliance. Sie schätzt an ihrem Arbeitgeber nicht nur die guten Produkte und das spannende internationale Arbeitsumfeld, sondern auch, dass MSD Frauen ermöglicht, den Spagat zwischen Kind und Beruf zu schaffen. Sie arbeitet an zwei Nachmittagen zu Hause. Und für die sechs Wochen Schulferien ihres 9-jährigen Sohnes bietet MSD ein Ferienprogramm in Haar an.
Flexibles Arbeiten gehört ebenso zur Firmenkultur bei MSD wie das Verständnis für arbeitende Mütter und die berufliche Förderung von Frauen. „Frauen spielen eine Schlüsselrolle bei MSD“, bestätigt Hanspeter Quodt, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung des amerikanischen Konzerns. Frauen besetzen dort mehr als 40 Prozent des mittleren Managements, und in seinem Führungsteam arbeiten 36 Prozent Frauen, zwei davon haben Kinder. Der Frauenanteil bei MSD in Deutschland liegt bei über 60 Prozent. Daher kann der Top-Manager leicht sagen: „Wir bei MSD brauchen keine Frauenquote. Wir wollen Frauen als Führungskräfte. Aber nicht, weil sie Frauen sind, sondern aufgrund ihrer Kompetenz und ihres Talents!“ Quodt ist davon überzeugt, dass sich sein Unternehmen damit einen Wettbewerbsvorteil sichert: „Um Talente anzuziehen und zu fördern und erfolgreich zu sein, brauchen wir ein produktives Arbeitsumfeld, das Teamarbeit und die Balance von Beruf und Privatleben ermöglicht. Ein Arbeitsumfeld, in dem das Individuum respektiert wird und die Mitarbeiter flexibel und schnell reagieren können. Ganz konkret heißt das: Teilzeit, Jobsharing, Gleitzeit, Homeoffice oder mobiler Arbeitsplatz.“

Wohlfühlfaktor für Mütter bei MSD: die KidsFarm

Doch selbst wenn der Arbeitgeber das Leben für Mütter erleichtert: Wohin mit den Kleinen, während beide Elternteile arbeiten? Wie in ganz Deutschland fehlen auch in der aufstrebenden Gemeinde Haar mit vielen jungen Familien Dutzende von Krippenplätzen, Tendenz steigend. Vor acht Jahren, als sich engagierte Frauen bei MSD zusammengetan haben, um eine Krippe zu gründen, war die Situation noch schlechter. Eine Betreuung für Kinder unter drei Jahren bis zum späten Nachmittag zu bekommen, war ein echtes Glücksspiel. Zu den Unterstützerinnen gehört Sabine Seedorf-Althen, Direktorin Business Operations. „Ich bin seit über 20 Jahren im Unternehmen. Ich habe eine super Karriere gemacht, aber Familiengründung war nicht möglich ohne gesicherte Kinderbetreuung. Um anderen Frauen hier zu helfen, habe ich die KidsFarm von Anfang an unterstützt.“ Sie ist fest davon überzeugt, dass Frauen in höheren Positionen einen neuen Arbeitsstil und eine neue Arbeitswelt prägen werden. Ihr größter Wunsch für Deutschland ist die gesellschaftliche Anerkennung von Müttern im Beruf: „Es muss wirklich Schluss sein mit dem Bild von der Rabenmutter“. Durchaus vorstellbar, wenn sich mehr Unternehmen ein Beispiel an MSD nehmen.

MSD Women’s Summit – das Gipfeltreffen für Frauen

Dass Frauen ökonomisch bereits große Macht haben und vor allem beim Thema Gesundheit die Entscheidungen treffen, hat der Pharmakonzern bereits früh erkannt. Um die weiblichen Zielgruppen bestmöglich zu erreichen, hat MSD mit gezielter Förderung von Frauen im Unternehmen reagiert. Neben spezieller Führungskräfte-Entwicklung und einem Mentoring-Programm gibt es alle zwei Jahre ein „Frauen-Gipfeltreffen“. Die erste Veranstaltung fand 2008 in den USA statt, die zweite dieses Jahr in Deutschland. „Es wurden dort klar die Ziele kommuniziert, die sich unser Unternehmen für die Frauenförderung setzt. Ich habe noch nie so eine quirlige Veranstaltung mit einem so offenen Teilnehmerkreis erlebt,“ berichtet Claudia Schatz, die neben Sabine Seedorf-Althen und Chantal Friebertshäuser an dem Treffen der Business-Frauen aktiv teilgenommen hat und mit zahlreichen Teilnehmerinnen bei MSD internationale Netzwerke pflegen konnte.
Hanspeter Quodt zitierte beim Frauen-Gipfel eine Studie von McKinsey zum Einfluss von weiblichen Führungskräften: Unternehmen mit höheren Frauenanteil an der Spitze sind erfolgreicher und gemischte Teams effizienter. Was das konkret bedeutet, erlebte der MSD-Geschäftsführer vor einigen Jahren in der Schweiz, als drei Frauen in den siebenköpfigen, bislang männlichen, Bundesrat gewählt wurden. Er fragte einen der verbliebenen Männer, was sich geändert habe. Die Antwort: „Wir müssen uns jetzt auf unsere Meetings viel besser vorbereiten.“
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