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Gefahren für die Patienten

Die Folgen der Einnahme gefälschter Medikamente sind ebenso vielfältig wie unberechenbar. Sie reichen von völliger Wirkungslosigkeit bis zur Gefährdung der Gesundheit des Patienten. Die Resistenzbildung gegenüber Krankheitserregern (Antibiotika) ist nur ein Beispiel. Selbst geringe Verunreinigungen der Medikamente können erhebliche Schäden anrichten.

Ursächlich sind verschiedene Faktoren, die einzeln oder in Kombination vorliegen können:

Unkontrollierte und/oder unhygienische, d.h. insgesamt unzureichende Bedingungen bei Herstellung, Verpackung, Transport und Lagerung der Präparate.
Stark schwankende Wirkstoffmengen von 0% bis über 100 % vom Wirkstoffanteil des Originalpräparates.
Entstehung und Vorliegen ungeprüfter Wirkstoffkombinationen, wahrheitswidrige Inhaltsangaben und unkontrollierte Abgabe.
Nicht angegebene oder überschrittene Verfallsdaten.
Fehlende Gebrauchsinformation oder fehlende Kennzeichnung mit Arzneimittelname, Herstellername und aufgedruckter Identifikationsnummer (Chargennummer).

Beispiele für das Ausmaß von Medikamentenfälschungen:

Nigeria 1990: Ein Hustensaft wird mit giftigem Lösungsmittel gestreckt. Über 100 Kinder sterben.
Mexiko 1991: Tausende Brandsalben enthalten Sägemehl.
Türkei 1993: Ein Apotheker wird verhaftet, der Medikamente nach Afrika exportieren will. Der Wirkstoff seiner Medikamente besteht aus Backpulver.
Niger 1995: Meningitisepidemie, 50 000 Menschen wird ein gefälschter Impfstoff gespritzt, 2500 Menschen sterben. Nach Informationen der Ärzte ohne Grenzen enthält ein Meningitisimpfstoff nur Wasser.
USA 2004: Die FDA warnt auf ihren Internetseiten vor gefälschten Verhütungspflastern Ortho-Evra des Unternehmens Janssen-Cilag aus Neuss, die über eine indische Versandapotheke (www.rxpharmacy.ws) vertrieben wurden. Die gefälschten Pflaster enthalten keine hormonellen Wirkstoffe und bieten somit keinen Empfängnisschutz.
Großbritannien 2004: Potenzmittel, die Tausende Briten über einen in London ansässigen Internet-Versandhändler bestellten, bergen ein hohes Gesundheitsrisiko. Dies berichtet die Zeitschrift Tomorrow unter Berufung auf das britische Gesundheitsministerium. Die Pillen, die als Viagra angeboten wurden, waren gefälscht und hatten potenziell tödliche Nebenwirkungen.
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